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News, 13.12.2011
Dämpfer für die Industrie
Deutsche Exporte im Oktober eingebrochen
Die weltweite Konjunkturabkühlung hat im Oktober die deutschen Exporte unerwartet stark zurückgehen lassen. Besonders schwach entwickelten sich die Ausfuhren in die Eurozone-Länder.
Trotz des Rückgangs erwartet der BGA auch für 2012, dass die Exporte ingesamt im Jahresdurchschnitt weiter deutlich steigen.
Trotz des Rückgangs erwartet der BGA auch für 2012, dass die Exporte ingesamt im Jahresdurchschnitt weiter deutlich steigen.
Die deutsche Exportwirtschaft gerät ins Stocken. Wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte, verzeichnete die deutsche Wirtschaft im Oktober gegenüber September kalender- und saisonbereinigt einen Rückgang der Exporte um 3,6 Prozent auf 89,2 Milliarden Euro. Ökonomen hatten zwar ein Abflauen der Exportdynamik gegenüber September erwartet, allerdings lediglich um 1,3 Prozent. In September waren die deutschen Ausfuhren noch um 1,0 Prozent und im August sogar um 3,2 Prozent auf Monatssicht gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wiesen die Exporte im Oktober eine Wachstumsrate von 3, 6 Prozent auf. Im September und August hatte die Jahreswachstumsrate der deutschen Ausfuhren noch 10,6 bzw. 14,2 Prozent betragen. Die deutschen Importe lagen mit einem Gesamtvolumen von 77,6 Milliarden Euro im Oktober 8,6 Prozent über dem Vorjahresniveau, sanken gegenüber September aber ebenfalls um 1,0 Prozent.

Maßgeblich verantwortlich für den Einbruch der Exporte waren insbesondere stark rückläufige Ausfuhren in die Eurozone, die mit einem Exportanteil von knapp 40 Prozent den wichtigsten Absatzmarkt der deutschen Wirtschaft markiert: Während die Warenlieferungen in die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) mit einem Gesamtwert von 52,4 Milliarden Euro im Oktober insgesamt auf Jahressicht noch einen leichten Zuwachs um 0,8 Prozent auswiesen, stand bei den Exporten in die Eurozone-Länder mit einem Volumen von 34,8 Milliarden Euro binnen Jahresfrist ein Ausfuhrrückgang um 0,4 Prozent zu Buche. Weiter aufwärts gerichtet blieben dagegen die Warenlieferungen in die EU-Mitgliedsstaaten, die nicht der Eurozone angehören, wo deutsche Exporteure mit einem Gesamtvolumen von 17,7 Milliarden Euro auf Jahressicht ein Ausfuhrplus von 3,2 Prozent verzeichneten. Die Exporte in Länder außerhalb der EU beliefen sich auf 36,8 Milliarden Euro. Sie stiegen mit einem Zuwachs um 8,3 Prozent auf Jahressicht am stärksten.

Während die Exporte aus den EU-Mitgliedsstaaten nur leicht den Vorjahresstand überschritten, legten die deutschen Importe aus Europa deutlich zu. Dem Statistikamt zufolge beliefen sich die  Wareneinfuhren aus den EU-Mitgliedsstaaten im Oktober auf einem Volumen 49,2 Milliarden Euro, was im Vergleich zum Vorjahresmonat einem Plus von 7,3 Prozent entspricht. Mehr als zwei Drittel der deutschen Importe entfielen dabei auf die Eurozone, aus deren Mitgliedsstaaten die deutsche Wirtschaft mit einem Einfuhrvolumen von 33,8 Milliarden Euro 6,2 Prozent mehr importierte als im Jahr zuvor. Die Warenlieferungen aus den EU-Ländern, die nicht der Eurozone angehören, erhöhten sich mit 15,4 Milliarden Euro binnen Jahresfrist sogar um 10,2 Prozent. Die deutschen Importe aus Nicht-EU-Ländern beliefen sich auf 28,5 Milliarden Euro. Sie lagen im Oktober sogar 10,9 Prozent über dem Vorjahresniveau.

„Deutschland erweist sich in der Eurokrise als Zugpferd für die europäische Wirtschaft“, kommentierte Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA),  die aktuellen Außenhandelszahlen. Auch wenn die deutschen Ausfuhren dem BGA-Chef zufolge nicht mehr mit zweistelligen Wachstumsraten aufwarten könnten, hätten sie sich dennoch insgesamt auch im Oktober weiter positiv entwickelt. „Die jüngsten Zahlen ausländischer Auftragseingänge erlauben insgesamt, verhalten optimistisch in die Zukunft zu schauen“, konstatierte Börner. Für das Gesamtjahr 2011 erwartet der Verband ein nominales Wachstum der Exporte um 12 Prozent auf 1,075 Billiarden Euro, wobei die Billiarden-Euro-Marke bereits am 6. Dezember überschritten wurde. Im Boomjahr 2008 hatte die deutsche Wirtschaft diese historische Marke noch knapp verfehlt. Im Jahr 2012 geht der Verband von einem weiteren Zuwachs der Exporte um mindestens sechs Prozent auf etwa 1,14 Billiarden Euro aus.

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