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News, 09.02.2016
Rückgang des Erzeugerpreisindex
Deutlich niedrigere Erzeugerpreise im Jahr 2015
Kräftige Preisrückgänge bei Energie sowie rückläufige Verkaufspreise bei Vorleistungs- und Verbrauchsgütern haben das Erzeugerpreis-Niveau im letzten Jahr so stark nach unten gedrückt wie seit 2009 nicht mehr.
Vorleistungsgüter, die in den Produktionsprozess eingehen, verbilligten sich ebenfalls im Jahresvergleich (Bild: PantherMedia / tov_tob)
Vorleistungsgüter, die in den Produktionsprozess eingehen, verbilligten sich ebenfalls im Jahresvergleich (Bild: PantherMedia / tov_tob)

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamt (Destatis) lagen die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Jahr 2015 durchschnittlich 1,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Wie die Statistikbehörde hierzu mitteilte, war das der stärkste Rückgang seit dem Krisenjahr 2009. Damals waren die Erzeugerpreise im Jahresmittel sogar um 4,2 Prozent gesunken. Auch im Abschlussmonat gaben die Erzeugerpreise weiter nach. Hier ergab sich gegenüber Dezember 2014 ein um 2,3 Prozent geringeres Preisniveau und auf Monatssicht das fünfte Mal in Folge einen Rückgang um durchschnittlich 0,5 Prozent.

Rückgang zu gut zwei Drittel der Energiepreisentwicklung geschuldet

Hauptverantwortlich für den stärksten Rückgang des Erzeugerpreisindex seit sechs Jahren war der Preisverfall bei Energieprodukten. Sie verbilligten sich im Jahresvergleich auf Produzentenebene im Schnitt um 5,4 Prozent. Besonders starke Preisrückgänge zeigten sich bei Mineralölerzeugnissen, die im Durchschnitt 14,8 Prozent weniger kosteten als im Jahr 2014.  Auch Strom war deutlich günstiger. Hier unterschritten die Preise das Vorjahresniveau im Schnitt um 5,7 Prozent, wobei hiervon jedoch in erster Linie die Weiterverteiler profitieren, die durchschnittlich 10,5 Prozent weniger zahlen mussten als im Jahr davor. Privathaushalte sparten lediglich im Durchschnitt 0,9 Prozent. Ähnlich das Bild bei Erdgas. Hier fielen die Preise im Jahresvergleich für Unternehmen aus der Industrie im Schnitt um 7,5 Prozent, für Verbraucher dagegen lediglich um 1,0 Prozent (insgesamt: - 4,6 %).

Rechnet man den Preisverfall bei Energie heraus, ergibt sich für den Index der Erzeugerpreise lediglich ein Rückgang binnen Jahresfrist um 0,5 Prozent. 2014 waren die Erzeugerpreise ebenfalls im Schnitt gesunken, die Preisentwicklung von Energie herausgerechnet, allerdings lediglich um 0,1 Prozent.

Auch Verbrauchs- und Vorleistungsgüter günstiger

Niedrigere Einkaufspreise hatte auch das Produzierende Gewerbe beim Bezug von Vorleistungsgütern. Sie verbilligten sich im Durchschnitt insgesamt im Jahresvergleich um 1,2 Prozent. Hier wirkten sich am stärksten die Preisrückgänge bei chemischen Grundstoffen aus, die im Jahresmittel durchschnittlich 5,7 Prozent weniger kosteten als im Jahr 2014. Auch Metalle waren deutlich günstiger (- 1,5 %). Hier setze sich die Preistalfahrt vom Vorjahr fort (2014: - 2,5 %). Anders bei elektronischen integrierten Schaltungen. Sie verteuerten sich im Jahresmittel um stolze 11,5 Prozent.

Auch Verbrauchsgüter waren insgesamt im Jahresmittel günstiger. Sie verbilligten sich im Schnitt um 1,1 Prozent. Überdurchschnittlich starke Preisrückgänge gab es hier vor allem bei Nahrungsmitteln, wo die Preise durchschnittlich 2,3 Prozent unter denen von 2014 lagen. Massiv nach unten ging es mit den Preisen unter anderem bei Zucker, der im Jahresmittel gut ein Viertel günstiger zu haben war als im Jahr zuvor (- 27,2 %). Auch der Milchpreis stürzte im Vergleich zum Vorjahr ab (- 13,4 %). Bei den Kaffeepreisen zeigte die Entwicklung die andere Richtung. Sie erhöhten sich im Schnitt um 6,0 Prozent. Auch bei Süßwaren zog das Preisniveau im Jahresmittel deutlich an (+ 4,4 %).

Gebrauchsgüter verteuerten sich dagegen merklich. Hier zogen die Erzeugerpreise insgesamt um 1,3 Prozent im Jahresmittel an. Deutliche Preisanstiege zeigten sich hier beispielsweise im Dezember im unter anderem bei Schmuck (+ 8,8 %), Spielwaren (+ 2,4 %), Bekleidung (+ 1,4 %) und bei Möbeln (+ 1,2 %). Investitionsgüter kosteten dagegen im Schnitt nur 0,8 Prozent mehr als im Jahr 2014, wobei die Preisentwicklung hier sehr unterschiedlich ausfiel. So standen hier zum Beispiel im Dezember deutlichen Preisanstiegen bei mobilen Computern (+ 5,4 %) leicht rückläufige Preise von Metallerzeugnissen (- 0,2 %) gegenüber.

cs/ Destatis

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