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News, 13.04.2007
Deutsche Wirtschaft
(Noch) wenig Dynamik bei Innovationen
Trotz zahlreicher Fördermaßnahmen und Initiativen zur Steigerung der Innovationsfähigkeit deutscher Unternehmen, so zeigt eine aktuelle Erhebung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, haben die Innovationsaktivitäten der deutschen Wirtschaft bisher nicht wesentlich an Dynamik gewonnen.
Im Jahr 2005 erhöhten deutscher Unternehmen ihre Innovationsaufwendungen um fünf Prozent auf insgesamt 107 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Anteil der mit Marktneuheiten und damit originären Produktinnovationen erzielten Umsätze am Gesamtumsatz blieb gegenüber dem Vorjahr 2004 insgesamt auf ähnlichem Niveau. In den wissensintensiven Dienstleistungen (ohne Banken und Versicherungen) sei der Umsatzanteil sogar von acht auf 5 fünf Prozent gesunken und hat sich damit fast halbiert. Dies geht aus der Innovationserhebung 2006 des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung hervor.

Während der Anteil der Unternehmen, die neue Produkte im Markt eingeführt haben, 2005 im verarbeitenden Gewerbe als auch in den wissensintensiven Dienstleistungen weitgehend unverändert blieb, verzeichnete dieser Anteil im Bereich der sonstigen Dienstleistungen eine kräftigen Rückgang. Gleichzeitig belegen die Ergebnisse der Erhebung in den Innovationsaktivitäten eine stärke Ausrichtung der Unternehmen auf Sortimentsneuheiten, mittels derer die Unternehmen versuchten, neue Marktsegmente zu erschließen und die insgesamt wenig dynamische Nachfrage zu kompensieren. Demgegenüber deutlich zurück ging somit auch der Anteil der auf Produktimitationen zurückzuführenden und damit „defensiven“ Produktinnovationen, die weder Markt- noch Sortimentsneuheiten waren.

Wieder stärker an Bedeutung gewonnen haben im Jahr 2005 dem ZEW zufolge so genannte Prozessinnovationen. Ausgerichtet auf das Ziel, Qualitätsverbesserung und Kosteneinsparungen zu erzielen, stieg der Anteil solcher Innovationsaktivitäten in den von der Erhebung erfassten drei Branchengruppen sichtbar an. Im Bereich der wissensintensiven Dienstleistungen erhöhte sich der Anteil der auf Kostenziele ausgerichteten Rationalisierungsinnovatoren von 11 Prozent (2004) auf 19 Prozent (2005) und in den sonstigen Dienstleistungen von 8 auf 13 Prozent. Gerade in den wissensintensiven Dienstleistungen scheinen dabei neben Kosteneinsparungszielen auch Qualitätsverbesserungen ein wesentliches Ziel zu sein. Demnach konnten 28 Prozent der Unternehmen aus diesem Branchenumfeld mit Hilfe neuer Verfahren die Qualität
ihrer Dienstleistungen verbessern, jedoch nur 19 Prozent der Unternehmen Kostensenkungen realisierten.

Ging der Anteil der mit Innovationen erfolgreichen Unternehmen („Innovatorenquote“) im Jahr 2005 gegenüber dem Vorjahr noch um zwei Prozent auf 45 Prozent zurück, so rechnen die Experten im Jahr 2006 wieder mit einen Anstieg der Innovationsbeteiligung auf das Niveau von 2004. Geht es um die geplanten Innovationsvorhaben für 2006 und 2007, so zeigte sich zum Zeitpunkt der Erhebung (Frühjahr 2006) noch ein erheblicher Anteil der Unternehmen äußerst unsicher. Nur ein geringer Anteil von 20 bis 25 Prozent der Unternehmen in allen der drei befragten Branchengruppen jedoch hatte zum Befragungszeitpunkt bereits entschieden, 2006 und 2007 auf Innovationsaktivitäten ganz verzichten zu wollen. Vor dem Hintergrund der in der zweiten Jahreshälfte 2006 deutliche verbesserten Konjunktur und der insgesamt wesentlich günstigen Rahmenbedingungen für die deutsche Wirtschaft rechnen die ZEW-Experten deshalb auch für 2006 und 2007 mit einer steigenden Innovationsbeteiligung deutscher Unternehmen.

Eine ausführliche Zusammenfassung der Ergebnisse der ZEW-Innovationserhebung 2006 finden Interessenten in dem Sonderteil der ZEWNews „Schwerpunkt Innovationen“ der über die Website des ZEW oder den nachfolgenden Hyperlink „weitere Infos“ kostenlos als PDF heruntergeladen werden kann.

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