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News, 24.06.2008
E-Commerce
Deutsche IuK-Wirtschaft drängt in Europa an die Spitze
Im Jahr 2007 hat Deutschland seine Position als zweitstärkste Nation in Sachen IuK-Wirtschaft in Europa weiter gefestigt. So belegt Deutschland unter anderem beim „E-Commerce-Umsatz pro Einwohner“ und in der elektronischen Beschaffung (E-Procurement) europaweit den ersten Platz.
Die deutsche Informations- und Kommunikationswirtschaft (IuK) hat sich im Jahr 2007 positiv entwickelt und belegte im Vergleich der fünf stärksten IuK-Nationen in Europa hinter Großbritannien Platz 2. Dabei konnte Deutschland seinen Abstand zu Großbritannien verkürzen und verfügt laut TNS Infratest über sehr gute Voraussetzungen zur führenden IuK-Nation Europas aufzusteigen. Die zeigen die Ergebnisse des „3. ePerformance Report 2008 – IKT-Standort Deutschland im europäischen Vergleich“, den TNS Infratest im Rahmen des Langzeitsprojektes "Monitoring Informations- und Kommunikationswirtschaft 2008" im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) erstellt hat.

Wenngleich Großbritannien in der Gesamtbetrachtung von insgesamt 26 sogenannten Kernindikatoren in den drei untersuchten Teilbereichen „Gesamtmarkt“ (I), „Infrastruktur“ (II) und „IuK-Anwendungen“ (III) gegenüber der deutschen IuK-Wirtschaft noch die Nase vorn hat, zeigt die Detailbetrachtung Deutschland auf einem guten Weg. So konnte sich die deutsche IuK-Wirtschaft bezogen auf die Realwerte im letzten Jahr bei 20 Kernindikatoren verbessern, blieb bei einem konstant, und ist bei nur drei Kernindikatorwerten im Vergleich zu 2006 abgerutscht (zwei Indikatoren sind im Jahr 2007 hinzugekommen).

Wie der aktuelle TNS-ePerformane-Report zudem aufzeigt, konnte die deutsche IuK-Wirtschaft bei sieben von 26 Kernindikatorwerten mit 25 Punkten Vorsprung und mehr gegenüber dem Durchschnitt punkten. Bei den restlichen 19 Indikatoren blieb Deutschland mindestens im europäischen Durchschnitt. Im dritten Teilbereich „IuK-Anwendungen“ hat Deutschland mit einem Gesamtergebnis von 128 Indexpunkten zu Großbritannien (131 Punkte) mittlerweile aufgeschlossen. Die besten Ergebnisse (mindestens 25 Punkte über dem Durchschnitt) erzielte die deutsche IuK-Wirtschaft bei folgenden Kernindikatoren, die dem TNS-Report zufolge folglich zurzeit auch die größten Stärken markieren:

  • E-Commerce-Umsatz (Teilbereich I „Gesamtmarkt“): Obwohl Großbritannien in der informations- und kommunikationswirtschaftlichen Gesamtmarktbetrachtung europaweit mit 122 Punkten klar die Nase vorn hat und Deutschland bei den sieben erfassten Kernindikatoren in Summe „nur“ auf 107 Punkte kommt, kann die deutsche IuK-Wirtschaft dafür beim E-Commerce-Umsatz einen Teilsieg auf sich verbuchen. So erzielte Deutschland beim Indikator „„E-Commerce-Umsatz pro Einwohner“ 128 Punkte und ist dahingehend in Europa an der Spitze, gefolgt von Großbritannien auf Platz zwei. Demnach hat sich der Pro-Kopf-Umsatz in Deutschland von 11,70 Euro (2006) auf 21,60 Euro (2007) innerhalb nur eines Jahres fast verdoppelt.
  • Telefonanschlüssel (Teilbereich II „Instrastruktur“): Ungeachtete dessen, dass die deutsche IuK-Wirtschaft in diesem Teilbereich mit 102 Indexpunkten nur knapp über dem europäischen Durchschnitt lag und dort sicherlich noch die größten Anstrengungen nötig sein werden, um zum Spitzerreiter Großbritannien (119 Punkten) aufzuschließen, hat Deutschland auch in diesem Teilbereich zumindest eine große Stärke: Demnach ist Deutschland im Hinblick auf die Penetration von „Telefonhauptanschlüssen“ in der Bevölkerung mit einer Verbreitung von 65 Prozent und 160 Kernindikatorenpunkten in Europa führend.
  • E-Procurement (Teilbereich III „IuK-Anwendungen“): Mit insgesamt 128 Indexpunkten erhält die deutsche IuK-Wirtschaft bei IuK-Anwendungen herausragende Bewertungen. „Hier liegt die deutsche ePerformance gleich bei fünf Kernindikatoren deutlich über dem europäischen Durchschnitt“, so die TNS Infratest in ihrem Bericht. Sowohl im direkten Vergleich der deutschen Ergebnisse als auch im Europa-Ranking mit 153 Indexpunkten auf dem ersten Platz: der Kernindikator „Einkäufe von Unternehmen über das Internet“. Demzufolge kaufen mittlerweile 52 Prozent der deutschen Unternehmen online, immerhin vier Prozent mehr als in Großbritannien.
  • E-Government-Dienstnutzung (III): Auch beim Kernindikator „Private Nutzung von E-Government-Diensten“ erreicht Deutschland mit 143 Indexpunkten im europäischen Vergleich den ersten Platz. Demnach nehmen mittlerweile 43 Prozent der Deutschen solche Dienste in Anspruch – verglichen mit dem Vorjahr ein Plus von elf Prozent.
  • E-Commerce-Nutzer (III): Im Hinblick auf das Kriterium „E-Commerce-Nutzer“ erzielt die deutsche IuK-Wirtschaft mit 152 Indexpunkten ebenfalls ein ausgezeichnetes Ergebnis, demzufolge vier von zehn Deutschen in den letzten drei Monaten Waren oder Dienstleistungen über das Internet bestellt haben. Nur in Großbritannien waren es noch mehr, weshalb für Deutschland immerhin Platz zwei blieb.
  • E-Government-Verfügbarkeit (III): Bei den „Verkäufen durch Unternehmen über das Internet“ und bei der „Online-Verfügbarkeit von E-Government-Diensten“ belegte die deutsche Iuk-Wirtschaft mit 141 Indexpunkten bzw. 125 Indexpunkten im Länder-Ranking ebenfalls Platz zwei, wobei Deutschland beim zweitgenannten Indikator einen Zuwachs von 41 Indikatorpunkten erzielte und damit im Jahr 2007 erstmalig über dem europäischen Durchschnitt lag. So waren im vergangenen Jahr in Deutschland 74 Prozent der 20 grundlegenden Behördendienste online verfügbar. Im Jahr 2006 galt dies nur für die Hälfte (47%).

