VOLLTEXTSUCHE
News, 19.05.2017
Arbeitswelt 4.0
Digitalisierung erfordert Neuausrichtung der Personalpolitik
Die Digitalisierung der Wirtschaft und des gesellschaftlichen Lebens stellt inzwischen alle Wirtschaftsbereiche vor neue Herausforderungen und fordert auch in der Personalpolitik neue Weichenstellungen, zeigt eine neue Studie.
Eine Entwicklung im Zuge der Digitalisierung, die immer stärker um sich greift, ist die zunehmende Mobilisierung der Arbeitswelt. (Bild: panthermedia.net / Dmitriy Shironosov)
Eine Entwicklung im Zuge der Digitalisierung, die immer stärker um sich greift, ist die zunehmende Mobilisierung der Arbeitswelt. (Bild: panthermedia.net / Dmitriy Shironosov)
Der Digitalisierungstrend hin zur sogenannten Wirtschaft 4.0 ist in vollem Gange. Kaum ein Unternehmen kann sich ihm inzwischen noch entziehen. Die Digitalisierung verändert auch die Arbeitswelt, schafft neuen Formen der Beschäftigung (z.b. Crowdworking) und stellt neue Anforderungen an die Personalpolitik von Unternehmen, Organisationen und Institutionen. Wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer repräsentativen Studie ermittelt hat,  hat sich die Digitalisierung in Deutschland zwar noch die auf Anzahl der Beschäftigten ausgewirkt, teilweise aber bereits die Dynamik der Personaleinstellungen und –abgänge in Unternehmen erhöht.

Drei Formen der Digitalisierung

In ihrer Studie unterscheiden die IAB-Arbeitsmarktforscher Anja Warning und Enzo Weber zwischen drei Formen der Digitalisierung. Die erste Ausprägung ist die interne Digitalisierung, das heißt die digitale Vernetzung der unternehmensinternen Produktions-, Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse. Die zweite Form ist die externe Digitalisierung, also die Vernetzung mit Kunden, Lieferanten und sonstigen Geschäftspartnern (bspw. Vertriebspartnern, Investoren etc.). Die dritte Digitalisierungsform ist der Einsatz lernender Systeme. Bei der internen und vor allem der externen Digitalisierung ermittelte die Studie dem IAB zufolge bei einer deutlichen Mehrheit der insgesamt rund 12.000 befragten Unternehmen einen leichten oder sogar starken Digitalisierungstrend. Von einem Einsatz lernender Systeme berichtet dagegen in der Befragung nur ein kleiner Teil der Unternehmen.

„Die zunehmende Digitalisierung bringt beträchtliche Veränderungen in der betrieblichen Personalpolitik mit sich“, so Warning und Weber. Als Beispiel nennen die Arbeitsmarktforscher die Anforderungen, die von Arbeitgeber an neues Personal gestellt werden. „Eine zentrale Rolle spielen dabei Kenntnisse, die durch Weiterbildung erworben werden, sowie sozial-kommunikative Kompetenzen, die von den Arbeitgebern auf dem Weg zu Wirtschaft 4.0 zunehmend nachgefragt werden“, so Warning und Weber. Zudem ergab die Studie, dass Unternehmen mit Digitalisierungstrend an neue Mitarbeiter höhere Anforderungen an die zeitliche und inhaltliche Flexibilität stellen. Trotz teilweiser Probleme bei der Besetzung offener Stellen und steigender Anforderungen im Zuge die Digitalisierung zeige die Studie Warning und Weber zufolge aber bislang keine spürbaren Lohneffekte.

In wie weit die Digitalisierung zu einer Steigerung der Arbeitszufriedenheit, Leistungseffizienz und Produktivität von Beschäftigten führt oder vielmehr lediglich in erster Linie den Arbeitsdruck auf Mitarbeiter stetig steigen lässt, hängt von den personalpolitischen Weichenstellungen jedes einzelnen Unternehmens ab. So könnten den Forschern nach die steigenden Anforderungen einerseits die Handlungs- und Entwicklungsspielräume für die Beschäftigten erhöhen, andererseits aber auch die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben zunehmend verschwimmen lassen.

„Hier ist eine betriebliche Personalpolitik gefragt, die bei der Formulierung von Anforderungen die unterschiedlichen Interessen und Möglichkeiten verschiedener Gruppen von Beschäftigten berücksichtigt. Gesetzliche Regelungen müssen nach wie vor dem Schutz der Beschäftigten vor Überlastung gerecht werden, sollten aber auch Möglichkeiten bieten, auf der betrieblichen und sozialpartnerschaftlichen Ebene einzelfallgerechte Lösungen zu erarbeiten“, schreiben Warning und Weber. Gegenstand solcher Pakete könnten etwa Anpassungen der Arbeitszeit und der Vorlauf bei ihrer Ankündigung sein, außerdem die Lage der Arbeitszeit, Urlaubsregelungen oder individuelle Freistellungen beispielsweise für Weiterbildung oder für Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der IAB-Studie steht kostenfrei zum Download zur Verfügung. 

cs/IAB

WEITERE NEWS AUS DIESER KATEGORIE
NACHRICHTEN AUS ANDEREN RESSORTS
SUCHE
Volltextsuche





Profisuche
Anzeige
PRESSEFORUM MITTELSTAND
Pressedienst
LETZTE UNTERNEHMENSMELDUNGEN
BRANCHENVERZEICHNIS
Branchenverzeichnis
Kostenlose Corporate Showrooms inklusive Pressefach
Kostenloser Online-Dienst mit hochwertigen Corporate Showrooms (Microsites) - jetzt recherchieren und eintragen! Weitere Infos/kostenlos eintragen
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG