Führten Unternehmen Dopingkontrollen ein, das Ergebnis wäre erstaunlich. Immer mehr Menschen versuchen nämlich mithilfe von Psychopharmaka, die eigentlich für die Behandlung seelischer Störungen entwickelt wurden, ihre geistige Leistungsfähigkeit zu optimieren.
Business-Fitness aus dem Reagenzglas - fast zwei Millionen deutsche Arbeitnehmer haben Psychopharmaka bereits zur Leistungssteigerung verwendet.
Offensichtlich gieren gerade die Menschen in Industriegesellschaften nach Mitteln, die ihren Stress und ihre Angst mildern, ihre Unruhe beseitigen, Ruhe und Konzentration verschaffen und ihre kognitiven Fähigkeiten oder die emotionale Befindlichkeit über das "normale" Maß hinaus verbessern. Auch die Zweckentfremdung von Psychopharmaka stellt hierbei kein Tabu mehr dar: Für Deutschland berichtete die DAK in ihrem "Gesundheitsreport 2009", dass zwei Millionen aller Arbeitnehmer schon Psychopharmaka konsumiert haben, um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern und im Job zu bestehen.
Kein Zweifel, der Stress im Berufs-, häufig auch im Privatleben ist enorm. Viele sind völlig überarbeitet, täglich erschöpft und absolut ausgepowert. Der Wunsch, mittels „Hirndoping“ Druck und Stress im Job zu meistern, ist allzu verständlich. Die vorliegenden Studien zeigen bislang jedoch, dass die derzeit verbreiteten Mittel nicht wirklich überzeugen bzw. nicht risikolos sind.
Die gern genommenen Stimulantien verbessern zwar kognitive Leistungen bei Müdigkeit, insbesondere bei monotonen, sich wiederholenden Aufgaben. Doch bei manchen Nutzern verschlechterte sich die Leistungsfähigkeit sogar, andere berichten von Herz-Kreislauf-Beschwerden, Halluzinationen und Suchtproblemen. Alzheimer-Medikamente etwa beeinträchtigen häufig die kognitive Leistungsfähigkeit, obwohl sie eingenommen werden, um Lernen und Gedächtnis zu unterstützen. Andere Mittel haben ein höheres Suchtpotenzial als ursprünglich erwartet.
Wer einen tatsächlich funktionierenden und nebenwirkungsfreien Schlaumacher, Wachhalter, Konzentrations-Booster oder Gedächtnisfestiger ohne unerwünschte soziale Begleiterscheinungen sucht, dem bietet sich eine echte Alternative: die Kunst der optimalen Bewegung! Ausdauertraining ist nämlich ein nie versiegender Jungbrunnen. Es vermehrt die Zahl der Mitochondrien, die Kraftwerke im Inneren der Zellen, die die zugeführte Energie verwerten. Auch Abfallprodukte wie Milchsäure werden dort abgebaut. Diese hemmen sonst den Stoffwechsel und damit auch das Leistungsvermögen.
Bereits wer sich moderat bewegt, aktiviert die Schutzmechanismen seines Körpers. Zudem kehrt das Ausdauertraining den Leistungsverlust der Muskeln um. Es fördert die Kapillarisierung der Muskeln und damit die Blut- und Sauerstoffversorgung. Gleich ob Joggen, Walken, Rad fahren, Schwimmen oder Ski langlaufen – das Ausdauertraining bewirkt rasch Erfolge.
Es kräftigt aber nicht nur das Herz-Kreislaufsystem. Jede muskuläre Bewegung führt nämlich zu einer regionalen Mehrdurchblutung im Gehirn in Verbindung mit der Steigerung der lokalen Stoffwechselvorgänge. Das betrifft vor allem die vergrößerte Produktion von Nervenwachstumsstoffen mit Verstärkung der Nervenfunktion und der Synapsenfunktionen.
Wer regelmäßig eine Ausdauertraining absolviert, tut also nicht nur etwas für seine körperliche, sondern auch für seine geistige Leistungsfähigkeit, da die Strukturen und Funktionen im Gehirn begünstigt werden. Das gilt bis ins hohe Alter. Ein dynamisches körperliches Training beeinflusst gerade diejenigen Orte des Gehirns, welche am stärksten von alterungsbedingten Einbußen betroffen sind.
Die Benefits des Sports können sich somit wahrlich sehen lassen: Die körperliche Attraktivität nimmt zu, die bessere Durchblutung der grauen Zellen sorgt für ein schlauschnelles Köpfchen, Stresshormone lösen sich auf in Wohlgefallen und Glückshormone (Endorphine) durchfluten den Organismus. Und das garantiert nebenwirkungsfrei.