Darüber hinaus waren laut TNS vor allem bei zwei der insgesamt 26 Kernindikatoren besondere Verbesserungen festzustellen. So schaffte Deutschland zum einen hinsichtlich der Verbreitung von Breitbandanschlüssen im Jahr 2007 mit einem Zuwachs von 84 auf nunmehr 103 Indexpunkte und einer Quote von 24,3 Prozent erstmals den Sprung über den europäischen Durchschnitt, knapp hinter Frankreich auf Platz drei. Zum anderen konnte die deutsche IuK-Wirtschaft auch die DSL-Versorgungsquote auf 22,7 Prozent bzw. 116 Indexpunkte steigern – ein Plus von 18 Punkten und Platz zwei im Europa-Ranking, nur knapp geschlagen von Frankreich.

Italien beim Mobilfunk an der Spitze

Wenngleich sich Deutschland im Hinblick auf die Mobilfunkverbreitung mit einem Zuwachs von etwa 14 Prozentpunkten auf 117,6 Prozent und einem Indikatorwert von 107 Punkten im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessern konnte, reicht dies im Top-5-Länder-Ranking nur für Platz drei. Am höchsten die Verbreitung von Mobilfunkverträgen in Italien, das mit einer Quote von 135 Prozent und 123 Indexpunkten weiterhin den ersten Platz belegt, gefolgt von Großbritannien, das sich mit 118,4 Prozent und einem Indikatorwert von 108 gerade noch vor Deutschland schieben konnte.


Deutschland bei der Internetnutzung europaweit führend

Während im Jahr 2007 Angaben von TNS zufolge im Wirtschaftsraum der EU 15 insgesamt 62 Prozent der Menschen im Alter zwischen 16 und 74 Jahren das Internet nutzten, konnte Deutschland und Großbritannien jeweils eine Nutzerrate von 72 Prozent auf sich verweisen, was beiden Nationen im Top-5-Ländervergleich und somit auch im EU-15-Ranking Platz eins einbrachte. Damit lag der Anteil der Internetnutzer in beiden Ländern mit einem Indikatorwert von jeweils 116 Punkten um 16 Prozent höher als im EU-15-Durchschnitt. Als Gründe für die positive Entwicklung in Deutschland nennt TNS dabei vor allem den Anstieg der Nutzer aus älteren Altersgruppen und die gute wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2007.

Aussichten für deutsche IuK-Wirtschaft

Wie die Experten konstatieren, zeigten die Ergebnisse des „3. ePerformance Report 2008, „dass der deutsche Standort sich positiv entwickelt und damit über sehr gute Voraussetzungen verfügt, zur führenden IuK-Nation Europas aufzusteigen.“ In diesem Zusammenhang verweisen die TNS-Experten aber auch darauf, dass die deutsche IuK-Wirtschaft in einigen Bereichen langsamer wachse als der europäische Durchschnitt. Um die Performance der deutschen Informations- und Kommunikationswirtschaft weiter zu verbessern, empfehlen sich aus der Sicht des Expertenkreises Monitoring IuK-Wirtschaft vor allem Maßnahmen in den folgenden Bereichen:

  • Entwicklung neuer Technologien durch Innovations- und Forschungsförderung
  • Steigerung der Penetration breitbandiger Internet- und alternativer mobiler Zugänge
  • Vermittlung von Medienkompetenz
  • Verringerung von Chancenungleichheit beim Internet-Access
  • Förderung von E-Commerce und E-Government.

Die vollständige Publikation zum „Monitoring Informations- und Kommunikationswirtschaft 2008“ kann inklusive begleitender Grafiken und Statistiken kann über ein Formular auf der Website von TNS Infratest kostenlos angefordert werden (die Versendung erfolgt via eMail-Download-Link).

Quelle: TNS Infratest

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