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News, 02.02.2012
Drohende Kreditklemme
Banken in Europa fahren Kreditvergabe zurück
Europas Banken drücken bei der Vergabe von Unternehmenskrediten auf die Bremse: Laut einer aktuellen Studie hat mehr als jedes dritte Kreditinstitut in Europa die Kriterien für die Kreditvergabe verschärft.
Verkehrte Welt: Die EZB pumpt Hunderte Milliarden Euro in Europas Bankenwelt – und fast zeitgleich ziehen die Banken die Kreditvergabezügel an.
Verkehrte Welt: Die EZB pumpt Hunderte Milliarden Euro in Europas Bankenwelt – und fast zeitgleich ziehen die Banken die Kreditvergabezügel an.
Wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln Bezug nehmend auf eine aktuelle Studie der Citigroup Global Markets Inc. berichtet, scheint sich die Gefahr eine Kreditklemme in Europa zu vergrößern. Danach ist das Volumen der von europäischen Banken genehmigten Kredite im vierten Quartal um 65 Milliarden Euro zurückgegangen. Und eine Trendwende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Während im vierten Quartal 2011 nur 16 Prozent der befragten Banken in Europa ihre Kreditvergabestandards für Unternehmen nach oben schraubten, trifft dies inzwischen dem IW Köln zufolge bereits europaweit auf mehr als jeder dritte Bank (35%) zu. Und die meisten wollten, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut berichtet, ihren strengen Kurs auch weiter beibehalten.

Damit scheint sich genau das Szenario zu bewahrheiten, das Kritiker der Geldspritze-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) erwartet haben: Nämlich, dass die von der EZB am 22. Dezember 2011 für Europas Banken als Liquiditätsspritze zu einem Spottzins von einem Prozent bereitgestellten 500 Milliarden Euro von den Banken nicht dazu verwendet würden, mehr Kredite an die Unternehmen zu vergeben, sondern diese die bereitgestellten Gelder vielmehr – als Liquiditätsreserve – bei der EZB anlegen bzw. parken werden. Und genau das scheint passiert zu sein. So überschritt am 17.01.2012 das von Europas Banken bei der EZB als „Vorsichtskasse“ gebunkerte Einlagevolumen erstmals die 500-Milliarden Euro-Marke.

„Nun stehen im Februar erneut Milliardenkredite von der EZB an die Banken an“, so das IW Köln. Dem Institut nach dürften sich die Banken abermals enorme Summen leihen.  Dass die Kreditversorgung dadurch spürbar einen Schub bekommt, hält das Wirtschaftsforschungsinstitut für eher unwahrscheinlich. „Da die wirtschaftlichen Aussichten für Europa nicht gut sind, werden die Banken die Gelder zu einem Teil wieder bei der EZB parken, anstatt sie weiter zu verleihen“, so die Kölner Wirtschaftsforscher. Der andere Teil werde dem Institut nach in die Aktienmärkte fließen. Dass Letzteres bereits geschehen sei, zeigten die Aktienindizes. „Sind alle seit Jahresbeginn kräftig gestiegen. Der für Europa wichtige Mittelstand wird dadurch allerdings nicht unterstützt.“
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