VOLLTEXTSUCHE
News, 05.11.2014
Betriebliche Altersvorsorge
Die zehn größten bAV-Irrtümer
Der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) kommt neben der gesetzlichen und der privaten Altersvorsorge eine immer größere Bedeutung zu. Sowohl auf Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmerseite bestehen allerdings noch immer Vorbehalte, die auf Irrtümern basieren. Die Pensionsberatung Longial hat die zehn weitverbreitetsten Fehlannahmen und deren wahren Sachverhalt in einem Überblick zusammengefasst.
Unflexibel, teuer - viele Vorbehalte lösen sich bei sachlicher Betrachtung in Luft aus.
Unflexibel, teuer - viele Vorbehalte lösen sich bei sachlicher Betrachtung in Luft aus.

Wer neben der gesetzlichen und privaten Altersvorsorge zusätzlich über eine betriebliche Altersversorgung (bAV) verfügt, kann vor dem Hintergrund dieser dreifachen Absicherung dem Ruhestand erheblich entspannter entgegen sehen als Arbeitnehmer, die über diese dritte sogenannte Säule der Altersvorsorge nicht verfügen. In Anbetracht der gegenwärtigen und Experten zufolge wohl noch länger andauernden Niedrigstzinsphase, die aktuell nicht nur private Sparguthaben inflationsbereinigt auffrisst, sondern auch die zu erwartenden Erträge aus Versicherungen dahinschmelzen lässt, gilt dies noch mehr. Wie die auf den Mittelstand spezialisierte Pensionsberatung Longial berichtete, muss die bAV noch immer gegen Vorbehalte kämpfen. „Viele Arbeitnehmer sind angesichts hartnäckiger Kritik an der bAV verunsichert. Auch auf manche Arbeitgeber wirkt die bAV abschreckend“, so der Pensions- und Vorsorgeexperte. Die Longial hat deshalb zehn größten bAV-Irrtümer bezogen auf das, was fachlich und rechtlich wirklich Sache ist, zurechtgerückt.

Irrtum 1: bAV lohnt sich für Arbeitnehmer nicht.


Im direkten Vergleich der Vorsorgemöglichkeiten mit ähnlichem Risiko-/Sicherheitsprofil schneidet die bAV aufgrund der mit ihr verbundenen Ersparnis an Steuern und Sozialabgaben in aller Regel deutlich günstiger ab. Unternehmen können die Aufwendungen für eine bAV als Betriebsausgaben absetzen, ihre Mitarbeiter werden zusätzlich versorgt, motiviert und an das Unternehmen gebunden.

Irrtum 2: Aus der bAV kommt man nicht mehr heraus.

Der Gesetzgeber hat dies erschwert, das ist richtig. Denn es besteht der erklärte politische Wille, dass die bAV im System der Altersvorsorge neben der gesetzlichen Versorgung ein zweites Standbein sein soll. Es ist aber immer möglich, zukünftige Zuwächse (durch Beiträge, Dienstjahre etc.) an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Das gilt sowohl für den Arbeitnehmer, soweit er sich mit eigenem Geld an der bAV beteiligt, als auch für den Arbeitgeber.

Irrtum 3: bAV ist ein Werbegag der Versicherungsbranche!

bAV muss nicht zwingend versicherungsförmig organisiert werden, es gibt vielfältige Durchführungsoptionen. Da bAV aber auch Lebensrisiken abdeckt, ist die Einbindung von Versicherungskomponenten oft zu empfehlen oder sogar notwendig. Finanzdienstleister wie Versicherer bieten zudem den Vorteil, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen auf vergleichsweise günstige, fertig konfektionierte Produkte zurückgreifen können.

Irrtum 4: bAV ist unflexibel: Sie bindet Geld, das für andere Zwecke nicht mehr zur Verfügung steht.


Arbeitgeber können dem begegnen, indem sie sich für eine unternehmensinterne Finanzierung der bAV in Form der Direktzusage mit Investition der Mittel im eigenen Unternehmen entscheiden. Allerdings müssen sie dann auch mit den Auswirkungen auf Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) leben, die eine Direktzusage mit sich bringt. Arbeitnehmern, die die Kapitalbindung für die Altersversorgung als nachteilig empfinden, muss entgegen gehalten werden, dass eine sinnvolle Altersvorsorge ja nur funktionieren kann, wenn frühzeitig Kapital dem Konsum entzogen wird.

