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News, 31.01.2012
Teurer Industriestandort
Deutsche Industrie bei Lohnstückkosten weltweit auf Platz 5
Nach einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft liegen die Lohnstückkosten der deutschen Industrie weiterhin deutlich über dem Niveau der meisten internationalen Konkurrenten.

Deutschland ist dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln zufolge als Industriestandort von einem Billiglohnland weit entfernt. Danach ergab ein internationaler Vergleich der Lohnstückkosten der 24 größten Exportnationen*), dass das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland im Jahr 2010 die weltweit fünfthöchsten Lohnstückkosten zu tragen hatte. Auch der Vorwurf, dass Deutschland auf Kosten des Auslands Lohndumping betreibe, sei dem IW Köln nach kaum zu halten. So zeige eine nähere Betrachtung der Lohnstückkosten in der deutschen Industrie, dass diese seit 1999 unterm Strich konstant geblieben sind.  Dem Bericht steht die deutsche Industrie zwar damit besser da als ihre Konkurrenten in den Eurozone-Ländern, die von 1999 bis 2010 ein Lohnstückkostenplus von 12 Prozent verzeichneten. In den USA und Japan sanken jedoch die Lohnstückkosten im selben Zeitraum in Euro umgerechnet um jeweils fast 30 Prozent.  Summa summarum blieben der Lohnstückkosten  der ausländischen Konkurrenten unter Berücksichtigung des Wechselkurseinflusses seit 1999, genauso wie in Deutschland, dem IW Köln nach insgesamt sogar konstant. “ Die deutsche Wirtschaft hat also ihre Kosten in den vergangenen Jahren keineswegs übermäßig gedrückt“, folgert das Institut.

Hohe Produktivität gleicht Nachteil bei den Lohnstückkosten nicht aus

Auch das Argument, dass die deutsche Industrie eine deutlich höhere Produktivität ausweist als die meisten anderen Industrienationen, sticht dem Wirtschaftsforschungsinstitut zufolge nur zum Teil. So ergab die Analyse, dass das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland im internationalen Vergleich zwar das achthöchste Produktivitätsniveau aufweist, demnach nur Norwegen, die USA und die Niederlanden eine deutliche höhere Bruttowertschöpfung je Arbeitsstunde erzielen. Der Produktivitätsvorsprung der deutschen Industrie reicht allerdings nicht aus, um den Lohnstückkostennachteil wettzumachen. Dafür ist der Arbeitskostenunterschied dem IW Köln zufolge nach wie vor zu groß, demnach die internationalen Wettbewerber im Durchschnitt um 24 Prozent niedrigere Arbeitskosten zu schultern haben als die deutsche Industrie.

„Insgesamt hat die internationale Konkurrenz gegenüber Deutschland einen Lohnstückkostenvorteil von 12 Prozent. Nur in vier Ländern ist das Kostenniveau höher als hierzulande“, konstatiert das Wirtschaftsforschungsinstitut.  So weisen von den großen Wettbewerbern der IW-Auswertung nach nur Großbritannien, Frankreich und Italien noch höhere Lohnstückkosten aus als Deutschland. Gegenüber weiteren wichtigen internationalen Lieferanten von Industrieprodukten sei die deutsche Industrie dagegen klar im Nachteil. Das gilt vor allem für Exporteure aus den USA und Japan, die jeweils im Schnitt um rund ein Viertel niedrigere Lohnstückkosten haben als deutsche Industriebetriebe.

*) Christoph Schröder: Produktivität und Lohnstückkosten der Industrie im internationalen Vergleich (zum Download)

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