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News, 17.09.2012
Dialogmarketing-Studie
Deutsche Firmen mit Nachholbedarf beim Datenschutz
Gut drei Viertel aller Unternehmen in Deutschland messen dem Schutz von Kundendaten einen hohen Stellenwert bei. Was den Wissensstand hinsichtlich rechtlicher Anforderungen und deren Umsetzung angeht, gibt es einer aktuellen Studie nach in Sachen Datenschutz in viele Unternehmen allerdings zum Teil noch große Defizite.
Wenn es um wirtschaftliche Interessen geht, kommt der Datenschutz laut Studie jedoch vielfach erst an zweiter Stelle.
Wenn es um wirtschaftliche Interessen geht, kommt der Datenschutz laut Studie jedoch vielfach erst an zweiter Stelle.

Die Bedeutung des Datenschutzes in der Wirtschaft und Gesellschaft steigt und damit auch die Verantwortung von Unternehmen, die personenbezogene Nutzerdaten erheben und verarbeiten. Die meisten Unternehmen sind sich dessen auch bewusst, zeigt jetzt die aktuelle Studie „Datenschutz im Dialogmarketing" der auf E-Mail- und RSS-Marketing spezialisierten artegic AG. Danach genießt der Datenschutz bei 77,8 Prozent der in der Studie befragten Unternehmen nach eigener Auskunft eine hohe Priorität. Bei der Umsetzung räumt allerdings die Hälfte der Befragten (49,6%) zurzeit noch Mängel ein. Die größten Mängel existieren bei Betrieben aus dem Handel und bei kleinen Unternehmen mit 15-50 Mitarbeitern: Hier liegt der Anteil derer, die bei sich in Sachen Datenschutz noch Mängel sehen sogar bei 61,5 bzw. 57,1 Prozent. Auch meinen 45,2 Prozent der Unternehmen, dass der Datenschutz noch nicht den Stellenwert bei ihnen habe, den er aus ihrer Sicht de facto haben sollte. Von den Handelsunternehmen sehen diesbezüglich sogar 56,6 Prozent noch Nachholbedarf, bei den kleinen Firmen sind es immerhin noch 51 Prozent. „Gerade Handelsunternehmen, welche die größten Mängel beim Datenschutz haben, erkennen diese Schwäche offenbar“, so artegic.

Wie weit es mit dem Datenschutz in vielen Unternehmen allerdings tatsächlich her ist, zeigt sich, wenn es um wirtschaftliche Interessen geht. So gaben 40,4 Prozent der Unternehmen an, dass im Zweifel wirtschaftliche Ziele Vorrang vor dem Datenschutz im Unternehmen hätten. Am weitesten verbreitet ist diese Haltung im Handel, wo sogar 52,3 Prozent das wirtschaftliche Interesse schwerer gewichten als den Datenschutz, sowie bei Unternehmen aus der Industrie (47,9%) und im BtoB-Umfeld. Bei Dienstleistern und Medienunternehmen steht der Datenschutz dagegen am häufigsten an erster Stelle – ungeachtet aller wirtschaftlichen Interessen.

Rechtskenntnisse zum Datenschutz im Marketing oft mehr als lückenhaft

Im Rahmen der Erhebung wurden auch die Kenntnisse der Firmen zu gesetzlichen Datenschutzbestimmungen im Marketing evaluiert. Das Ergebnis ist alarmierend: Im Durchschnitt wussten die befragten Unternehmen lediglich auf 45,7 Prozent der Fragen die korrekte Antwort. Am besten informiert zu rechtlichen Bestimmungen im Datenschutz erwiesen sich die Medienunternehmen. Auch bei diesen offenbarte allerdings die Studie mit einem Anteil von lediglich 51,3 Prozent korrekt beantworteten Fragen datenschutzrechtlich große Defizite. In diesem Kontext bemerkenswert: Laut artegic schnitten jene Unternehmen, die ihr Rechtswissen in puncto Datenschutz als gut einstufen, nur geringfügig besser ab als die, die sich in Datenschutzfragen nicht gut informiert fühlen. „Interessanterweise schneiden Nutzer von E-Mail Marketing nicht besser ab, als Nicht-Nutzer und dass obwohl meisten Fragen einen E-Mail Marketing Bezug aufweisen“, so artegic.

Zwei Drittel für stärkere Kontrolle beim Datenschutz

Ein weiteres überraschendes Ergebnis der Befragung: Trotz der von vielen befragten Unternehmen eingestandenen Wissens- und Umsetzungsdefizite meinen 68,3 Prozent der Unternehmen, dass die Einhaltung der in Deutschland geltenden Datenschutzbestimmungen strenger kontrolliert werden müssten. Dies vor allem deshalb, um Wettbewerbsverzerrungen durch Unternehmen, die sich nicht an Datenschutzrichtlinien halten, vorzubeugen. Auch plädieren 69,9 Prozent für eine stärkere Regulierung durch die Politik. Dass eine Selbstregulierung durch die Wirtschaft ausreicht, glaubt dagegen nur ein Viertel der befragten Firmen (25,2%). Zudem sieht mehr als die Hälfte aber auch die Datenschutzgesetze selbst betreffend Handlungsbedarf. So stufen 54,6 Prozent der Unternehmen die aktuelle Rechtslage im Datenschutz als intransparent und unverständlich ein. Ungeachtet dessen halten dennoch 45,7 Prozent der Unternehmen die in Deutschland geltenden Bestimmungen zum Datenschutz mit Blick auf einen europaweiten Standard für vorbildhaft. Aus Sicht von 69,6 Prozent der Firmen wäre eine solche europaweite Vereinigung auch ein erforderlicher Schritt, um Wettbewerbsnachteile für die deutsche Wirtschaft zu verhindern.

“Die europäische Grundverordnung macht hoffentlich Schluss mit dem Umstand, dass US-Internet-Anbieter gegenüber europäischen Anbietern dadurch einen Wettbewerbsvorteil haben, dass sie bzgl. des Datenschutzes nicht wirksam kontrolliert werden können“, so Dr. Thilo Weichert, Landesbeauftragter für den Datenschutz in Schleswig-Holstein.“ Damit kann Datenschutz mittelfristig auch als Wettbewerbsvorteil wirken, als Vertrauensargument für die Verbraucherinnen und Verbraucher.”

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