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News, 11.02.2010
Bauwirtschaft
Wohnungsbau in Europa sinkt auf 15-Jahres-Tief
Der europäische Wohnungsbau hat kräftig Federn gelassen: Einem Bericht des Münchener ifo Instituts zufolge hat sich das Bauvolumen in Europa seit 2008 um ein Fünftel verringert. Für 2010 rechnen Bauexperten mit einem weiteren Rückgang auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren.
In den letzten beiden Jahren war der europäische Wohnungsbau von einem dramatischen Rückgang der Bauaktivitäten gekennzeichnet. Wie das Münchener Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) heute mitteilte, ist das Wohnungsbauvolumen in Europa in den Jahren 2008 und 2009 um insgesamt 20 Prozent geschrumpft. Das geht aus einer von der Euroconstruct-Gruppe durchgeführten Analyse der Wohnungsbauaktivitäten in 19 europäischen Ländern hervor. 2010 erwarten die Experten, dass das Bauvolumen in Europa noch einmal um zwei Prozent zurückgehen wird.


Verantwortlich für den starken Rückgang der Bauaktivitäten ist vor allem der Wohnungsneubau, der einen dramatischen Einbruch erlebt. Laut ifo Institut wird hier das Bauvolumen 2010 um 36 Prozent unter dem des Jahres 2007 liegen. Bauleistungen im Bestand hingegen werden nur um vier Prozent zurückgehen. In ihrer Prognose erwarten die Experten für 2010 ein Bauvolumen von insgesamt rund 580 Milliarden Euro, womit der europäische Wohnungsbau auf das Niveau von 1995 zurückfallen wird.

„Der weitaus größte Teil der Schrumpfkur erfolgte bereits in den Jahren 2008 und 2009, so dass der Abbau der enormen Überkapazitäten heute beinahe abgeschlossen ist“, erläuterte ifo-Bauexperte Erich Gluch. Am stärksten davon getroffen wurden die Firmen des Bauhauptgewerbes, die Gluch zufolge in erheblichem Umfang Personal abbauen mussten, was die Lage auf den Arbeitsmärkten zusätzlich verschlechtert habe. „Im Gegensatz dazu ist das Ausbaugewerbe noch glimpflich davon gekommen“, so der Experte.

Grund für die Einbrüche an den Wohnungsmärkten in Europa war laut ifo Institut in erster Linie der in den letzten Jahren starke Preisanstieg bei Wohnimmobilien, allen voran in Spanien, Irland, Großbritannien, Frankreich und auch Schweden. „Die scheinbar ungetrübten Gewinnaussichten lockten zunehmend Spekulanten an. Aber auch die privaten Haushalte erwarben häufig Objekte, die eigentlich zu groß für sie waren“, erklärte Gluch, wobei die Überproduktion der letzten Jahre den Neubau noch für einige Zeit belasten werde. Anders in Deutschland: Laut ifo Institut stagnierten hier die Preise seit vielen Jahren und eine Überhitzung im Wohnungsbau ist nicht erkennbar.

Was die Entwicklung in den nächsten Jahren angeht, sehen die Experten die Talsohle im europäischen Wohnungsbau zwar bald erreicht. Ein kräftiges, dynamisches Wachstum sehen sie aber nicht. Vielmehr erwartet die Euroconstruct-Gruppe, in der Institute aus 15 west- und 4 osteuropäischen Ländern zusammenarbeiten, dass sich der Wohnungsbau im Prognosezeitraum 2010 bis 2012 nur schwach erholen wird. So rechnen die Experten damit, dass das Wohnungsbauvolumen in Euro bis 2012 auf 609 Milliarden Euro steigen und somit nur knapp drei Prozent über dem Jahres 2009 (593 Mrd. €) liegen wird.

[Quelle: ifo Institut]
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