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News, 04.02.2011
BITKOM schlägt Alarm
Internetadressen werden knapp
Nach einem Bericht des BITKOM wird das Reservoir der bisherigen Internetadressen schon bald erschöpft sein. Zwar steht im Rahmen des erweiterten Standards IPv6 ein um ein Vielfaches höheres Kontingent an neuen Internetadressen künftig zur Verfügung. Den Umstieg auf IPv6 betreffend hinkt Europa jedoch hinterher.
Anders als das Gros der deutschen Unternehmen sind die meisten deutschen Bundesbehörden auf den Standard IPv6 schon vorbereitet.
Anders als das Gros der deutschen Unternehmen sind die meisten deutschen Bundesbehörden auf den Standard IPv6 schon vorbereitet.
Das Kontingent an IPv4-basierten Internetadressen geht zur Neige. Die weltweite Adressverwaltungsorganisation Internet Assigned Numbers Authority (IANA) hat mittlerweile 251 von ursprünglich 256 großen Adressblöcken vergeben. Die Adressblöcke gehen von der IANA an die fünf kontinentalen Verwaltungsorganisationen. Es wird erwartet, dass die IANA bald den regionalen Organisationen jeweils noch einen Adressblock des herkömmlichen Standards IPv4 zuteilt. „Voraussichtlich Ende 2011 werden die ersten Regionalorganisationen ihre Adressen an Unternehmen und Einrichtungen zugeteilt haben, dann gibt es dort keine freien Adressen im IPv4-Standard mehr“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. Dies ist für Europa besonders problematisch, da hier die Umstellung auf den erweiterten Internet-Standard IPv6 nur schleppend verläuft. „Europa hinkt bei der Umstellung auf IPv6 Asien und Amerika hinterher“, so Scheer.

Zur Kommunikation via Internet braucht jeder Anschluss eine eigene IP-Adresse, ansonsten müssen die Datenpakete während des Transports aufwändig umetikettiert werden. Die Adressen sorgen für eine Zustellung der Datenpakete im Netz. Das Internet-Protokoll definiert, wie die Daten verpackt und versendet werden. Es legt zudem fest, wie die Adressen benannt und wie sie angesteuert werden. Die Adressen des neuen IPv6-Standards sind nicht kompatibel mit dem herkömmlichen Standard IPv4. Dieser wurde bereits 1980 eingeführt und basiert auf einer Adresse mit 32 Nummern. Auf dieser Basis können 4,3 Milliarden unterschiedliche Adressen vergeben werden. Der Nachfolge-Standard IPv6 verwendet 128 Nummern. So können künftig 340 Sextillionen Internet-Adressen vergeben werden. Eine Sextillion ist eine Zahl mit 36 Nullen. Damit werden Versand und Weiterleitung der Datenpakete effizienter. Scheer: „Der IPv6-Standard hat ausreichend Spielraum, um künftig nicht nur Privatpersonen, Unternehmen, PCs und Handys sondern auch Autos, Elektrogeräte und z.B. Herzschrittmacher mit einer eigenen IP-Adresse zu versorgen.“

Insgesamt gibt es im IPv4-Standard 256 so genannte „/8 Adressblöcke“. Jeder dieser /8-Blöcke umfasst fast 17 Millionen IPv4-Adressen. Zwei Blöcke hat die IANA vor wenigen Tagen an die asiatische Unterorganisation vergeben. Die regionalen Adressverwalter verteilen die ihnen zugeteilten Adressblöcke an Unternehmen, Hochschulen und andere Einrichtungen. „In Regionen mit starkem wirtschaftlichem Wachstum ist die Nachfrage nach IP-Adressen sehr hoch, hier werden die verbliebenen Adressen am schnellsten verbraucht sein“, so Scheer.  

Alle Internet-Provider und Unternehmenskunden sollten sich dringend mit dem Thema IPv6 beschäftigen, so Scheer. Es ist sinnvoll, nur noch Hardware und Programme zu kaufen, die den neuen Standard unterstützen. Aktuell sind in Deutschland noch längst nicht alle Internet-Provider in der Lage, ihren Kunden Services auf Basis von IPv6 anzubieten. „Wenn europäische Unternehmen noch den alten Standard nutzen, die Kunden in Asien ihre Systeme und Netze aber schon auf IPv6 umgestellt haben, dann können sie nicht mehr reibungslos über das Web kommunizieren“, so Scheer. „Die deutschen Bundesbehörden sind den meisten privaten Unternehmen auf dem Weg zu IPv6 weit voraus“, sagte er. Der Bund habe bereits IPv6-Adressblöcke für sich und die Länder reserviert sowie eine Strategie für den Umstieg entwickelt. Am 6. Juni 2011 findet ein großer, weltweiter Feldtest zu IPv6 statt. An diesem Tag sind viele große Webseiten auch über den neuen Standard abrufbar.

Die neuen IPv6-Adressen sind nötig, damit die zukünftigen Dienste in Bereichen wie Heimvernetzung, E-Energy oder Car-to-Car-Kommunikation umgesetzt werden können. Insbesondere bei der Datenübertragung zwischen fahrenden Autos ist eine schnelle, sichere Datenübertragung wichtig. „Mittelfristig werden immer mehr Maschinen, Autos und Haushaltsgeräte über das Internet vernetzt und steuerbar. Für eine schnelle und sichere Steuerung sollte jedes Gerät eine eigene, feste IP-Adresse besitzen, das ist mit IPv6 kein Problem“, sagte Scheer. Bislang werden die meisten IP-Adressen aus einem privaten Adress-Pool der Provider vergeben. Wer sich im Netz angemeldet hat, dem wurde jeweils eine neue Adresse aus diesem Provider-Pool zugewiesen. Verlassen Datenpakete das Teilnetz des Providers, müssen sie aufwändig mit einer global eindeutigen IP-Adresse versehen werden.

[Quelle: BITKOM]
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