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News, 12.06.2012
Sinkende Auftragseingänge
Deutsche Elektroindustrie im Sog der Eurokrise
Die Eurokrise lässt den Auftragseingang der Elektroindustrie in Deutschland weiter sinken. Noch zeigt sich die Elektrobranche dem Zentralverband zufolge allerdings robust.

Der Auftragseingang der deutschen Elektroindustrie setzt seine Talfahrt fort. Wie der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZWEI) berichtet, mussten Deutschlands Elektrounternehmen im April erneut auf Jahressicht einen Rückgang der Bestellungen um fünf Prozent hinnehmen. Damit lag der Auftragseingang der deutschen Elektronindustrie seit Oktober letzten Jahres den siebten Monat in Folge unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Wie Dr. Andreas Gontermann, Chefvolkswirt des ZVEI, ergänzte, müsse die Entwicklung der Auftragseingänge allerdings im Kontext „immer noch vergleichsweise hoher 2011er Werte“ betrachtet werden. Am stärksten sanken die Bestelleingänge aus dem Ausland, wo im April laut Gontermann ein Minus von sechs Prozent zu Buche stand. Die Orders aus dem Inland sanken binnen Jahresfrist um fünf Prozent. Die Erlöse deutscher Elektronikunternehmen gingen ebenfalls auf Jahressicht zurück. Sie fielen Gontermann zufolge im April mit insgesamt rund 13,4 Milliarden Euro um ein Prozent geringer aus als im Vergleichszeitraum 2011.

Über den Zeitraum Januar bis April betrachtet verlor der Auftragseingang binnen Jahresfrist um fünf Prozent an Fahrt, wobei sich die Orders aus dem Ausland um fünf Prozent und die aus dem Inland um vier Prozent verringerten. Bei den Bestellleingängen aus den Eurozone-Ländern verzeichnete die deutsche Elektronikbranche sogar insgesamt in diesem Zeitraum einen Rückgang binnen Jahresfrist um sechs Prozent. Beim Umsatz stand dagegen in der Vier-Monatsbetrachtung mit 56,2 Milliarden Euro auf Jahressicht ein leichtes Plus von 0,5 Prozent. „Während die Inlandserlöse um zweieinhalb Prozent auf 29,4 Mrd. Euro zugelegt haben, gingen die Auslandserlöse um knapp zwei Prozent auf 26,8 Mrd. Euro zurück. Die Geschäfte mit den Euro-Partnern gaben dabei vergleichsweise stärker um zweieinhalb Prozent nach“, so der Verband.

Elektroindustrie bewertet Lage dennoch insgesamt noch als zufriedenstellend

Trotz der rückläufigen Auftragsentwicklung sieht die Mehrheit der Elektrounternehmen keinen Grund für Krisenstimmung. Zwar bewerteten die Unternehmen im April sowohl die aktuelle Lage als auch die Geschäftsaussichten in den kommenden sechs Monaten nicht mehr ganz so gut wie noch im März. Dem Verband nach stuften allerdings noch immer neun von zehn befragten Firmen ihre Lage nach wie vor als (sehr) gut oder als stabil ein. Auch gehe ein fast ebenso so hoher Anteil (86%) im nächsten Halbjahr von einer (weiteren) Verbesserung oder wenigsten stabilen Entwicklung der Geschäftsaussichten aus.

Die nach wie vor  vergleichsweise zufriedenstellende Lage der Elektroindustrie zeigt auch der Blick auf die Produktion. So überstieg der Ausstoß der Elektrobranche im April das Vorausniveau inflationsbereinigt um ein Prozent. Im Zeitraum Januar bis April erhöhte sich die Produktion auf Jahressicht nach Auskunft des Verbands sogar um drei Prozent. „Zwar sind die Produktionspläne der Elektrounternehmen im Mai 2012 etwas nach unten revidiert worden, per Saldo bleiben sie aber im Plus“, erklärte Gontermann. So planten Verband zufolge 17 Prozent der Firmen in den kommenden drei Monaten ihren Ausstoß zu erhöhen und weitere 74 Prozent ihr Produktionsniveau stabil zu halten. Nur neun Prozent der Elektronikunternehmen planten eine Drosselung der Produktion.

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