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News, 18.06.2018
Einbruch der Industrienachfrage im Euroraum
Auftragseingang in der Industrie weiter rückläufig
Ein Einbruch der Nachfrage nach Investitionsgütern im Euroraum und eine schwache Binnennachfrage haben den Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im April weiter zurückgehen lassen. Noch zehrt die Industrie aber von prall gefüllten Auftragsbüchern.
Die Entwicklung der Auftragseingänge seit April 2008 (Grafik: BMWi)
Die Entwicklung der Auftragseingänge seit April 2008 (Grafik: BMWi)
Die Talfahrt des Auftragseingangs im Verarbeitenden Gewerbe hält an. Im April hat sich die Nachfrage nach Industrieerzeugnissen „made in Germany“ weiter abgeschwächt. Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) auf Basis aktueller Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) mitteilte, lag das Volumen der eingegangenen Bestellungen im April 2,5 Prozent unter dem Niveau von März. Das war der vierte Monat in Folge mit einer rückläufigen Industrienachfrage. Von Dow Jones Newswire befragte Ökonomen hatten eigentlich eine Erholung des Auftragseingangs und im Median eine Belebung der Industrienachfrage um 0,6 Prozent erwartet.

Verantwortlich für den weiter rückläufigen Auftragseingang in der Industrie war im April insbesondere eine deutlich schwächere Nachfrage nach Industrieerzeugnissen im Inland. Hier gingen die Bestellungen gegenüber März um 4,8 Prozent zurück. Der Auftragseingang aus dem Ausland fiel zwar ebenfalls geringer aus als (- 0,8 %), hier konnte allerdings ein Einbruch der Nachfrage in den Euroländern (- 9,9 %) durch ein Anziehen der Bestelldynamik in den Nicht-Euroländern (+ 5,4 %) teilweise kompensiert werden.

Nachfrage nach Investitionsgütern im Euroraum weiter rückläufig


Auftragseinbußen verzeichneten vor allem die Investitionsgüterindustrie. Hier verringerte sich der Auftragseingang im April nach einer Nachfrageabschwächung im März (- 1,9 %) aufgrund eines Nachfrageeinbruchs in den Euroländern (- 15,5 %; Nicht-Euroländer: + 0,4 %) den zweiten Monat in Folge um weitere 5,6 Prozent. Auch Konsumgüter wurden weniger geordert (- 2,2 %), wobei hier deutlichen Auftragsverlusten im Ausland (- 4,1 %) eine leicht aufwärts gerichtete Inlandsnachfrage (+ 0,6 %) gegenüberstand. Die Nachfrage nach Vorleistungsgütern zog dagegen nach dreimonatiger Talfahrt erstmals wieder an. Sie erhöhte sich aufgrund eines Nachfrageschubs in den Nicht-Euroländern (+ 20,8 %; Euroländer: - 1,6 %) gegenüber März um 2,5 Prozent.

„Nach dem starken Anstieg der Auftragseingänge im zweiten Halbjahr 2017 setzt sich die absehbar ruhigere Entwicklung aus dem ersten Vierteljahr 2018 im April fort“, kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium die anhaltend rückläufige Industrienachfrage. Inwieweit dabei Verunsicherungen insbesondere aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld eine Rolle spielten, sei allerdings schwer einzuschätzen. „Der Auftragsbestand bei den Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes ist jedoch mit einer Reichweite Stand März von 5,6 Monaten weiterhin sehr hoch. Auch der ifo Geschäftsklimaindex hat sich zuletzt auf weit überdurchschnittlichem Niveau wieder stabilisiert.“

cs/BWMi
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