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News, 23.04.2015
Erdöl fast ein Viertel günstiger
Deutsche Erzeugerpreise weiter auf Talfahrt
Die Preise für Industrieerzeugnisse sind im März auf Produzentenebene den 20. Monat in Folge unter dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen. Deutlich nach unten zeigten einmal mehr vor allem die Erzeugerpreise für Energie.
Auch Nahrungsmittel waren teils deutlich günstiger, allen voran Zucker: Hier lagen die Preise ein Drittel unter dem Niveau von März 2014.
Auch Nahrungsmittel waren teils deutlich günstiger, allen voran Zucker: Hier lagen die Preise ein Drittel unter dem Niveau von März 2014.
Wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat, lagen die Preise für gewerbliche Produkte auf Erzeugerebene im März im Durchschnitt 1,7 Prozent unter dem Niveau von März 2014. Das war der 20. Monat in Folge, in dem sich Erzeugnisse des Produzierendes Gewerbe und aus der Landwirtschaft auf der ersten Vermarktungsebene im Jahresvergleich verbilligten. Einen Anstieg des Index der Erzeugerpreise gab es zuletzt in Deutschland im Juni 2013 (+ 0,1 % im Jahresvergleich). Gegenüber Februar blieb der Index nahezu konstant (+ 0,1 %).

Rund zwei Drittel des Rückgangs der Jahresveränderungsrate war auf die Preisentwicklung bei Energie zurückzuführen. Hier lagen die Preise im März durchschnittlich 4,7 Prozent unter dem  Niveau des Vorjahresmonats. Besonders starke Preisrückgänge wies der Index für Mineralölerzeugnisse aus, die sich auf Jahressicht im Schnitt um 13,1 Prozent verbilligten. Die Preise für Flüssiggas als Kraft- oder Brennstoff unterschritten das Vorjahresniveau sogar um 28,5 Prozent, Bitumen aus Erdöl und leichtes Heizöl kosteten durchschnittlich 22,8 bzw. 22,7 Prozent weniger als im März 2014. Bei Diesel und Benzin waren es immerhin noch 11,7 bzw. 7,6 Prozent, die Bezieher im Vergleich zum Vorjahresmonat sparten. Auch Strom und Erdgas waren deutlich günstiger als März 2014. Hier unterschritten die Preise das Vorjahresniveau im Schnitt um 4,6 bzw. 4,0 Prozent. Die Preise für Energie herausgerechnet verbilligten sich gewerbliche Produkte auf Erzeugerebene im Durchschnitt lediglich auf Jahressicht um 0,5 Prozent.

Nahrungsmittelpreise weiter rückläufig, Investitionsgüter teurer


In Durchschnitt abwärts gerichtet waren auch die Preise für Vorleistungsgüter (Güter, die  im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden). Hier unterschritten die Preise das Vorjahresniveau im Schnitt um 1,1 Prozent (+ 0,1 % gegenüber Februar). Für chemische Grundstoffe mussten Bezieher sogar durchschnittlich 7,5 Prozent weniger zahlen als im März 2014, Futtermittel für Nutztiere  und Getreidemehl verbilligten sich im Schnitt um 7,2 bzw. 6,8 Prozent auf Jahressicht. Die Preise für Walzstahl lagen durchschnittlich 4,3 Prozent unter dem Vorjahresstand, Metalle waren dagegen im Durchschnitt 1,6 Prozent teurer als im März 2014. Preistreiber waren hier vor allem Nicht-Eisen-Metalle und entsprechendes Halbzeug, die sich auf Jahressicht im Schnitt um 11,5 Prozent verteuerten.

Auch Verbrauchsgüter kosteten im Durchschnitt weniger als im Vorjahresmonat. Sie verbilligten sich gegenüber März 2014 trotz leichtem Anstieg gegenüber Februar (+ 0,3 %) im Schnitt um 1,3 Prozent (darunter Bekleidung: + 1,5 %). Nahrungsmittel kosteten im Durchschnitt sogar 2,6 Prozent weniger als März 2014, wobei hier unter anderem der Preisverfall bei Zucker, der sich im Schnitt auf Jahressicht um 33,6 Prozent verbilligte, das Preisniveau nach unten drückte. Auch Milch und Butter kosteten erheblich weniger. Hier unterschritten die Preise das Niveau des Vorjahresmonats im Schnitt um 13,6 bzw. 10,6 Prozent. Gegenüber Februar zogen allerdings die Butterpreise kräftig an (+ 9,1 %). Obst- und Gemüseerzeugnisse verbilligten sich ebenfalls im Durchschnitt binnen Jahresfrist um 3,3 Prozent. Kaffee war dagegen erheblich teurer als im März 2014. Hier schossen die Preise binnen Jahresfrist um 14,6 Prozent nach oben. Auch Süßwaren kosteten deutlich mehr (+ 4,6 % gegenüber März 2014). Gleiches galt für Brot und Brötchen (+ 2,4 %).

Investitionsgüter verteuerten sich dagegen gegenüber März 2014 im Schnitt um 0,8 Prozent. Hier standen kräftigen Preisrückgängen bei tragbaren Computer wie Notebooks und Tablets (- 9,5 %) leichte Preisanstiege bei elektrischen Ausrüstungen (+ 0,9 %) und Maschinenbauerzeugnissen (+ 0,8 %) gegenüber. Gebrauchsgüter verteuerten sich im Schnitt noch etwas stärker. Sie kosten durchschnittlich 1,1 Prozent mehr als Vorjahresmonat.

cs/Destatis

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