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News, 17.11.2017
Digitale Transformation
Chefetagen meist in Sachen Digitalisierung zu passiv
Das Thema Digitalisierung ist zwar in den Unternehmensführungsebenen in Deutschland angekommen und genießt strategisch hohen Stellenwert. Aktiv vorangetrieben wird die Digitalisierung bislang allerdings von höchster Ebene nur in den wenigsten Unternehmen, zeigt eine aktuelle Studie.
Wichtigstes Thema neben Cloud Computing aktuell bei deutschen Unternehmen: Lösungen zur Analyse großer Datenmengen (Big Data Analytics).
Wichtigstes Thema neben Cloud Computing aktuell bei deutschen Unternehmen: Lösungen zur Analyse großer Datenmengen (Big Data Analytics).
Die große Mehrheit der Unternehmen in Deutschland hat zwar eine klare Digitalisierungsstrategie, Chefsache ist die digitale Transformation aber nur bei einer Minderheit. Das hat jetzt eine aktuelle repräsentative Umfrage von Bitkom Research im Auftrag von Tata Consultancy Services (TCS) unter 905 Unternehmen mit 100 und mehr Beschäftigten in Deutschland ergeben. So gaben in der Trendstudie „Digitalisierung – Deutschland endlich auf dem Sprung?“ zwar drei Viertel (74 %) der Befragten an, eine Strategie zur Bewältigung des digitalen Wandels zu haben, nur in vier von zehn befragten Unternehmen (42 %) werden Digitalisierungsprojekte und digitale Innovationen von der Unternehmensführung angestoßen. Damit hat das Thema Digitalisierung in deutschen Chefetagen offenbar an Stellenwert verloren: Im Jahr 2016 wurde die Digitalisierung noch in gut der Hälfte der befragten Unternehmen (51 %) aus der Chefetage aktiv vorangetrieben.

„Die Digitalisierung verändert nicht nur Geschäftsprozesse, sie verändert vor allem auch die Geschäftsmodelle. Heute können Unternehmen ohne eigenes Warenlager zum Marktführer im Handel werden oder ohne eine einzige Immobilie oder ein einziges Fahrzeug zu besitzen, weltweit führend bei Übernachtungsangeboten oder im Beförderungsgewerbe werden“, so Dr. Axel Pols, Geschäftsführer der Bitkom Research. „Die Studienergebnisse spiegeln die rasante Digitalisierung in Deutschland wider. Unternehmen spüren die disruptiven Effekte deutlich stärker als vor einem Jahr. Wer jetzt noch zögert, riskiert ganz klar Marktanteile“, mahnt Dr. Kay Müller-Jones, Leiter Consulting und Services Integration bei TCS.

Top-Digitalisierungsthemen: Cloud Computing und Big Data

Wie aus der Studie hervorgeht, stoßen digitalen Technologien in der deutschen Wirtschaft auf eine große Offenheit. Digitalisierungsthema Nr. 1 ist der Dauerbrenner Cloud Computing: Mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen (77 %) sind an Cloud-Technologien interessiert und stehen diesen offen gegenüber. Fast ähnlich starke Bedeutung genießt das Thema Big Data Analytics (72 %). Das Internet der Dinge („Internet of Things“, kurz IoT) ist für knapp die Hälfte der befragten Entscheider (46 %) interessant, und immerhin jeweils rund ein Drittel der Befragten interessiert sich für Technologien wie Virtual und Augmented Reality (37 Prozent), 3D-Druck (36 Prozent), Künstliche Intelligenz (35 Prozent) oder Robotik (29 Prozent). Die in der öffentlichen digitalen Diskussion immer stärker in den Fokus rückenden sogenannten Blockchain-Technologien, stoßen dagegen bislang nur bei sieben Prozent auf Interesse, was auch an daran liegen dürfte, dass dieses Thema bislang in erster Linie unter Digitalexperten Gesprächsstoff war.

„Unternehmen sollten den Einsatz von Technologien ganzheitlich denken“, so Müller-Jones. „Viele Technologien entfalten ihr volles Potenzial erst, wenn sie miteinander verknüpft werden.“ Gerade mit Blick auf junge, noch wenig eingesetzte Technologien ergänzt Bitkom-Research-Geschäftsführer Pols: „Unternehmen, die schon heute auf eine Technologie wie Blockchain oder Künstliche Intelligenz setzen, können sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz erarbeiten. Hilfreich kann es dabei sein, den Austausch mit Vorreitern in diesem Bereich, aber auch mit Start-ups aus dem Technologiebereich zu suchen.“

Neue Jobs und Investitionen - vor allem im Bereich IT-Sicherheit

Der Einsatz innovativer digitaler Technologien hat auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. So wollen 11 Prozent der Unternehmen die Stelle eines Cloud Engineers im Unternehmen schaffen, 8 Prozent wollen diese Qualifikation über einen externen Dienstleister nutzen. Jeweils 5 Prozent der Unternehmen planen Stellen für Data Scientists und Application Developer zu schaffen, externe Dienstleister wollen dazu vier bzw. neun Prozent nutzen. Die größte Nachfrage besteht allerdings nach IT-Sicherheitsexperten. Eine solche Stelle im Unternehmen wollen 15 Prozent besetzen, 20 Prozent wollen das Know-how extern beziehen.

Die Bedeutung der digitalen Transformation für die deutsche Wirtschaft spiegelt sich auch in der Investitionsbereitschaft wider. Im Durchschnitt haben die Unternehmen im vergangenen Jahr 4,6 Prozent ihres Gesamtumsatzes in die Digitalisierung investiert. Jedes zweite Unternehmen (52 %) setzt fünf bis zehn Prozent des Umsatzes dafür ein, vier Prozent sogar 10 bis 20 Prozent.

cs/Bitkom; Bild: Codelco /flickr
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