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Diätlügen auf dem Vormarsch – Abnehmen ohne Konzept

(PM) , 16.01.2007 - Über die Hälfte der Deutschen sind zu dick, obwohl die Diät-Industrie boomt und jährlich hunderte top-ausgebildeter Ernährungsfachkräfte die bundesdeutschen Bildungseinrichtungen verlassen, kritisiert heute Diplom Ernährungswissenschaftlerin Doreen Nothmann von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. aus Aachen. In einer Studie von Sozioland.de wurden über 2.000 Personen zu ihrem Diätverhalten befragt. Danach haben mehr als drei Viertel der Befragten schon mal eine Diät gemacht. Der Hauptgrund dafür war der Wunsch nach einem attraktiveren Aussehen. Mit großem Abstand folgte als Ziel der Diäten eine gesündere Lebensweise. Die häufigste Variante war löblicherweise dabei der Versuch einer Ernährungsumstellung. Bei der Frage nach einer Diätstrategie setzen die meisten allerdings auf das FdH-Prinzip, was wiederum in der praktischen Umsetzung dem Ziel der Ernährungsumstellung widerspricht. Auch sprachen viele Umfrageteilnehmer der sportlichen Betätigung einen hilfreichen Effekt zum Erreichen des Wunschgewichtes zu. Die Lieblingsbewegungsmethode zum Abnehmen war bei den Befragten das alt hergebrachte Joggen (1). Irgendetwas scheint nicht zu stimmen in einer Welt, in der uns immer wieder neue Diäten in jedem Fernsehwerbeblock, in den Buchhandlungen, aus jeder Zeitschrift und sogar aus dem Computer-Monitor entgegen springen. Schließlich erscheinen jedes Jahr neue Produkte, Bücher und Konzepte auf dem Markt, die Abnehmwilligen versuchen es doch immer wieder mit weniger essen und dem guten alten Laufen. Weniger erstaunlich ist dann natürlich, dass der Erfolg dieser Methoden eher zu wünschen lässt. Schließlich heißt „Friss die Hälfte“ gleichzeitig, dass man die selben „schlechten“ Lebensmittel isst, wie immer, jedoch in geringeren Mengen. Trotzdem fordern 82 Prozent der Befragten zur Bekämpfung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen das Unterrichtsfach Ernährungslehre. Da bislang schon die meisten Präventionskonzepte in Richtung der Ernährungsbildung von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet sind, steht die Frage nach passenden Methoden für die „Erwachsenengeneration“ offen. Aus Sicht der Fehl- und Überernährung könnte man die allgemeine Zielgruppe der Diäten sicher auch als „verlorene Generation“ bezeichnen. Daher ergibt sich ein immenser Markt, der zwar boomt, aber keinen reellen Erfolg bei der Bekämpfung von Übergewicht zu zeigen scheint. 55 Prozent der Frauen und 65 Prozent der Männer sind nach Meinung der Wissenschaft zu dick – Tendenz steigend. Führende Experten streiten, wie man die gesunde und dauerhafte Gewichtsreduktion in der breiten Masse verkünden kann. Vielleicht wäre ein freiwilliger jährlicher „Ernährungs-TÜV“, der in die Bonuspunktsysteme der Krankenkassen einfließen kann eine Möglichkeit, dem Trend der Verfettung der Deutschen Bevölkerung und der damit verbundenen Kostenexplosion für das Gesundheitswesen entgegen zu wirken, regt Nothmann abschließend an. 2.990 Zeichen Literatur: (1) www.sozioland.de/rp/diaet05/1.html www.sozioland.de/rp/diaet05/tabellen_diaet05.pdf Ernährungsbericht 2004, Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.
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