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DIHK: Ausbildungsreife lässt zu wünschen übrig

Trotz der tiefsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten gibt es in Deutschland keine Ausbildungskrise: So zumindest analysiert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) http://www.dihk.de die Lage auf dem Lehrstellenmarkt.
(PM) Nürnberg/Düsseldorf, 29.10.2009 - Unternehmen klagen über fehlende Soft Skills bei Schulabgängern

Nürnberg/Düsseldorf, 29. Oktober 2009 - Trotz der tiefsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten gibt es in Deutschland keine Ausbildungskrise: So zumindest analysiert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) www.dihk.de die Lage auf dem Lehrstellenmarkt. Nach den Worten von DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben gelingt es demnach, „jedem, der kann und will, ein Angebot auf Ausbildung zu machen". Die Industrie- und Handelskammern registrierten bis Ende September fast 312.000 neue Ausbildungsverträge und damit 9,2 Prozent weniger als im Vorjahr. In Westdeutschland beträgt der Rückgang 8,3 Prozent, in Ostdeutschland 13,2 Prozent. „Der Rückgang der Ausbildungsverträge sagt aber nichts über die Ausbildungschancen der Jugendlichen in diesem Jahr", betonte Wansleben in Nürnberg. Neben dem demografisch bedingten Bewerberrückgang spielten die Wirtschafts- und Finanzkrise sowie die mangelnde Ausbildungsreife vieler Jugendlicher eine Rolle. Tatsächlich wird es insbesondere für Handwerksbetriebe immer schwieriger, geeignete Bewerber für ihre Ausbildungsplätze zu finden. Nicht nur die Bewerberzahlen gehen in den nächsten Jahren deutlich zurück, auch die mangelnde Bildungsqualität macht vielen Betrieben schon heute zu schaffen. Das zeigen auch Untersuchungen des Instituts Arbeit und Technik (IAT) www.iat.eu der Fachhochschule Gelsenkirchen. „Die Nachwuchsprobleme nehmen zu, vor allem dann, wenn es nicht gelingt, Schulversagen deutlich zu reduzieren und die Bildungsqualität ebenso deutlich zu steigern", so die IAT-Wissenschaftler Franz Lehner und Katharina Rolff.

In einer Befragung, die im letzten Jahr vom Lehrstuhl für angewandte Sozialforschung der Ruhr-Universität Bochum www.ruhr-uni-bochum.de und dem IAT in Kooperation mit den Handwerkskammern Münster, Düsseldorf und Dortmund unter rund 1.200 Handwerksbetrieben im nördlichen Ruhrgebiet durchgeführt wurde, meldeten rund 35 Prozent aller Betriebe, dass sie Schwierigkeiten haben, geeignete Bewerber mit Hauptschulabschluss zu finden. Bei Bewerbern mit Realschulabschluss oder Abitur wird es sogar für 52 Prozent der Betriebe problematisch. Selbst jene Handwerksbereiche, die als besonders attraktiv gelten, insbesondere das Elektro- und Metallgewerbe, haben Schwierigkeiten bei der Rekrutierung. Besondere Probleme auf der fachlichen Ebene bereiten Mathematik und Deutsch. Computerkenntnisse werden kaum als Problem benannt, aber in Anbetracht der veränderten Anforderungen an das Handwerk und seiner Auszubildenden geben die Klagen über fehlende „Soft Skills" laut IAT-Analyse Anlass zur Sorge.

„Bei allen Diskussionen um die Modernisierung des Bildungssystems kommt oft noch der Praxisbezug zu kurz“, weiß auch Udo Nadolski, Geschäftsführer des auf Technical Recruitment und Outsourcing Services spezialisierten Beratungshauses Harvey Nash www.harveynash.de in Düsseldorf. Für Nadolski geht es auch in der Schule längst nicht mehr nur darum, bloßes Lehrbuchwissen zu verinnerlichen. „Eigeninitiative und Engagement lassen sich nicht im Lehrplan verankern“, so Nadolski. Fehlende Selbstständigkeit und Einsatzbereitschaft sowie schlecht ausgebildete Kommunikationsfertigkeiten seien Ausdruck eines praxisfernen Systems. Nach Ansicht von Franz Lehner zeigen sich hier „generelle Probleme des deutschen Schulsystems, seine überkommenen Bildungsstrukturen und Methoden: veraltete Unterrichtsformen, überladene Curricula und starke Selektivität sind wenig geeignet, Selbstständigkeit, Einsatzbereitschaft und Kommunikationsfähigkeit zu fördern." Die IAT-Wissenschaftler schlagen daher vor, Kooperationsbemühungen zwischen Schulen und Unternehmen zu intensivieren.

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