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News, 06.12.2011
D21-Studie
Digitale Medienkompetenz in Deutschland stagniert
Deutschland ist auf dem Weg zur digitalen Gesellschaft 2011 laut einer Dauerstudie kaum vorangekommen. Danach ist weiter mehr als jeder vierte Bundesbürger in Sachen Internet & Co. ein digitaler Außenseiter.
Gerade einmal neun Prozent der digitalen Außenseiter verfügen über einen privaten Internetzugang.
Gerade einmal neun Prozent der digitalen Außenseiter verfügen über einen privaten Internetzugang.

Die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland ist nach wie vor nicht Teil der digitalen Gesellschaft. Das geht aus der dritten Ausgabe der Studie „Die digitale Gesellschaft in Deutschland – Sechs Nutzertypen im Vergleich“ der Initiative D21 hervor. Danach können  erst 38 Prozent der Deutschen im Umgang mit digitalen Medien als souverän bezeichnet werden. Damit ist der Anteil der sogenannten „Digitalen Souveränen“ 2011 gerade mal um einen Prozentpunkt gestiegen (2010: 37%).

Kaum Veränderungen bei den Nutzergruppen

Die Stagnation der digitalen Medienkompetenz spiegelt sich auch darin wider, dass es anteilsmäßig zwischen den sechs Nutzertypen kaum Bewegung gab. So stellen die „Digitalen Außenseiter“, für noch immer mehrheitlich selbst Internet und E-Mail böhmische Dörfer sind, mit einem Anteil von 26 Prozent an der Gesamtbevölkerung (2010: 28%) und die „Gelegenheitsnutzer“ mit einem unveränderten Anteil von 28 Prozent weiter die beiden größten Nutzergruppen dar. Der Anteil der mit den gängigen digitalen Anwendungen vertrauten „Berufsnutzer“ blieb mit sieben Prozent dagegen gleich, während der Anteil der privat digital sehr gut ausgestatteten und auch mobil im Internet aktiven „Trendnutzer“ auf 21 Prozent leicht zunahm (2010: 20%). Bei den zur digitalen Elite zählenden Nutzergruppen, nämlich den mit professionellen Kenntnissen und Fähigkeiten ausgestatteten „Digitalen Profis“ (12%) und der „Digitalen Avantgarde“ (5%), die täglich rund acht Stunden am PC und neun Stunden im Internet zubringt, konnten dagegen im Vergleich zum Vorjahr keine Veränderungen gemessen werden. „Fasst man die Gruppen der ‚Digitalen Außenseiter‘, der ‚Gelegenheitsnutzer‘ und der ‚Berufsnutzer‘ zusammen, so gelten 62 Prozent der Gesellschaft als ‚Digital wenig Erreichte‘“, so die Initiative D21 in ihrem Bericht.

Digitale Außenseiter holen aber etwas auf

Während die Anteile der jeweiligen Nutzertypen weitgehend konstant blieben, zeigt die Studie innerhalb der Nutzergruppen jedoch durchaus eine Reihe von Entwicklungen. Das gilt vor allem für das digitale Potenzial der Digitalen Außenseiter: Während 2010 nur 27 Prozent von ihnen einen Computer besaßen, verfügen inzwischen bereits fast vier von zehn Befragten dieser Nutzergruppe (38%) über einen PC bzw. Laptop. Zugleich hat sich der Anteil derer, die über einen privaten Internetzugang verfügen, von vier auf neun Prozent mehr als verdoppelt. Selbst das mobile Internet hält bei den Digitalen Außenseitern langsam Einzug, demnach inzwischen drei Prozent von ihnen auch mobil im Netz aktiv sind (2010: 0%). „Die mobile Technologie wird das Leben und Arbeiten in den kommenden Jahren nochmals revolutionieren und einen ganz entscheidenden Anteil an der Entwicklung der digitalen Gesellschaft in Deutschland haben“, kommentierte Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21.

„Digitale Souveräne“ auch außerhalb des Internets aktiver

Im Rahmen der Dauerstudie wurde erstmals auch das Freizeitverhalten abgefragt und mit Blick auf die beiden Hauptgruppen „Digitale Souveräne“ und „Digital wenig Erreichte“ verglichen. Dabei ergab die Studie, dass  sich die Freizeitaktivitäten teils deutlich unterscheiden. Und dies anders, als man vordergründig denken könnte. Der Studie nach sind Digitale Souveräne nämlich weit davon entfernt, die Freizeit nur vor dem Computer, Notebook oder Tablet zuzubringen. Im Gegenteil! Zwar surfen sie in ihrer Freizeit wie erwartet weitaus häufiger im Internet, sind zugleich aber dennoch vielfach abseits Internet & Co. aktiver als der Bevölkerungsanteil, der mit digitalen Welt bislang nur wenig anzufangen weiß: Sie betreiben mehr Sport, gehen öfter aus und spielen auch häufiger ein Musikinstrument, während die „Digitale wenig Erreichten“ in ihrer Freizeit etwas mehr zum Fernsehen, zum Lesen oder zum Spaziergehen neigen.  D21 zufolge werde dabei in der Analyse deutlich, dass sich das unterschiedliche Freizeithalten nicht alleine mit dem großen Unterschied des Durchschnittsalters beider Gruppen (Digitale Souveräne: 36,9 Jahre;  Digital wenig Erreichte: 53,6 Jahre) erklären lässt, da auch jüngere „Digital wenig Erreichte“ sportlich weniger aktiv sind und seltener musizieren.

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