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News, 22.12.2009
Auswertung
Atypische Arbeitszeiten werden immer mehr zur Regel
Nur etwas mehr als jeder dritte deutsche Arbeitnehmer übt seine Tätigkeit ausschließlich von Montag bis Freitag zu ganz normalen Arbeitszeiten aus. Der Rest hingegen muss auch nachts, am Samstag oder Sonntag ran, so das Ergebnis einer aktuellen WSI-Auswertung.
Seit 1991 ist der Anteil der abhängig Beschäftigten in Deutschland, deren Tätigkeit auch mit Nacht- bzw. Wechselschichten oder Wochenendarbeit einhergeht, signifikant gestiegen. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung hervor. Danach sind mittlerweile 45,4 Prozent der deutschen Arbeitnehmer und somit etwa 14,8 Millionen Menschen in einem Dienstverhältnis tätig, das zumindest hin und wieder Samstagsarbeit vorsieht. 1991 traf dies nur auf knapp ein Drittel der Beschäftigten in Deutschland bzw. 11 Millionen Arbeitnehmer zu.

Laut WSI gingen im letzten Jahr 59,1 Prozent der deutschen Arbeitnehmer einer Tätigkeit mit atypischen Arbeitszeiten nach. Am stärksten nahm die Sonntagsarbeit zu: Hier stieg der Anteil der davon betroffenen Beschäftigten seit 1991 von 17,2 Prozent auf 26,1 Prozent im Jahr 2008. Demgegenüber stieg der Anteil deutscher Arbeitnehmer, die regelmäßig nachts arbeiten müssen, im Vergleichszeitraum nur leicht von 13,4 auf 15,7 Prozent. Weitere 17,3 Prozent der abhängig Beschäftigten in Deutschland arbeiteten im Jahr 2008 in Wechselschicht. 1991 lag deren Anteil noch bei 12,7 Prozent. Nur 38,4 Prozent der deutschen Arbeitnehmer haben nach wie vor grundsätzlich abends und am Wochenende frei.

Laut Dr. Alexander Herzog-Stein, Arbeitsmarktexperte am WSI, bedeute die Rückkehr zur Samstagsarbeit aber dennoch kein Zurück zur Sechs-Tage-Woche der 1950er-Jahre. Fünf Arbeitstage in der Woche sind die Regel, auch wenn die freien Tage nicht mehr automatisch auf das Wochenende fielen, was Herzog-Stein zufolge wiederum bedeute, dass das lange Wochenende als gesellschaftliche Zeitinstitution an Bedeutung verliere. Die Folge: Vielen Beschäftigten falle es immer schwerer, ihr Familien- und übriges Sozialleben zu organisieren - zumal sich "im Kielwasser der Samstagsarbeit auch die Sonntagsarbeit ausbreitet", so Arbeitsmarktexperte Herzog-Stein.

[Quelle: WSI]
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