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News, 30.08.2013
Cybercrime-Statistik
Anstieg der Cyberkriminalität, weniger Pishing
Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der in Deutschland registrierten Pishing-Fälle laut BKA-Statistik nahezu halbiert. Insgesamt hat allerdings die Cyberkriminalität in Deutschland weiter deutlich zugenommen.
Während sich die Zahl der Pishing-Fälle stark verringerte, nahm die Zahl der Fälle von Computersabotage massiv zu.
Während sich die Zahl der Pishing-Fälle stark verringerte, nahm die Zahl der Fälle von Computersabotage massiv zu.
Angaben des Hightech-Verbandes BITKOM zufolge registrierten die Behörden insgesamt 2012 in Deutschland 3.440 Pishing-Delikte. Das waren 48 Prozent weniger Pishing-Fälle als im Vorjahr (2011: 6.422 registrierte Pishing-Delikte). Das geht dem BITKOM nach aus aktuellen Daten des BKA hervor. Damit hat sich die Zahl der Pishing-Fälle dem Verband zufolge erstmals seit Beginn der BKA-Erhebung im Jahr 2008 verringert. Beim sogenannten Phishing zielen Cyberkriminelle darauf ab, mittels E-Mails und darin enthaltenen Links auf oftmals täuschend echt fingierte Webseiten, etwa im Namen und Design von Banken oder anderen Finanzdienstleistern, persönliche Daten von Internetnutzern abzugreifen und für kriminelle Zwecke zu missbrauchen.

Korrespondierend zum Rückgang der Pishing-Fälle verringerte sich auch der wirtschaftliche Schaden, der durch diese Form der Cyberkriminalität verursacht wurde. So ging die insgesamt im Kontext von Pishing ermittelte Schadenssumme im Jahr 2012 um 46 Prozent auf 13,8 Millionen Euro zurück. Im Vorjahr hatte sich Summe der durch Pishing gemeldeten Schäden noch auf 25,7 Millionen Euro belaufen. „Trotz rückläufiger Fallzahlen kann beim Phishing noch keine Entwarnung gegeben werden“, so BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Die Betrüger gehen immer raffinierter vor und setzen zunehmend Phishing-Viren ein.“ Internetnutzer sollten daher beim Online-Banking und beim Online-Shopping stets die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen einhalten, rät der Verband.

Grund für die rückläufige Zahl der Pishing-Fälle sind nach Meinung des Verbands vor allem verbesserte Sicherheitsstandards beim Online-Banking, allen voran durch das mobile TAN-Verfahren (Stichwort: mTAN oder SMS-TAN), aber auch, dass die Verbraucher respektive Online-Banking-Nutzer mittlerweile besser aufgeklärt sind. Insgesamt ist allerdings die Cyberkriminalität in Deutschland dennoch weiter auf dem Vormarsch. So stieg die Zahl der registrierten Cybercrime-Delikte in Deutschland 2012 auf 63.959 Fälle. Das waren acht Prozent mehr als im Jahr 2011. Besonders drastisch legten die Delikte von Datenveränderung und Computersabotage zu: Sie erhöhten sich 2012 mit 10.857 registrierten Fällen laut BKA-Statistik dem BITKOM nach sogar um 134 Prozent.

Zum Schutz vor Cyberkriminalität empfiehlt der BITKOM, folgende Sicherheitsmaßnahmen zu beachten:

Gesunde Vorsicht bei E-Mails


Banken bitten ihre Kunden nie per E-Mail, vertrauliche Daten im Netz einzugeben. Diese Mails sind gefälscht – am besten sofort löschen. Das gleiche gilt für dubiose E-Mails von Unbekannten, vor allem, wenn eine Datei angehängt ist oder ein Link, dem der Nutzer folgen soll. Hinter dem Anhang könnte ein Schadprogramm stecken, zum Beispiel ein Phishing-Trojaner. Solche verdächtigen Dateien auf keinen Fall öffnen! Hinter dem Link verbirgt sich in der Regel eine präparierte Webseite, die den Rechner beim Aufruf verseucht. Häufig wird in der E-Mail mit einer Kontosperre gedroht. Mit solchen Einschüchterungen wollen Betrüger Bankkunden unter Druck setzen. PC-Nutzer sollten Drohungen ignorieren und Phishing-Mails nie beantworten.

Den Computer vor Malware schützen

Wichtig ist eine gute Sicherheitsausstattung des Computers. Standard sind ein Anti-Viren-Programm und eine Firewall, um den PC vor schädlichen Dateien (engl. Malware) zu schützen. Die wichtigen Programme eines Computers werden regelmäßig aktualisiert. Updates sind umgehend zu installieren. Datenträger wie Speicherkarten, USB-Sticks oder CDs sollten auf Viren geprüft werden. Öffentliche Computer z.B. in Internet-Cafés sind für Bankgeschäfte nicht geeignet.

Vorsicht beim Aufruf der Bank-Webseite

Beim Online-Banking sollte die offizielle Adresse der Bank immer direkt eingegeben oder über eigene Lesezeichen (Favoriten) aufgerufen werden. Maßgeblich ist die Adresse, die die Bank in ihren offiziellen Unterlagen angibt. Die Verbindung zum Bankcomputer muss verschlüsselt sein. Das ist erkennbar an den Buchstaben „https“ in der Web-Adresse und einem Schloss- oder Schlüssel-Symbol im Browser.

Moderne Transaktions-Verfahren nutzen


Für Überweisungen und andere Kundenaufträge sind Transaktionsnummern (TANs) nötig. Früher konnten Nutzer beim Online-Banking einen solchen Code aus einer Liste frei wählen. Sicherer ist das iTAN-Verfahren, bei dem die Codes nummeriert sind. Ein Zufallsgenerator der Bank bestimmt, welche TAN aus der Liste eingegeben werden muss. Noch weniger Chancen haben Kriminelle beim mTAN-Verfahren: Die TAN wird dem Kunden aufs Handy geschickt und ist nur kurzzeitig gültig. Wichtig ist aber, dass auf dem Handy keine Schadprogramme sind. Weitere Schutzverfahren sind chipTAN und HBCI, bei denen der Kunde als Zusatzgeräte einen TAN-Generator oder ein Kartenlesegerät nutzt.

Mit Geheimzahlen richtig umgehen


Passwort (PIN) und Transaktionsnummern nicht auf dem PC speichern. Auch eine automatische Speicherung im Internet-Programm (Browser) ist riskant. Ein frei wählbares Passwort fürs Online-Banking sollte mindestens acht Zeichen lang sein und möglichst aus einer zufälligen Reihenfolge von Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Fürs Online-Banking unbedingt ein separates Passwort wählen – keines, das auch für andere Dienste im Web genutzt wird. Empfehlenswert ist auch, die PIN rund alle drei Monate zu ändern.

Falls es zu spät ist – Schadensbegrenzung

Nicht immer ist das Geld sofort weg, wenn Kriminelle eine Sicherheitslücke ausgenutzt haben. Opfer sollten zuerst die Bank alarmieren. Wenn eine Phishing-Überweisung nicht lange zurückliegt, kann sie manchmal noch gestoppt oder rückgängig gemacht werden. Entsteht doch ein finanzieller Schaden, unbedingt Anzeige bei der Polizei erstatten. Das ist nötig, um eventuell Geld von der Bank zurückzubekommen. Falls der Kunde nicht grob fahrlässig gehandelt hat, zeigen sich viele Banken kulant.
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