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News, 06.10.2015
Erneuter Orderrückgang
Auftragseingänge in der Industrie unerwartet schwach
Die Konjunkturabschwächung in den Schwellenländern schlägt immer stärker auf das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland durch. Sowohl im außereuropäischen Ausland als auch im Inland gaben die Bestellungen im August den zweiten Monat in Folge nach.
Am stärksten büßte die Investitionsgüterindustrie beim Auftragseingang ein (Grafik: BMWi).
Am stärksten büßte die Investitionsgüterindustrie beim Auftragseingang ein (Grafik: BMWi).
Erneuter Dämpfer für die deutsche Industrie: Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) anlässlich heute veröffentlichter Zahlen des Statistischen Bundesamtes mitteilte, gingen die Auftragseingänge im Verarbeitende Gewerbe im August, nachdem sie im Vormonat bereits um 2,2 Prozent auf Monatssicht zurückgegangen, gegenüber Juli preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigt um weitere 1,8 Prozent zurück. Lässt man die Großaufträge außen vor, verringerten sich die Orders dem Ministerium nach auf Monatssicht sogar um 2,1 Prozent. Für Ökonomen kam das Orderminus überraschend. Sie hatten nach dem schwachen Juli-Ergebnis in einer Bloomberg-Umfrage eigentlich im Median mit einem leichten Anziehen der Auftragseingänge gerechnet (Prognosen im Mittel: + 0,5 %).

Eurozone-Länder stützen Auftragseingang

Dem Statistikamt zufolge verlor der Auftragseingang sowohl im Inland als auch Ausland an Fahrt. Dabei stand im Inland gegenüber Juli mit einem Orderminus von 2,6 Prozent als ein mehr als doppelt so hoher Auftragsrückgang zu Buche wie im Ausland (- 1,2 % gegenüber Juli). Dass der Rückgang der Auslandsbestellungen vergleichsweise moderat ausfiel, war allerdings auch einer deutlich stärkeren Bestelldynamik in den Euroländern geschuldet, die im Durchschnitt 2,5 Prozent mehr Industrieerzeugnisse bestellten als im Juli. Aus den EU-Mitgliedsstaaten, die dem Euroraum nicht angehören, ließen die Bestellungen dagegen deutlich nach (- 3,7 %).

Orderrückgänge verzeichneten vor allem die Investitionsgüterindustrie. Hier nahmen die Bestellungen im August, nachdem sie im Juli bereits um 2,5 Prozent zurückgegangen waren, um weitere 2,8 Prozent ab. Auch Konsumgüter wurde deutlich weniger bestellt. Hier gingen die Orders im August gegenüber Juli um 1,5 Prozent zurück. Bei den Konsumgüterproduzenten war es sogar der dritte Monat in Folge mit einem Rückgang der Bestellungen (Juni: - 1,0 %; Juli: - 2,8 %). Vorleistungsgüterproduzenten verbuchten ebenfalls einen weiter rückläufigen Auftragseingang (August: - 0,4 %; Juli: - 1,4 %; Juni: -0,5 %).

Im Zweimonatsvergleich des Zeitraums Juli bis August gegenüber Mai bis Juni verringerte sich der Auftragseingang im Verarbeitenden insgesamt um 2,2 Prozent. Hier ist das Orderminus allerdings allein der Abschwächung der Bestelldynamik im Ausland geschuldet, während im Inland ein Orderplus von 1,4 Prozent zu Buche steht. Dabei zeigt sich im Ausland ein ähnliches Bild wie im Monatsvergleich mit einem deutlichen Auftragsplus im Euroraum (+ 2,8 %) und einem Einbruch der Nachfrage aus den anderen Mitgliedsländern der EU (- 9,2 %). Auf Jahressicht stand allerdings beim Auftragseingang insgesamt ein Plus zu Buche. So lagen die Bestellungen nach Auskunft der Statistikbehörde im August 2,3 Prozent über dem Vorjahresniveau (arbeitstäglich bereinigt: + 1,9 %).

Wie das Ministerium allerdings relativierte, sei der erneute Rückgang der Industrieaufträge im August durch Ferieneffekte überzeichnet. „Die Auftragseingänge aus dem Inland sind weiterhin moderat und die aus dem Euroraum deutlich aufwärtsgerichtet. Die Impulse aus dem Nicht-Euroraum erscheinen gegenwärtig weniger verlässlich“, konstatierte das Bundeswirtschaftsministerium.

cs/BMWi

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