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News, 24.07.2012
Datenschutz-Studie
Datenklau durch Mitarbeiter weit verbreitet
Laut einer aktuellen Studie ist der Datenklau durch Angestellte im Büro in Unternehmen gang und gäbe. Besonders problematisch: Mehr als die Hälfte der geklauten Daten sind sensible Kundendaten.
Die zunehmende Mobilisierung des Arbeitsalltags durch Smartphones, Tablets & Co. wird der interne Datenschutz für Unternehmen umso schwieriger.
Die zunehmende Mobilisierung des Arbeitsalltags durch Smartphones, Tablets & Co. wird der interne Datenschutz für Unternehmen umso schwieriger.
Die Gefahren für den Datenschutz in Unternehmen lauern oft viel mehr im Innern als im Außen. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Informationsmanagement-Anbieters Iron Mountain.  Danach hat rund dritte Büroarbeiter in Europa schon einmal vertrauliche Unternehmensdaten entwendet, weitergeleitet oder entfernt. Der Studie nach war allerdings nur gut der Hälfte der befragten Angestellten bei jedem der Verstöße klar, dass die entwendeten Informationen bzw. Daten vertraulich waren. Immerhin ein Drittel war sich dessen jedoch nicht bewusst, genauso wenig wie des Umstands, dass es sie die Arbeitsstelle kosten könnte. In Deutschland waren sich sogar zwei Drittel der Büroarbeiter (66,6%), die gegen bestehende interne Datenschutzbestimmungen verstießen, darüber nicht im Klaren.

Besonders weit verbreitet ist der Datenklau im Zuge eines Arbeitgeberwechsels. Bei dieser Gelegenheit nahm von den 2.000 in Europa befragten Büroangestellten sogar bereits rund jeder Zweite (51%) schon mindestens einmal vertrauliche Unternehmensdaten mit. Besonders beliebt bei deutschen Büroarbeitern sind in diesem Kontext Unternehmenspräsentationen sowie die Datenbank mit Kundenkontakten: Sie transferierten 57,4 bzw. 53,7 Prozent der „Datenklauer“ schon einmal mit in ihren neuen Job. Mehr als ein Drittel (35,2%) entfernte auch alle Dokumente, an deren Entstehungsprozess sie beteiligt waren, aus dem Unternehmensnetzwerk. Strategische Pläne wechselten in 29,6 Prozent der Fälle in dieser Form die Seiten. „In all diesen Fällen handelt es sich um extrem sensible und wertvolle Unternehmensdaten, deren Verlust im kritischen Fall zu Wettbewerbsvorteilen für die Konkurrenz sowie zu Verlust der Markenreputation und dem Kundenvertrauen führen kann“, so Iron Mountain.

Treiber des Datendiebstahls ist der Studie nach jedoch zumeist nicht etwa Arglist oder kriminelle Energie, sondern vielmehr, dass die Mitarbeiter meinen, Anspruch auf das Datenmaterial zu haben, oder dass sie diese Daten für die neue Arbeitsstelle brauchen können. So erklärten beispielsweise gut zwei Drittel der befragten deutschen Office-Angestellten, die sich schon einmal mit unternehmenseigenem Datenmaterial versorgten, am Entstehungsprozess der Dokumente maßgeblich beteiligt gewesen zu sein und aus diesem Grund auch die Berechtigung empfänden, diese Daten mitzunehmen. Auch gaben 63 Prozent der in Deutschland Befragten an, dass sie der Meinung gewesen seien, die Daten seien nützlich für den nächsten Job. Europaweit begründeten laut Iron Mountain sogar 71 Prozent mit letzterem Aspekt den Datenklau.

„In ganz Europa verschärfen Unternehmen ihre Datenschutz-Richtlinien, um der neuen EU-Gesetzgebung gerecht zu werden. Umso beunruhigender ist es zu sehen, dass Mitarbeiter scheinbar sorglos ihre Arbeitsplätze mit hochsensiblen Daten verlassen“, so Hans-Günter Börgmann, Geschäftsführer der Iron Mountain Deutschland GmbH. „Beschäftigen sich Unternehmen mit der Informationssicherheit, tendieren sie dazu, sich auf die Sicherung der digitalen Daten zu fixieren und vergessen dabei schnell das Papier und vor allem den Faktor Mensch.“ Letzterer erlangt der Studie zufolge umso größere Bedeutung, wenn ein Mitarbeiter unfreiwillig aus dem Unternehmen scheidet. So gab europaweit ein Drittel der befragten Office-Angestellten an, im Falle einer Kündigung vertrauliche Informationen sogar gezielt zu entfernen oder weiterzugeben. Deutsche Angestellte zeigen hier das meiste Verantwortungsbewusstsein: Von ihnen würden bei einer arbeitgeberseitigen Kündigung nur 22,1 Prozent vertrauliche Informationen entfernen oder teilen. In Frankreich täten dies dagegen 35,5 Prozent der Angestellten, in Großbritannien 34,1 Prozent und in Spanien 30,3 Prozent.

„Die Ergebnisse unterstreichen deutlich die Notwendigkeit für Informationsmanagementrichtlinien im Unternehmen. Diese sollten eng mit der Personalabteilung als Teil eines Corporate Information Responsibility Programmes entwickelt werden“, so Börgmanns Fazit. „Dabei dürfen Firmen jeglicher Größe und Branche nicht vergessen, wie sie mit aus dem Unternehmen ausscheidenden Mitarbeitern umgehen. Wichtig ist, hier entsprechende Richtlinien zu entwickeln, die es einzuhalten gilt.“
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