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News, 16.01.2014
BIP-Zuwachs
Konsum hält deutsche Wirtschaft 2013 auf Wachstumspfad
Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat sich 2013 moderat erhöht. Wachstumstreiber war der private und staatliche Konsum, der den Investitionsstau in der deutschen Wirtschaft und einen negativen Außenhandelsbeitrag teilweise kompensierte.
Mit ihre Kauflust hielten die Verbraucher die Binnenkonjunktur am Laufen. 'Gefragt waren vor allem langlebige Wirtschaftsgüter wie u.a. Unterhaltungselektronik.
Mit ihre Kauflust hielten die Verbraucher die Binnenkonjunktur am Laufen. 'Gefragt waren vor allem langlebige Wirtschaftsgüter wie u.a. Unterhaltungselektronik.

Die deutsche Wirtschaft hat 2013 zwar an Fahrt verloren, sich vor dem Hintergrund der Rezession im Euroraum und abgeflauten Weltkonjunktur insgesamt als sehr robust erwiesen. So legte das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2013 preisbereinigt um 0,4 Prozent zu. Kalenderbereinigt stand ein etwas höherer BIP-Zuwachs von 0,5 Prozent zu Buche, da die Zahl der Arbeitstage 2013 etwas geringer war als im Jahr 2012. Allerdings hat sich das Wirtschaftswachstum gegenüber den vorangegangenen beiden Jahren stark verlangsamt: 2012 war die deutsche Wirtschaft noch um 0,7 Prozent gewachsen, im Jahr davor sogar um 3,3 Prozent.

„Offensichtlich wurde die deutsche Wirtschaft durch die anhaltende Rezession in einigen europäischen Ländern und eine gebremste weltwirtschaftliche Entwicklung belastet. Die starke Binnennachfrage konnte dies nur bedingt kompensieren“, kommentierte Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes, das im Vorjahresvergleich geringere Wachstum des deutschen BIP.

Negativer Außenbeitrag trotz Zuwachs der Exporte

Dass im Jahr 2013 unter dem Strich beim BIP ein Plus stand, war vor allem dem Konsum geschuldet. So legten die privaten Konsumausgaben inflationsbereinigt gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent zu. Die staatlichen Konsumausgaben erhöhten sich im Jahresvergleich sogar um 1,1 Prozent.  Die Investitionen verringerten sich dagegen preisbereinigt insgesamt um 0,8 Prozent. Vor allem in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge wurde deutlich weniger investiert (-2,2 %). Auch die Bauinvestitionen fielen preisbereinigt insgesamt geringer aus (-0,3 %).

Auch der sonst so robuste deutsche Außenhandel konnte keinen Wachstumsbeitrag liefern. Dem Statistikamt zufolge legte die Exporte preisbereinigt zwar leicht zu, mit einem Plus von 0,6 Prozent aber schwächer als die Importe, die sich real um 1,3 Prozent erhöhten. Damit ergab sich insgesamt ein negativer Außenbeitrag, der das BIP-Wachstum nach Auskunft der Statistikbehörde um 0,3 Prozentpunkte nach unten drückte.

Wachstumsmotor waren vor allem die Dienstleistungsbereiche, von denen die meisten ihre Wirtschaftsleistung steigern konnten. Besonders gut fiel die Bilanz der Unternehmensdienstleister aus, die preisbereinigt einen Zuwachs ihrer Bruttowertschöpfung um 3,4 Prozent verzeichneten. Im Baugewerbe stand dagegen abermals ein Rückgang, der allerdings mit einem Minus von 1,2 Prozent nur halb so stark ausfiel wie im Jahr davor (2012: -2,4 %). Das Produzierende Gewerbe, das ohne das Baugewerbe gut ein Viertel der gesamten Bruttowertschöpfung ausmacht, wies etwa die gleiche Wirtschaftsleistung wie im Vorjahr aus (+/- 0,0 %).

Rekord-Erwerbstätigkeit, geringeres Staatsdefizit

Die Wirtschaftsleistung wurde 2013 von 41,8 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Damit erreichte die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland das siebte Jahr in Folge einen neuen Höchststand. Mit einem Plus von 0,6 Prozent fiel allerdings der Anstieg der Beschäftigung 2013 deutlich schwächer als 2012 aus. Die Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen, verringerte sich ebenfalls: Sie sank das zweite Jahr in Folge um 0,2 Prozent (2012: -0,4 %). Je Erwerbstätigenstunde erhöhte sich die Arbeitsproduktivität dagegen um 0,2 Prozent. Grund hierfür ist,   dass das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen, also die Summe der von allen Erwerbstätigen geleisteten Arbeitsstunden, weniger stark zunahm als das BIP.

Der Staatssektor – dazu gehören Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen – beendete das Jahr nach noch vorläufigen Berechnungen mit einem geringfügigen Finanzierungsdefizit in Höhe von 1,7 Milliarden Euro. Dabei reduzierten sowohl der Bund als auch die Länder ihre Defizite im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich, während sowohl die Gemeinden als auch die Sozialversicherungen wieder einen kräftigen Überschuss erwirtschafteten. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen errechnet sich daraus für den Staat eine Defizitquote von – 0,1Prozent. Damit kann der Staat für 2013 einen nahezu ausgeglichenen Haushalt vorweisen.

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