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News, 16.03.2010
Beschäftigung
Anteil befristeter Arbeitsverträge stark gestiegen
Immer mehr Beschäftigte in Deutschland sind befristet angestellt. Laut Statistischem Bundesamtes hat der Anteil der Beschäftigten mit einem befristeten Arbeitsvertrag in Deutschland ein neues Rekordniveau erreicht.
Die Zahl der Arbeitnehmer, die sich mit einem befristeten Arbeitsvertrag begnügen müssen, steigt sukzessive an. Das geht aus den Ergebnissen des Mikrozensus hervor, dem zufolge der Anteil der befristet Beschäftigten im Jahr 2008 den höchsten Stand seit Wiedervereinigung erreichte. Danach waren 2008 2,7 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland befristet angestellt. Damit hatten im Erhebungszeitraum 8,9 Prozent der abhängig Beschäftigten lediglich einen Arbeitsvertrag auf Zeit. 1991 hatte der Anteil der befristeten Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland noch bei 5,7 Prozent gelegen.

Die Befristung der Beschäftigungsverhältnisse geht zumeist nicht von Arbeitnehmern, sondern von Arbeitgebern aus. Wie das Statistische Bundesamt heute berichtete, erklärten lediglich 2,5 Prozent der befristet Beschäftigten, keine dauerhafte Festanstellung gewünscht zu haben. Der Rest hingegen konnte keine Dauerstellung finden (28,3%), hatte einen Probearbeitsvertrag (20,9%) oder nannte „andere Gründe“ (42,5%). Destatis zufolge werden die meisten Arbeitsverträge auf bis zu 24 Monate begrenzt (85,1%). Am weitesten verbreitet waren befristete Arbeitsverträge für die Dauer eines Jahres (34,1%), gefolgt von Halbjahres- (18,2%) und Zweijahresverträgen (13,1%).

Erhebliche Branchenunterschiede

Blickt man auf die einzelnen Wirtschaftsbereiche, zeigt sich, dass die Befristungsquoten je nach Branche teils erheblich variieren. So fänden sich befristete Arbeitsverträge Destatis zufolge besonders häufig in den „neueren“ Dienstleistungsbereichen, all voran im Bereich „Öffentliche und private Dienstleistungen“ mit einer Befristungsquote 13,3 Prozent. Mit 11,3 Prozent überproportional hoch ist der Anteil der befristet Beschäftigten auch im Bereich "Grundstückswesen, Vermietung, Dienstleistungen für Unternehmen". Hierunter fallen unter anderem die Personalvermittlung und –überlassung, Vermietung beweglicher Sachen, die Beratungsdienstleistungen, Wach- und Sicherheitsdienste sowie das Gebäudereinigungsgewerbe. Destatis zufolge entfiel auf diese beiden Wirtschaftssegmente 2008, obwohl in diesen lediglich ein Drittel aller Beschäftigten in Deutschland tätig waren, zusammengenommen fast die Hälfte (47%) aller befristeten Beschäftigungsverhältnisse.

Ein hoher Anteil befristeter Beschäftigungen findet sich auch in der Land- und Forstwirtschaft (2008: 14,6%), was den Statistikern zufolge jedoch in erster Linie auf den saisonalen Arbeitsanfall zu Erntezeiten zurückzuführen ist. In den klassischen produzierenden Bereichen aber auch in einigen Dienstleistungsbereichen liege der Anteil der befristeten Beschäftigungen dagegen unter dem Durchschnittswert von 8,9 Prozent. Am geringsten ist die Befristungsquote Destatis zufolge im Kredit- und Versicherungsgewerbe: Hier waren laut Statistik im Jahr 2008 gerade einmal 3,7 Prozent der Arbeitnehmer befristet angestellt.

Jüngere und ausländische Arbeitnehmer besonders stark betroffen

Am stärksten ausgeprägt ist die befristete Beschäftigungsform bei jüngeren Arbeitnehmern sowie bei Arbeitnehmern ausländischer Herkunft. So lag der Anteil der befristet Beschäftigten in der Altersgruppe der 15- bis unter 20-Jährigen Destatis zufolge 2008 bei 40,7 Prozent, „und das obwohl Personen in betrieblicher oder schulischer Ausbildung hier gar nicht berücksichtigt wurden.“ Bei den 20- bis unter 25-Jährigen hatte immerhin noch mehr als jeder Vierte einen befristeten Arbeitsvertrag. In der Altersgruppe ab 30 Jahre dagegen geht die Befristungsquote mit zunehmendem Alter immer mehr zurück. So lag der Anteil der befristet Beschäftigten Destatis zufolge bei den 30- bis unter 40-Jährigen bei 9,3 Prozent und bei 40- bis unter 50-Jährigen nur noch bei 6,1 Prozent. Und in der Altersgruppe über 50 Jahre war nurmehr etwa jeder Zwanzigste (4,7%) befristet angestellt.

Überdurchschnittlich hoch ist auch der Anteil der zeitlich begrenzten Arbeitsverhältnisse bei ausländischen Arbeitnehmern, wo die Quote der befristeten Beschäftigten mit 13,6 Prozent um mehr als die Hälfte höher liegt als bei deutschen Arbeitnehmern (8,5%). Besonders große Unterschiede bei der Befristungsquote ausländischer gegenüber deutschen Arbeitnehmern fanden sich mit 8,4 bzw. 8,5 Prozentpunkten in den Bereichen "Grundstückswesen, Vermietung, Dienstleistungen für Unternehmen" (Ausländer: 18,8%) und bei "Öffentlichen und privaten Dienstleistungen" (Ausländer: 21,2%).

[Quelle: Statistisches Bundesamt]
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