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News, 16.01.2015
Beachtlicher BIP-Zuwachs
Deutsche Wirtschaft legt 2014 überraschend deutlich zu
Die deutsche Wirtschaft ist im letzten Jahr so stark gewachsen wie seit 2011 nicht mehr. Grund für das überdurchschnittlich starke Wachstum des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) waren insbesondere ein dynamischer privater Konsum und ein deutliches Anziehen der Investitionen. Auch der Außenhandel lieferte zum Wachstum einen kleinen Beitrag.

Europas stärkster Wirtschaftsdampfer hat trotz rauer See das Wirtschaftsjahr 2014 beachtlich krisenfest durchschifft und sich dabei so gut geschlagen wie im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre nicht. Wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat, erhöhte sich die deutsche Wirtschaftsleistung, das sogenannte Bruttoinlandsprodukt (BIP), 2014 gegenüber dem Vorjahr real, also inflationsbereinigt, um beachtliche 1,5 Prozent. Damit entwickelte sich die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr deutlich dynamischer als im langjährigen Durchschnitt: Im Mittel der vergangenen zehn Jahre wuchs das deutsche BIP jährlich lediglich um 1,2 Prozent. 2013 hatte sich die deutsche Wirtschaftsleistung, also der Wert aller in Deutschland hergestellten Güter und Dienstleistungen lediglich um 0,1 Prozent erhöht, im Vorjahr war die deutsche Wirtschaft ebenfalls nur leicht gewachsen (2012: + 0,4 %).

„Offensichtlich konnte sich die deutsche Wirtschaft in einem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld behaupten und dabei vor allem von einer starken Binnennachfrage profitieren“, sagte Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes, auf der Pressekonferenz zum Bruttoinlandsprodukt 2014 in Berlin. So habe sich die Schwächephase im vergangenen Sommer nach dem starken Jahresauftakt gegen Jahresende Egeler zufolge stabilisiert.

Deutsche Verbraucher und öffentliche Hand als Wachstumsmotor

Wichtigste Wachstumstreiber war im letzten Jahr die Binnennachfrage, allen voran die deutschen Konsumenten und Staat. So lagen die privaten Konsumausgaben real 1,1 Prozent über dem Vorjahresniveau und die öffentlichen Ausgaben um 1,0 Prozent höher als im Vorjahr. Auch die Investitionen legten zu: Im Inland investierten Unternehmen und Staat zusammen 3,7 % mehr in Ausrüstungen  – das sind vor allem Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge – als ein Jahr zuvor. Die preisbereinigten Bauinvestitionen erzielten ebenfalls ein kräftiges Plus von 3,4 %. Die Sonstigen Anlagen – dazu gehören seit der VGR-Generalrevision im Sommer 2014 auch Ausgaben für Forschung und Entwicklung – lagen um 1,2 % über dem Vorjahresniveau.

Der deutsche Außenhandel gewann im Jahresdurchschnitt 2014 trotz eines weiterhin schwierigen außenwirtschaftlichen Umfelds etwas an Dynamik: Deutschland exportierte preisbereinigt 3,7 % mehr Waren und Dienstleistungen als im Jahr 2013. Die Importe legten aber fast genauso stark zu (+ 3,3 %). Die Differenz zwischen Exporten und Importen – der Außenbeitrag – leistete dadurch einen vergleichsweise geringen Beitrag von + 0,4 Prozentpunkten zum BIP-Wachstum 2014.

Bau und Produzierendes Gewerbe legen deutlich zu

Auf der Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts konnten fast alle Wirtschaftsbereiche zur Belebung der deutschen Wirtschaft beitragen. Insbesondere im Baugewerbe kam es – unter anderem begünstigt durch die extrem milde Witterung in den Wintermonaten – im Jahr 2014 zu einem kräftigen Anstieg der Wirtschaftsleistung von 2,7 %. Das Produzierende Gewerbe, das ohne das Baugewerbe gut ein Viertel der gesamten Bruttowertschöpfung ausmacht, konnte ebenfalls spürbar um 1,1 % zulegen. Daneben entwickelten sich auch die Dienstleistungsbereiche überwiegend positiv. Insgesamt stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche um 1,4 % gegenüber dem Vorjahr.

Die Zahl der Erwerbstätigen erreichte 2014 mit 42,7 Millionen das achte Jahr in Folge einen neuen Höchststand. Das waren 371 000 Personen oder 0,9 % mehr als im Vorjahr. Die Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigenstunde, war 2014 im Vergleich zum Vorjahr fast unverändert (+ 0,1 %). Je Erwerbstätigen ist sie um 0,6 % gegenüber 2013 gestiegen.

Staatshaushalte erzielen Überschuss

Der Staatssektor – dazu gehören Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen –beendete das Jahr mit dem zweithöchsten Finanzierungsüberschuss seit der deutschen Vereinigung: Er betrug nach vorläufigen Berechnungen 11,9 Milliarden Euro. Dabei erzielten Bund, Gemeinden und Sozialversicherungen jeweils Überschüsse, lediglich die Länder wiesen noch ein geringes Defizit auf. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen errechnet sich daraus für den Staat eine Überschussquote von + 0,4 %. Damit kann der Staat nach VGR-Methode bereits das dritte Jahr in Folge einen mehr als ausgeglichenen Haushalt vorweisen.

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