VOLLTEXTSUCHE
News, 04.12.2008
Bilderklau im Internet
Gastwirte wegen Copyright-Verstoß verurteilt
Trotzdem inzwischen allgemein bekannt sein sollte, dass die Veröffentlichung fremde Bilder auf der eigenen Homepage ohne Zustimmung des Rechtesinhabers gegen das Urheberrecht verstößt, ist der Bilderklau im Internet noch immer an der Tagesordnung. Auch eine Münchener Kneipe konnte es nicht lassen – getreu dem Motto: Wo kein Kläger, da kein Richter. Der Kläger ließ indes nicht lange auf sich warten.
Warum mit Texten mühen oder Bilder kaufen, wenn es Dank Internet ganz ohne Zeitaufwand und Kosten im Zweifelsfall auch anders geht: Und zwar, indem man sich bei anderen Websites jenes Contents, den man braucht, bedient. Das Risiko, erwischt zu werden, nehmen viele gern in Kauf und denken: Es wird schon keiner merken. Doch das Risiko ist sehr viel größer als die meisten glauben – von den Folgen ganz zu schweigen. Diese Erfahrung machten nun auch zwei Kneipiers in München, die heute in einem der zahllosen Fälle, in denen Geschäfts- oder auch Privatleute ohne Berechtigung Stadtplanausschnitte von Karthographieverlagen aus dem Internet herunterladen und auf die eigene Homepage stellen, vor dem Münchener Landgericht nun ihre Richter fanden.

Wie die 7. Zivilkammer des Landgerichts München I berichtet, ging es in dem Fall um die Homepage einer Münchner Kneipe am Marienplatz, auf der ein Stadtplanausschnitt bzw. Material eines Verlages - ohne Erlaubnis desselben - als Grafik eingebunden war. Das besondere an dem Fall: Die mittlerweile getrennt lebenden Münchner Wirtsleute wollten es beide nicht gewesen sein und schoben sich die Sache gegenseitig in die Schuhe.

Während sich der Wirt darauf berief, nur Inhaber der Kneipe zu sein, und darauf verwies, dass seine Frau die Inhaber der Domain sei und deshalb allein den Inhalt zu verantworten habe, gab sie zu Protokoll, von all dem nichts gewusst zu haben. Er habe die Domain hinter ihrem Rücken auf ihren Namen angemeldet und die fragliche Seite ins Netz gestellt. Ganz unabhängig stelle sich die Frage: Wer – bitteschön – sollte die Seite überhaupt je aufgerufen haben? In der mündlichen Verhandlung räumte jedoch der Wirt dann ein, dass ihnen ein Gast angeboten habe, die Website der früheren Wirtschaft von ihr auf das neue gemeinsame Lokal umzustellen, und das Ergebnis (samt Stadtplanausschnitt) gemeinsam im Internet begutachtet zu haben.

Davon ausgehend, dass auch sie von Anfang an Bescheid gewusst hatte, verurteilten die Münchner Richter beide Wirtsleute zur Schadensersatzleistung (Urteil des Landgerichts München I, Az. 7 O 330/08). Dass alles hinter ihrem Rücken geschehen sein sollte, nahm ihr das Landgericht nicht ab: Irgendjemand musste dem Gast ja die Zugangsdaten für die frühere Domain gegeben haben, ganz unabhängig davon, dass der Internetprovider der Website in schöner Regelmäßigkeit die Gebühr von ihrem Konto einzog. Ihre Begründung, sie habe geglaubt, es habe sich dabei um „Aktivitäten ihres Sohnes“ gehandelt, wirkte demnach auf die Richter wenig überzeugend.

Quelle: Landgericht München I

WEITERE NEWS AUS DIESER KATEGORIE
NACHRICHTEN AUS ANDEREN RESSORTS
SUCHE
Volltextsuche





Profisuche
Anzeige
PRESSEFORUM MITTELSTAND
Pressedienst
LETZTE UNTERNEHMENSMELDUNGEN
BRANCHENVERZEICHNIS
Branchenverzeichnis
Kostenlose Corporate Showrooms inklusive Pressefach
Kostenloser Online-Dienst mit hochwertigen Corporate Showrooms (Microsites) - jetzt recherchieren und eintragen! Weitere Infos/kostenlos eintragen
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG