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News, 20.06.2008
Deutsche Wirtschaft
Trotz gestiegener Unternehmensgewinne, kein Grund zur Euphorie
Frohe Kunde vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln: In den vergangenen Jahren erzielten deutsche Firmen wieder höhere Gewinne. Im Jahr 2006 stieg demnach die durchschnittliche Umsatzrendite nach Steuern auf den höchsten Wert der vergangenen Dekade. Verglichen mit manchem Nachbarn in Europa hinkt die deutsche Wirtschaft bei der Umsatzrendite jedoch deutlich hinterher.
Wie aus einer Auswertung von 23.000 Unternehmensbilanzen durch die Deutsche Bundesbank hervorgeht, erreichten deutsche Unternehmen 2006 im Durchschnitt aller Branchen eine Umsatzrendite nach Steuern von 3,6 Prozent – gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 0,2 Punkten. Ungeachtet dieses kleinen, aber feinen Fortschritts, bleibe dem IW zufolge dennoch ein Wermutstropfen: „Bis die deutschen Unternehmen zur ausländischen Konkurrenz aufschließen, muss noch viel Wasser den Rhein hinunterfließen“, so das Institut in seinem Bericht, demzufolge Kapitalgesellschaften der gewerblichen Wirtschaft in Großbritannien, der Schweiz und Spanien schon im Jahr 2005 Renditen von über 8 Prozent erzielten. Im Jahr 2006, für das noch keine internationalen Zahlen vorliegen, dürfte die Gewinnsituation der benannten Nachbarn nach Einschätzung des Instituts ähnlich erfreulich gewesen sein.

Betrachtet man die Umsatzrenditen nach Branchen, schneidet der Sektor „unternehmensnahe Dienstleistungen“ mit einem durchschnittlichen Jahresüberschuss nach Steuern von fast acht Prozent vom Umsatz am besten ab. Dies gilt zumindest für das Jahr 2005 - für 2006 lägen noch keine verwertbaren Branchendaten vor. Da aber die Inhaber der vielen kleinen Servicebetriebe auch von etwas leben müssten und deshalb vom Gewinn noch der Unternehmerlohn abgezogen werden müsse, überzeichne die Nachsteuerrendite die wirkliche Gewinnsituation der Dienstleister.

Mit einer Umsatzrendite von knapp sechs Prozent ein ebenfalls mehr als achtbares das Ergebnis erzielte dem Institut zufolge auch die Chemie, die damit in der Industrie den ersten Platz belegte. Auf den Plätzen folgten das Papier-, Verlags- und Druckgewerbe (3%) und die Metall- und Elektro-Industrie (gut 4%). Der Fahrzeugbau kam demnach nur auf eine „schwarze Null“. Auch im Baugewerbe trügt die Umsatzrendite von vier Prozent dem Institut zufolge über die wahren Verhältnisse hinweg, da hier ebenfalls viele Inhaber kleiner Unternehmen von dem Gewinn den Lohn bestreiten. Für Investitionen bleibe da nur wenig übrig.

Dank der gestiegenen Gewinne, scheinen viele für die Zukunft dennoch gut gerüstet: Vor allem die Eigenkapitalausstattung hat sich demnach stark verbessert. „Gemessen an der Bilanzsumme betrug der Anteil der Eigenmittel 2006 gut 25 Prozent – zehn Jahre zuvor waren es lediglich 16 Prozent“, schreibt das Institut. So stockten viele mit einem Teil von dem, was übrig blieb, ihr Eigenkapital auf, um sich für Durststrecken zu wappnen. Gerade wenn das Geld mal knapp wird oder auch neue Finanzierungsvorhaben anstehen, dürften jene Unternehmen vor dem Hintergrund der verschärften Kreditvergaberichtlinien (Basel II) im Gespräch mit ihrer Hausbank von ihrer verbesserten Eigenkapitalquote profitieren.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln

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