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News, 14.08.2012
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Handel mit Defiziten in der Nachhaltigkeitskommunikation
Das Thema Nachhaltigkeit nimmt bei Verbrauchern in Deutschland einen immer höheren Stellenwert ein. Das Engagement des Einzelhandels in diesem Bereich dringt allerdings weit weniger zum Konsumenten durch als der Produzenten, ergab jetzt eine Studie.
Dass ein "grüner Anstrich" von Produkten, etwa durch ein Bio-Siegel, noch kein Garant für nachhaltiges Wirtschaften ist, ist vielen Verbrauchern nicht bewusst.
Dass ein "grüner Anstrich" von Produkten, etwa durch ein Bio-Siegel, noch kein Garant für nachhaltiges Wirtschaften ist, ist vielen Verbrauchern nicht bewusst.

Deutsche Verbraucher nehmen das Streben nach ökologischer, ökonomischer, und gesellschaftlicher Nachhaltigkeit weit häufiger bei Produzenten als im Handel wahr. Das zeigen die Ergebnisse der dritten Erhebung des Corporate Social Responsibility (CSR)-Trackers des Instituts für Handelsforschung (IFH) in Köln. Danach meint rund jeder zweite Konsument in Deutschland (48%), dass sich Hersteller intensiver mit dem Thema beschäftigten als der deutsche Einzelhandel. Der Überzeugung, dass der Handel hier das größere Engagement zeigt, sind dagegen nur 16 Prozent der Konsumenten. Für weitere 47 Prozent der deutschen Verbraucher genießt der Faktor Nachhaltigkeit im Handel und auf Ebene der Produzenten ähnlich hohen Stellenwert.

„Der Handel zählt eindeutig zu den Nachhaltigkeitstreibern in Deutschland – schöpft sein Potenzial diesbezüglich aber noch nicht aus“, kommentierte Bettina Willmann, Bereichsleiterin Forschung & Konzepte am IFH, die Umfrageergebnisse. „Viele Einzelhändler setzen verstärkt auf nachhaltiges Engagement und haben tolle Projekte auf den Weg gebracht“, so Willmann weiter. Worum es jetzt noch gehe, sei dies auch so kommunizieren, dass dieses Engagement bei den Verbrauchern ankommt. Der IFH-Erhebung nach gilt das vor allem für das männliche Geschlecht. So ergab die Untersuchung, dass Frauen den Handel in Sachen Nachhaltigkeit deutlich häufiger als fortschrittlich wahrnehmen als männliche Verbraucher.

Nachhaltigkeit wird oft an Regionalität und Bio-Siegel festgemacht

Obwohl sowohl die regionale Herstellung von Produkten als auch ein Bio-Siegel kein Garant für eine nachhaltige Produktion sind, gehen 80 Prozent der der Konsumenten davon aus, dass entsprechend zertifizierte Produkte bestimmte Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllen. Für rund drei Viertel der Verbraucher (73%) gilt diesbezüglich bereits allein der Faktor Regionalität als ein Beleg. Entsprechend lässt sich damit bei Konsumenten punkten. So erklärten mehr als sieben von zehn Verbrauchern in Deutschland (72%), Produkte aus der Region zertifizierten Produkten aus dem Ausland vorzuziehen. Vor allem ältere Verbraucher und Frauen achteten dem IfH zufolge auf das Herkunftsland der Waren. Was sich hinter Siegeln oder auch dem Stichwort Regionalität jedoch genau verberge, sei laut Willmann für die Mehrheit der Verbraucher aber unklar. „Je eindeutiger die Produktionsbedingungen von Händlern und Herstellern kommuniziert werden, desto eher besteht die Möglichkeit zur Wettbewerbsdifferenzierung. So lange hier keine detaillierte Aufklärung erfolgt, werden sich die Konsumenten bei ihrem Einkauf weiterhin an Grobkategorien wie Siegel oder Herkunft orientieren“, so das Resümee von Willmann.

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