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News, 10.09.2014
Ausfuhr-Allzeithoch
Deutsche Wirtschaft verzeichnet Rekord-Exporte
Die deutsche Wirtschaft hat im Juli so viel ins Ausland exportiert wie noch nie in einem Monat. Vor allem die Exporte in die EU-Mitgliedsländer legten kräftig zu. Anton F. Börner, Präsident des Groß- und Außenhandelsverbandes BGA, sieht allerdings trotz der Rekordzahlen die weitere Entwicklung der Exporte zunehmend in Gefahr.
Auch die Exporte in die sog. Drittländer zeigten nach der Ausfuhrdelle im Vormonat wieder im Jahresvergleich nach oben. (Bild: Hamburger Hafen)
Auch die Exporte in die sog. Drittländer zeigten nach der Ausfuhrdelle im Vormonat wieder im Jahresvergleich nach oben. (Bild: Hamburger Hafen)

Die deutschen Ausfuhren haben erstmals seit Beginn der Außenhandelsstatistik in einem Monat die 100-Milliarden-Euro-Schwelle überschritten. Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge führte die deutsche Wirtschaft im Juli Waren im Wert von 101,0 Milliarden Euro aus. Das ist ein Ausfuhrplus gegenüber Juni von 4,7 Prozent und ist der höchste jemals im einem Monat gemessene Ausfuhrwert. Einen stärkeren Zuwachs der Exporte gab es auf Monatssicht zuletzt im März 2010, als die Exporte binnen Monatsfrist um 5,5 Prozent gestiegen waren. Gegenüber Juli 2013 erhöhten sich die deutschen Ausfuhren sogar um 8,5 Prozent. Das war im Jahresvergleich der stärkste Zuwachs seit Oktober 2012 (+ 10,5 %) und zugleich in den ersten sieben Monaten der sechste Monat mit einem Ausfuhrplus.

Explosion der deutschen Exporte in die Nicht-Euro-EU-Mitgliedstaaten

Auftragsmotor waren insbesondere die Mitgliedsländer der Europäischen Union (EU). Sie bezogen im Juli Waren und Dienstleistungen „made in Germany“ im Wert von insgesamt rund 56,9 Milliarden Euro. Das ist gegenüber Juli 2013 ein Plus von 9,6 Prozent. Knapp zwei der EU-Exporte deutscher Unternehmen gingen in die Euro-Länder, die von der deutschen Wirtschaft Güter und Leistungen im Wert von 35,5 Milliarden Euro bezogen. Das waren 6,2 Prozent mehr als im Juli letzten Jahres. Noch sehr viel stärker legten jedoch die Geschäfte in den EU-Mitgliedsstaaten, die nicht der Eurozone angehören, zu. Hier schnellten die Exporte mit einem Volumen von rund 21,4 Milliarden Euro im Jahresvergleich sogar um 15,9 Prozent nach oben. Die Versendungen in Länder außerhalb der Europäischen Union, sogenannte Drittstaaten, beliefen sich im Juli auf rund 44,1 Milliarden Euro. Das waren 7,2 Prozent mehr als im Juli 2013. Im Juni waren die Exporte in die Nicht-EU-Länder unter dem Niveau des Vorjahresmonats geblieben (- 0,9 % gegenüber Juni 2013).

Anton F. Börner, Präsident des Groß- und Außenhandelsverbandes BGA, sieht allerdings trotz der Rekordzahlen die weitere Entwicklung der Exporte zunehmend in Gefahr. „So erfreulich dieses Monatsergebnis ist, sollte es nicht überbewertet werden. Die zahlreichen Krisenherde drücken auf die Stimmung der Unternehmer und führen zu wachsender Unsicherheit“, so der BGA-Chef. "Mit großer Sorge blicken wir zum Beispiel auf die Eskalation im Ukraine-Konflikt und dem daraus resultierenden Handelsstreit mit Russland. Aber auch die weiter anhaltenden Auseinandersetzungen im Nahen- und Mittleren Osten belasten die weitere weltwirtschaftliche Entwicklung.“

Noch steuern die Exporte beim Blick auf das Gesamtjahr allerdings auf Wachstumskurs. So steht von Januar bis Juli mit Versendungen im Wert von 659,4 Milliarden Euro ein Ausfuhrplus von 3,3 Prozent zu Buche. Hauptwachstumstreiber sind auch hier die Länder der EU, die in ersten sieben Monaten 5,4 Prozent mehr Waren und Leistungen aus Deutschland bezogen als im Vergleichszeitraum 2013 (Eurozone: + 2,8 %; Nicht Eurozone: +10,5 %). Bei den Exporten in die Drittländer zeigt sich dagegen eher Stagnation: Sie überstiegen das Niveau der ersten sieben Monate vergangenen Jahres nur leicht um 0,5 Prozent.

Weniger Importe als im Juni

Die Importe der deutschen Wirtschaft legten dagegen im Jahresvergleich nur leicht zu. Sie lagen mit einem Volumen von insgesamt rund 77,6 Milliarden Euro lediglich 1,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Gegenüber Juni gingen sie sogar um 1,8 Prozent zurück. Damit summierten sich die deutschen Einfuhren in den ersten sieben Monaten des Jahres insgesamt auf 536,6 Milliarden Euro. Das waren 2,4 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Wichtigste Bezugsquelle für deutsche Importeure war die EU, aus deren Mitgliedsstaaten von den Unternehmen Güter und Leistungen im Wert von insgesamt rund 351,1 Milliarden Euro bezogen wurden. Hauptlieferant waren hier die Euro-Länder. Aus ihnen bezog die deutsche Wirtschaft Importe im Wert von 241,9 Milliarden Euro. Hier zeigte sich im Jahresvergleich ein leichter Rückgang (- 0,5 %). Die Importe aus den anderen EU-Mitgliedsstaaten legten dagegen kräftig zu. Sie erhöhten sich mit einem Einfuhrwert von insgesamt rund 109,6 Milliarden Euro auf Jahressicht um 10,3 Prozent. Aus den Drittländern bezog die deutsche Wirtschaft im Juli Importe im Wert von insgesamt rund 185,1 Milliarden Euro. Das waren 1,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Infolge des starken Zuwachses der Exporte ergab sich in der deutschen Außenhandelsbilanz im Juli ein Rekordüberschuss von 23,4 Milliarden Euro. Im Juli 2013 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz lediglich ein Plus von 16,3 Milliarden Euro ausgewiesen. Kalender- und saisonbereinigt belief sich der Überschuss im Juli 2014 auf 22,2 Milliarden Euro.

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