Irrtum 5: Kommt Zeit, kommt Rat!

bAV funktioniert in aller Regel nach dem Prinzip der Kapitalbildung. Je eher man vorsorgt und je länger man anspart, desto effektiver. Daran ändert auch der derzeit niedrige Zins auf dem Kapitalmarkt nichts. Denn die Alternativen wären mindestens genauso schlecht verzinst und nach Steuern eher ungünstiger.

Irrtum 6: bAV ist nur so lange gut, wie man bei einem Arbeitgeber bleibt.

Seit Jahren gibt es gesetzliche Mindestbedingungen und darüber hinausgehende Regelungen der Verwaltungspraxis zur Aufrechterhaltung bzw. Mitnahme erworbener Ansprüche, wenn Mitarbeiter das Unternehmen wechseln. Die derzeit laufende Umsetzung der EU-Mobilitätsrichtlinie wird für den Arbeitnehmer weitere Verbesserungen bringen.

Irrtum 7: bAV ist für Arbeitgeber zu teuer.

Unternehmen können die Aufwendungen für eine bAV als Betriebsausgaben absetzen, ihre Mitarbeiter werden zusätzlich versorgt, motiviert und an das Unternehmen gebunden. Die Kosten für den Arbeitgeber können sehr zuverlässig kalkuliert werden. Ein Garant für beherrschbare Kosten ist die sorgfältige Gestaltung des bAV-Systems, die unter anderem durch Einschaltung guter Berater sichergestellt werden kann.

Irrtum 8: Der Teufel steckt im Detail – erst nach Einführung zeigen sich die Fallstricke der bAV.

Dieses Vorurteil hört man oft in Bezug auf Garantie- und Haftungspflichten der Arbeitgeber, die eine bAV eingeführt haben. Oft liegt die Ursache in Umsetzungsmängeln. Ganz entscheidend dafür, dass unliebsame Überraschungen nicht unvorhergesehen eintreten, ist deshalb die sorgfältige Ausgestaltung und laufende Überwachung der gewählten bAV-Lösung, zum Beispiel durch einen vertrauenswürdigen Pensionsberater.

Irrtum 9: bAV führt zu unkalkulierbaren Auswirkungen in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und der Bilanz.

Es gibt verschiedene Durchführungswege der bAV, die in unterschiedlicher Weise zur Darstellung in GuV und Bilanz führen. Unkalkulierbar ist keiner dieser Wege. Allerdings kann die Darstellung in GuV und Bilanz aufgrund bestehender handels- und steuerrechtlicher Erfassungs- und Bewertungsvorschriften mehr oder weniger komplex sein. Unter Rechnungslegungsaspekten sind sogenannte externe Durchführungswege meist am einfachsten zu behandeln: Das Unternehmen zahlt einen Beitrag an eine Versorgungseinrichtung und weist genau diesen Beitrag als Aufwand in der GuV aus.

Irrtum 10: bAV ist überbürokratisiert.

Auch in diesem Punkt kommt es vor allem auf die sorgfältige Gestaltung der konkreten Durchführung an. Der bürokratische Aufwand steht und fällt mit dem Ausmaß an individuellen Besonderheiten, die in das bAV-System eingebaut werden.

WEITERE NEWS AUS DIESER KATEGORIE
NACHRICHTEN AUS ANDEREN RESSORTS
Erfolgsfaktor Datensicherheit und Datenschutz
Gleich wie gut ein Unternehmen technologisch gegen Cyberkriminalität abgesichert ist: Die letzte ... mehr

SUCHE
Volltextsuche





Profisuche
Anzeige
PRESSEFORUM MITTELSTAND
Pressedienst
LETZTE UNTERNEHMENSMELDUNGEN
BRANCHENVERZEICHNIS
Branchenverzeichnis
Kostenlose Corporate Showrooms inklusive Pressefach
Kostenloser Online-Dienst mit hochwertigen Corporate Showrooms (Microsites) - jetzt recherchieren und eintragen! Weitere Infos/kostenlos eintragen
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG