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News, 12.05.2015
Cloud Computing
Die sieben größten Cloud-Mythen
Während Cloud-Technologien unaufhaltsam den IT-Alltag erobern, scheiden sich am Für und Wider nach wie vor die Geister. Grund dafür sind unter anderem einige Cloud Computing-Mythen, die sich hartnäckig halten.
Ein Vorurteil, mit dem vor allem sog. Public Cloud-Anbieter zu kämpfen haben, ist, dass (öffentliche) Clouds nicht sicher seien.
Ein Vorurteil, mit dem vor allem sog. Public Cloud-Anbieter zu kämpfen haben, ist, dass (öffentliche) Clouds nicht sicher seien.
Die Zahl der Unternehmen in Deutschland, die sich mit dem Thema Cloud Computing befassen, steigt. Laut BITKOM wird der Markt im Bereich Business im laufenden Jahr um rund 46% auf 6,4 Mrd. EUR wachsen. Auch außerhalb des Arbeitsplatzes greifen immer mehr Anwender zur Cloud. So gehört das Teilen von Urlaubsfotos über die Dropbox oder das Erstellen von Playlists mit Sound Cloud längst nicht mehr zur Seltenheit. Dennoch herrschen auf Anwenderseite noch immer viele Vorurteile gegenüber der Cloud vor. Frank Müller, Gründer des neutralen Cloud-Marktplatzes cloud world, klärt über die sieben am weitesten verbreiteten Vorurteile in Sachen Cloud Computing auf.  

1. Die Cloud ist nicht sicher

Das wohl am weitesten verbreitete Vorurteil über die Cloud ist das der mangelnden Sicherheit. Die Angst vor dem Angriff auf sensible Daten oder der komplette Datenverlust ist nach wie vor groß. Der NSA-Skandal hat diese Bedenken zusätzlich untermauert. Die bekannt gewordenen Ausspähungen haben dazu geführt, dass 13 Prozent der Unternehmen konkret geplante Cloud-Projekte hinten angestellt haben und 11 Prozent bestehende Cloud-Lösungen wieder eingestellt haben. Laut Cloud Monitor 2014 stehen Nutzer vor allem der Public Cloud sehr skeptisch gegenüber. Doch wie sicher ist die Cloud tatsächlich? "Grundsätzlich ist es so, dass jedes Computer-System, sei es internetbasiert oder nicht, gehackt werden kann", so Frank Müller. "Meldungen über gehackte Websites und Systeme machen immer wieder die Runde. Dennoch gibt es viele Fälle, in denen die Cloud viel sicherer als lokale Systeme ist. Vor allem Public Clouds größerer Anbieter sind gegenüber der privaten IT-Infrastruktur oder privaten Clouds besser gegen Viren, Datendiebstahl und fehlerhafte Anwendungen, geschützt. Durch Verschlüsselung der in der Cloud gespeicherten Daten kann außerdem noch zusätzlich Schutz eingebaut werden. Entscheidend ist, das individuell passende Cloud-Modell auszuwählen," erklärt der Cloud-Experte. Besonders für Unternehmen ist es zudem sinnvoll eine eigene Cloud-Richtlinie aufzustellen, die alle datenschutzrechtlichen und branchenspezifischen Anforderungen beinhaltet.

2. Die Cloud nimmt Kontrolle über die eigenen Daten

Wer seine Daten in eine Cloud auslagert, verzichtet damit nicht automatisch auf seine Datenschutzrechte. Unter "Privacy Policy" oder auch "Datenschutzrichtlinien" sind bei jedem vertrauensvollen Anbieter Informationen darüber gelistet, was mit den Daten geschieht, wer Zugang zu ihnen haben wird und welche Daten genau verwendet werden dürfen. Wer seine Kundendaten nicht ohne weiteres an einen Cloud-Anbieter geben möchte, der hat mittlerweile diverse Möglichkeiten, um Sicherheitsstandards anhand von Zertifikaten, Siegeln etc. zu überprüfen. Gerade im europäischen Raum zählen Standards wie vom EuroCloud-Verband, den ISO/ IEC-Normen oder auch dem TÜV zu denen, die man berücksichtigen sollte. In allen Fällen sollte man sich aber informieren, wie geprüft wird, was geprüft wird und wie alt das Prüfsiegel eigentlich ist

3. Die Cloud vernichtet Arbeitsplätze


Ein weiterer Irrglaube der gegenüber der Cloud besteht, ist die Annahme, dass durch die Auslagerung der IT-Kompetenz, Arbeitsplätze verloren gehen. Die Nachfrage nach traditionellen IT-Skills wird sich vermutlich durch den vermehrten Einsatz von Cloud-Diensten verringern. Auf der anderen Seite ist anzunehmen, dass die Nachfrage nach Spezialisten im Bereich der Datenorganisation und -aufbereitung für Cloud-Lösungen steigt. Durch den vermehrten Einsatz der Cloud werden in Unternehmen neue Möglichkeiten für hochwertige Aufgaben bedient, die bis dahin gar nicht oder nur extern bedient werden konnten. ITler können sich von den Software-Problemen der Mitarbeiter hin zu intern wichtigeren und neuen innovativen Projekten widmen. Laut IBM bestätigen 65 Prozent der befragten Unternehmen, dass durch den Einsatz der Cloud die IT-Abteilung noch wichtiger geworden ist, da ein erhöhter Wissensbedarf im IT-Bereich entsteht. So kann sich die IT-Abteilung als Mittler und Innovator etablieren und die eigene Position im Unternehmen stärken.

4. Die Cloud lässt sich nicht in bestehende Strukturen implementieren

Mit steigender Unternehmensgröße, wächst auch die Komplexität der Daten. Vor allem mittelständische Unternehmen wagen daher oftmals nicht den Schritt in die Cloud. Sie befürchten Sicherheits-, Compliance- und Verfügbarkeitshürden und haben Bedenken, sich von einem Cloud-Dienstleister abhängig zu machen. Außerdem besteht oft der Irrglaube, dass der Wechsel zur Cloud eine Abkehr der bisherigen Infrastruktur bedeutet und somit getätigte Investitionen wertlos würden. "Cloud Computing bietet Unternehmen weit mehr Flexibilität, da die verschiedenen Cloud-Formen vielfältige Dienste und Lösungsansätze unterstützen und Ressourcen gemäß individueller Anforderungen frei skaliert werden können“, so Cloud-Experte Müller. „Über API-Schnittstellen können Cloud-Anbieter Content dynamisch in bestehende Programme integrieren. Cloud-Dienste ergänzen vorhandene Infrastrukturen und bringen mehr Agilität und Flexibilität für Unternehmer.“

5. Die Cloud ist günstiger

Der Wechsel in die Cloud ist für Unternehmen und Privatpersonen nicht unbedingt günstiger, denn auch preiswerte Anbieter bringen Eigenkosten mit sich, wie z.B. Bandbreitenanforderungen, welche zur Folge haben, dass Nutzer mitunter zu einem teureren Netztarif wechseln müssen. Nichtsdestotrotz bietet die Cloud Möglichkeiten, Kosten einzusparen. Clouds, die auf effizienten Infrastrukturen basieren, verbessern die Produktivität und tragen grundsätzlich zur Senkung der Kosten bei. SaaS-Provider (Software as a Service) sind hier besonders effizient; sie gehen von einer Auslastung von 70 Prozent oder mehr aus. Die Optimierung der Infrastruktur verbessert Auslastung und Leistung, woraus eine effizientere Cloud-Bereitstellung möglich wird. Über flexible Bezahlmodelle zahlen Cloud-Anwender nur die Ressourcen, die sie tatsächlich nutzen. In der Zukunft könnten Cloud-Lösungen außerdem dazu beitragen, kostenintensive Office-Lösungen zu ersetzen. Bislang gibt es jedoch noch einige Produkte, die sich noch nicht komplett durch die Cloud ersetzen lassen.

6. Die Cloud ist nicht überall nutzbar

Am häufigsten wird die Cloud mit der Möglichkeit von zuhause oder auf Reisen arbeiten zu können, assoziiert. User können ihre Daten beliebig per Cloud-Speicher austauschen und über mobile Endgeräte überall auf Anwendungen und zurückgreifen. Doch was geschieht, wenn man mal keinen Zugang zum Internet hat oder beispielsweise über Funklöcher auf Reisen nicht auf das Netz zugegriffen werden kann? Cloud-Anbieter, wie beispielsweise Dropbox bieten speziell für diese Fälle sowohl einen Online- als auch einen Offline-Client an. Daten können sich also Online gezogen werden und anschließend ganz unkompliziert im Offlinemodus bearbeitet werden. Die Netzqualität und -verfügbarkeit ist in Deutschland noch ein partiell einschränkender Faktor, aber es ist davon auszugehen, dass dieser in den nächsten Jahren verbessert wird. Sowohl die technologischen als auch die organisatorischen Grundlagen sind für den in Deutschland geplanten Ausbau eines zukunftsfähigen und flächendeckenden Glasfasernetzes bereits gelegt. 

7. Die Cloud-Landschaft ist eine karge Service-Wüste

Aus einer Studie der ZHAW in der deutschsprachigen Schweiz geht hervor, dass 42 Prozent der befragten Firmen das Fehlen kompetenter Beratung, rechtlicher Abklärungen sowie neutraler und ausführlicher Informationen seitens der Cloud-Anbieter bemängeln. "Der Mythos, dass Cloud-Anbieter nur mangelnde Supportmöglichkeiten anbieten, ist aus der Diskrepanz zwischen den hohen Kundenerwartungen und den ökonomischen Grenzen der Anbieter entstanden", erläutert Müller. „Naturgemäß wünscht sich der Kunde immer das Nonplusultra, d.h. Top-Service und das am besten jeden Tag, rund um die Uhr. Sofern vor Vertragsschluss keine klaren Abmachungen hinsichtlich der inbegriffenen Support-Leistungen getroffen werden, sind Unstimmigkeiten vorprogrammiert und der Grund für den Mythos des schlechten Supports in der Cloud gefunden“, so der Gründer von cloud world. Müller nach gilt es für Cloud-Anwender gilt es daher, den Vertrag mit dem jeweiligen Anbieter im Voraus genau zu prüfen. Anwender sollten unbedingt drauf achten, dass folgende Punkte vertraglich festgehalten sind: die spezifischen Parameter und das benötigte Mindestniveau pro Service-Element, die Bekräftigung des Eigentumes der eigenen Unternehmensdaten, die System-Infrastruktur und die vom Cloud-Anbieter zu gewährleistenden Sicherheitsstandards. Auch die Compliance des Anbieters sowie die Abrechnungsmodalitäten sollten in Verträgen aufgeführt sein.

Mehr Informationen rund um das Cloud Computing finden Interessierte in dem E-Book „Cloud-Wissen für Sie“, das auf der Website von cloud world kostenlos zum Download zur Verfügung steht.

cs/cloud world
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