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News, 22.01.2013
Moderater BIP-Anstieg
Deutsche Wirtschaft dank Export 2012 mit leichtem Wachstum
Die Eurokrise hat die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr zwar mächtig ausgebremst. Dank eines deutlichen Aushandelsüberschusses stand aber insgesamt im Jahr 2012 beim deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) ein moderates Plus zu Buche. Besonders erfreulich: 2012 erzielte der deutsche Staat im Jahresdurchschnitt erstmals seit fünf Jahren wieder einen Überschuss.

Der deutsche Wirtschaftsdampfer hat 2012 in rauer See zwar Schrammen abgekommen und im Schlussquartal sogar den Rückwärtsmodus eingelegt, sich insgesamt jedoch auf Wachstumskurs gehalten. Ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zufolge erhöhte sich das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP), 2012 bereinigt um Inflationseffekte gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent. Damit hat sich das Wachstum der deutschen Wirtschaft erheblich abgeschwächt: 2011 war der Wert der in Deutschland produzierten Waren und Dienstleistungen noch um 3,0 Prozent gestiegen, 2010 sogar um 4,2 Prozent. Dem Statistikamt zufolge waren diese Wachstumsraten allerdings auch Aufholeffekten infolge der weltweiten Wirtschaftskrise im Jahr 2009 geschuldet. „Im Jahr 2012 erwies sich die deutsche Wirtschaft dagegen in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld als widerstandsfähig und trotzte der europäischen Rezession“, erklärte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler. In der zweiten Jahreshälfte habe sich deutsche Konjunktur jedoch dann immer stärker abgekühlt. Für das vierte Quartal geht das Statistikamt sogar von einem Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung aus, demnach die deutsche Wirtschaft insgesamt im Schlussquartal auf Jahressicht um 0,5 Prozent geschrumpft sein dürfte. Einen stärkeren Rückgang des deutschen BIP gab es zuletzt in der Quartalsbetrachtung zu Beginn des Krisenjahrs 2009.

Clemens Fuest, der designierte Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), sieht daher auch die deutsche Wirtschaft längst nicht über den Berg: "Die Lage ist deutlich schlechter als die Stimmung", warnte Fuest laut Reuters. Die Eurokrise sei noch lange nicht vorbei. „Das ist Wunschdenken", erklärte Fuest gegenüber der Nachrichtenagentur. Dass die deutsche Wirtschaft noch geraume Zeit zu kämpfen haben wird, erwartet auch die Bundesregierung, die ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr vergangene Woche um mehr als die Hälfte auf 0,4 Prozent verringerte. Im Oktober letzten Jahres hatte die Regierung noch für dieses Jahr ein Wachstum des deutschen BIP um 1,0 Prozent prognostiziert.

Deutlich weniger Investitionen

Stärkster Wachstumsmotor war 2012 der deutsche Außenhandel. So exportierten Deutschlands Unternehmen im vergangenen Jahr preisbereinigt 4,1 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen als 2011. Die Importe der deutschen Wirtschaft stiegen dagegen lediglich um 2,3 Prozent. Damit lieferte der deutsche Außenhandel einen Wachstumsbeitrag zum BIP von 1,1 Prozentpunkten.

Die Inlandsnachfrage entwickelte sich dagegen uneinheitlich: Während die privaten und staatlichen Konsumausgaben ein moderates Wachstum um 0,8 bzw. 1,0 Prozent auswiesen, gingen die Investitionen insgesamt um 2,1 Prozent zurück. Die Ausrüstungsinvestitionen verringerten sich im Vorjahresvergleich sogar um 4,4 Prozent, die Bauinvestitionen dagegen nur 1,1 Prozent. Damit steuerten die Investitionen erstmals seit der Wirtschaftskrise 2009 nichts zum Wachstum der deutschen Wirtschaft bei.

Die Entwicklung der Wirtschaftssektoren betrachtet zeigt sich im Jahr 2012 nach Auskunft der Statistikbehörde ein zweigeteiltes Bild. So legte die Bruttowertschöpfung in den Dienstleistungsbereichen (tertiärer Sektor) preisbereinigt teils kräftig zu, während im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) und im Baugewerbe jeweils ein deutliches Minus zu Buche stand (-0,8 bzw. -1,7%). Insgesamt erhöhte sich die preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche – genauso wie das deutsche BIP – 2012 um 0,7 Prozent.

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