VOLLTEXTSUCHE
Pressearchiv
Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.
Pressemitteilung

Biolebensmittel auf den Prüfstand

(PM) , 09.10.2007 - Stiftung Warentest zieht ein Fazit der letzten 5 Jahre

Aachen (fet) – In der aktuellen „test“ Ausgabe liefern die Kontrolleure von Stiftung Warentest eine Zusammenfassung aus einer Vielzahl von Lebensmitteluntersuchungen, mit dem Ergebnis: Öko- und konventionelle Lebensmittel unterscheiden sich hinsichtlich der Qualität kaum. Doch reichen die Untersuchungskriterien von Stiftung Warentest wirklich für eine allgemeingültige Bewertung aus?

Stiftung Warentest untersuchte in den letzten fünf Jahren ein Fülle an Bio- und konventionellen Lebensmitteln hinsichtlich der Keim- und Schadstoffbelastung, dem Verarbeitungsgrad sowie der Qualität. In der aktuellen Ausgabe „test“ stehen dem Konsumenten nun nochmals die wichtigsten Ergebnisse zur Verfügung.

Bezüglich der Belastung mit Bakterien und Hefen punkten die konventionellen Produkte. Viele unerwünschte Keime befanden sich vor allem in tierischen Biowaren wie Fleisch-, Fisch- und Milcherzeugnissen. Was unappetitlich klingt, hat einfache Gründe. Biolebensmittel stehen für den Verzicht von Konservierungsstoffen, demzufolge sind Bioprodukte besonders anfällig und können rasch verderben. Veränderte Haltbarkeitsregelungen für Biowaren könnten hier Abhilfe schaffen.

Ebenso bei hochverarbeiteten Lebensmittel fällt Bio hinter den konventionellen Produkten zurück. Hier überzeugten die konventionellen Lebensmittel eindeutig durch Qualität und Geschmack. Infolge der EU-Ökoverordnung müssen 95 Prozent der Zutaten biologischen Ursprungs sein, hingegen können die Hersteller von konventionellen Produkten auf die Zutatentrickkiste zurückgreifen. Denn es ist schwierig, die Cremigkeit von Kartoffelpüree, die Schaumbildung von Capuccino oder die Rötung von Kochschinken auf natürliche Weise zu imitieren. Hier muss der Verbraucher selbst entscheiden: Konservierungsstoffe, Nitritpökelsalz, Emulgatoren oder Stabilisatoren versus geschmackliche und visuelle Einbußen.

Die Schadstoffbelastung betreffend konnten wiederum die Biolebensmittel trumpfen. Frisches Bio-Obst und -Gemüse sowie Bio-Tees stellten sich meist als pestizidfrei heraus, hingegen erfüllen nur 11 Prozent der konventionellen Lebensmittel dieses Kriterium.

Neben der Qualitätsbeurteilung von Stiftung Warentest bleibt ein entscheidender Aspekt unbeachtet: die Inhaltsstoffe. Aus Studien ist bekannt, dass insbesondere Bioprodukte höhere Vorkommen an sekundären Pflanzenstoffen und Omega-3-Fettsäuren aufweisen und somit einen positiven Nutzen für die Gesundheit bringen. Es wäre wünschenswert, das Stiftung Warentest diesen Aspekt für weitere Lebensmitteluntersuchungen berücksichtigt. 2.628 Zeichen

Redaktion: Anja Baustian

Literatur: „test“, 10/2007
DRUCKEN| VERSENDEN | RSS-FEED |
SOCIAL WEB
PRESSEFACH
Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e.V.
An den Frauenbrüdern, 2
52064 Aachen
zum Pressefach
Anzeige
PRESSEARCHIV
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG