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News, 12.11.2012
Einbruch der Ausfuhren
Deutsche Exporte so stark gesunken wie seit 2009 nicht mehr
Der Himmel im deutschen Außenhandel verdüstert sich: Im September verzeichnete die deutsche Wirtschaft den stärksten Rückgang der Exporte binnen Jahresfrist seit fast drei Jahren.
Die Folgen der Eurokrise schlagen sich inzwischen auch auf die Exporte in die EU-Mitgliedsstaaten, die nicht der Eurozone angehören, nieder.
Die Folgen der Eurokrise schlagen sich inzwischen auch auf die Exporte in die EU-Mitgliedsstaaten, die nicht der Eurozone angehören, nieder.
Deutschlands Außenhandel gerät ins Stocken. Wie das Statistische Bundesamt berichtet, verringerten sich die deutschen Ausfuhren im September gegenüber August kalender- und saisonbereinigt um 2,5 Prozent auf ein Volumen von 91,7 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahresmonat sanken die Exporte deutscher Unternehmen sogar um 3,4 Prozent. Das war der erste Rückgang seit Januar 2010 und zugleich das höchste Ausfuhrminus seit November 2009 (-3,6% auf Jahressicht). „Die europäische Schuldenkrise wirft ihre Schatten auf den deutschen Außenhandel. Was sich mit Blick auf die Auftragseingänge angekündigt hatte, bewahrheitet sich nun“, erklärte Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). Im August hatten Deutschland Exporteure ihre Ausfuhren noch um 2,8 Prozent auf Monatssicht gesteigert und binnen Jahresfrist ein Ausfuhrplus von 5,8 Prozent erzielt.

Einbruch der Exporte in die Europäische Union (EU)

Dem Statistikamt zufolge führten deutsche Unternehmen im September in die EU-Mitgliedsstaaten Waren im Wert von 52,6 Milliarden Euro aus. Das ist ein Rückgang gegenüber September 2011 um 7,0 Prozent. Die Warenlieferungen in die Eurozone-Länder gingen im September mit einem Volumen von 34,5 Milliarden Euro sogar um 9,1 Prozent auf Jahressicht zurück. Aber auch in die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, versandten  deutschen Firmen weniger als im Vergleichszeitraum 2010. Hier verbuchten Deutschlands Exporteure im September mit einem Ausfuhrvolumen von 18,1 Milliarden Euro, nachdem die Ausfuhren im August auf Jahressicht noch stark gestiegen waren (+6,8%),  einen Rückgang der Exporte binnen Jahresfrist um 2,7 Prozent. Bei den Ausfuhren in die Nicht-EU-Länder, die den Ausführrückgang in Europa bislang kompensierten, stand im September zwar ein leichter Zuwachs. Mit einem Ausfuhrplus von nurmehr 1,8 Prozent auf 39,2 Milliarden Euro hat sich die Nachfragedynamik hier jedoch erheblich abgeschwächt (August: +13,0% gegenüber Vorjahresmonat).


Für Schwarzmalerei sei jedoch trotz des Rückgangs BGA-Chef Börner nach kein Raum. „Die Einbrüche schmerzen, aber sie haben nicht das Niveau aus der Finanzkrise“, so der Verbandschef. Auch verzeichne der deutsche Außenhandel das bisherige Gesamtjahr betrachtet ein durchaus erfreulich stabiles Wachstum. Dem Statistikamt zufolge weisen die Exporte kumuliert von Januar bis September eine Wachstumsrate von 4,1 Prozent aus. Dies allerdings allein aufgrund der starken Nachfrageentwicklung in den Nicht-EU-Ländern, die aus Deutschland in den ersten drei Quartalen 10,4 Prozent mehr Waren bezogen aus als im Vorjahreszeitraum. Bei den Exporten in die EU-Mitgliedsstaaten steht dagegen insgesamt ein Ausfuhrrückgang um 0,2 Prozent (Eurozone: -2,1%; Nicht-Euro-Staaten: +3,8%).

Woran es Börner zufolge derzeit fehle, seien neue Impulse, die den Außenhandel beleben könnten. „Vielmehr beobachten wir mit großer Sorge die Zunahmen von protektionistischen Maßnahmen in Osteuropa“, so der BGA-Chef. Wie Volker Treier, Außenwirtschaftschef beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), gegenüber Reuters erklärte, bestehe allerdings die Hoffnung, „dass Europa die Talsohle erreicht hat". Bis sich das in den Exporten niederschlage, werde es laut Treier aber noch ein bisschen dauern. Ein Risiko seien allerdings die USA. Hier liefen die Geschäfte bislang zwar sehr gut. "Sollte es aber zum Jahresbeginn zu automatischen Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen kommen, kann das die Wirtschaft belasten. Das nächste Jahr wird also zäh", so der Außenhandelsexperte gegenüber Reuters.
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