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News, 13.08.2010
BIP-Rekordanstieg
Deutsche Wirtschaft verzeichnet Rekordwachstum
Im zweiten Quartal ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) so stark gewachsen wie seit 13 Jahren nicht mehr. Grund für das Rekordwachstum der deutschen Wirtschaft waren insbesondere das Anziehen der Investitionen sowie der boomende Export.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, hat sich das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP), also der Gesamtwert aller in Deutschland hergestellten Waren und Dienstleistungen, im zweiten Quartal 2010 gegenüber dem Vorquartal um 2,2 Prozent erhöht. Das war der höchste Anstieg gegenüber einem Vorquartal seit 1987. Auch im Vergleich zum Vorjahr stieg die Wirtschaftsleistung kräftig an. So lag das BIP im zweiten Quartal real um 3,7 Prozent und nominal sogar um 4,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. „Der zum Jahreswechsel 2009/2010 ins Stocken geratene Aufschwung der deutschen Wirtschaft hat sich damit eindrucksvoll zurückgemeldet“, so das Bundesamt.

Den Statistikern zufolge war das rasante Wachstum sowohl auf die positive Entwicklung im Außenhandel als auch der Binnenkonjunktur zurückzuführen. Den größten Beitrag zum Rekordanstieg des BIP leisteten nach Auskunft der Statistikbehörde die florierenden Exporte und die Dynamik der Investitionen. Unterstützend wirkten aber auch die privaten und staatlichen Konsumausgaben, die dem Bundesamt zufolge ebenfalls zum Wachstum beigetragen hätten.

Experten: Höhenflug hält nicht auf Dauer an

Während Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) die aktuelle Entwicklung als „Aufschwung XL“ bezeichnete, warnte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), davor, angesichts der erfreulichen Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts die Hände in den Schoß zu legen. „Denn dieses rasche Erholungstempo ist nicht zu halten“, sagte Wansleben. Zudem seien kaum mehr als die Hälfte der Krisenverluste bislang aufgeholt. „Daher müssen wir jetzt weiter arbeiten, statt uns gegenseitig auf die Schultern zu klopfen.“

Keinen Grund zu Euphorie sieht auch das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung. So zeige sich zwar jetzt nach Auskunft von Prof. Dr. Gustav Horn, Wissenschaftliche Direktor des IMK, wie kräftig die weltweiten Konjunkturprogramme die Wirtschaft angeschoben hätten. Im Laufe dieses Jahres liefen allerdings die meisten davon aus. „Erst danach wird sich zeigen, ob die deutsche Wirtschaft nur eine Erholung nach der tiefen Krise erlebt, oder einen selbst tragenden Aufschwung“, sagte Horn. Hier sehe man jedoch noch eine Menge Risiken.

Deutliche Zweifel an der Nachhaltigkeit des Wirtschaftsaufschwungs kamen auch von Peter Bofinger, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung. „Aus meiner Sicht erleben wir im Augenblick ein Zwischenhoch, das den sehr expansiven Maßnahmen der Fiskalpolitik und der Geldpolitik geschuldet ist“, so Bofinger in einem Video-Interview mit ZEIT ONLINE. Was man erlebe, sei eine Bestätigung keynesianischer Theorie, demnach die Wirtschaft in einer schwerer Krise zwar durch den Staat wieder gedreht werden könne. Ziehe sich der Staat jedoch zurück, bestehe die Gefahr, dass die Konjunktur wieder einbreche.
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