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News, 04.01.2010
Arbeitsmarkt
Zahl der Erwerblosen in Deutschland 2009 gestiegen
Nach einer vorläufigen Schätzung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hat sich die Anzahl der Erwerblosen in Deutschland im Jahr 2009 um 5,4 Prozent erhöht. Am stärksten ging die Beschäftigung im Produzierenden Gewerbe zurück.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute mitteilte, ist die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland 2009 erstmals seit 2005 wieder gesunken. Danach waren 2009 im Jahresschnitt rund 40,15 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland und somit 72.000 Personen bzw. 0,2 Prozent weniger erwerbstätig als im Jahr 2008 (40,22 Millionen). Das geht aus vorläufigen Schätzungen der deutschen Statistikbehörde auf Basis der Arbeitskräfteerhebung hervor.

Destatis zufolge fielen sowohl der Rückgang der Erwerbstätigkeit als auch der Anstieg bei den Erwerbslosen schwächer aus als vielfach befürchtet. So stieg die Zahl der Erwerblosen 2009 gegenüber dem Vorjahr um 169.000 bzw. 5,4 Prozent auf 3,31 Millionen Personen. Zugleich erhöhte sich die Zahl der aktiv am Arbeitsmarkt verfügbaren Erwerbspersonen, die sich aus der Summe von Erwerbstätigen und Erwerbslosen definiert, um 97.000 Personen auf 43,46 Millionen. Die Erwerbslosenquote, die den Anteil der Erwerbslosen an der Gesamtzahl der Erwerbspersonen widerspiegelt, stieg von 7,2 Prozent (2008) auf 7,6 Prozent im Jahr 2009.

Dass der Rückgang der Beschäftigung geringer ausfiel als erwartet, führt Destatis insbesondere auf die massive Ausweitung der Kurzarbeit sowie den Abbau von Überstunden und das Abschmelzen von Guthaben auf Arbeitszeitkonten zurück, was 2009 geholfen habe, die Beschäftigungsverluste zu begrenzen. So sank denn auch die Zahl der Arbeitnehmer mit Wohnort in Deutschland 2009 gegenüber dem Vorjahr verhältnismäßig moderat um 0,1 Prozent bzw. 49.0000 auf gut 35,7 Millionen Personen. Auch bei den Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger hielt der Rückgang sich in Grenzen: Hier registrierte Destatis 2009 mit rund 4,4 Millionen Selbstständigen ein Minus von 0,5 Prozent bzw. 23.000 Personen.

Mehr Beschäftigte im Dienstleistungsgewerbe, weniger in der Industrie

Wie die Destatis-Auswertung aufzeigt, entwickelte sich die Zahl der in Deutschland Erwerbstätigen in den jeweiligen Wirtschaftsbereichen sehr unterschiedlich. Während die stärker vom Export abhängigen Bereiche des Produzierenden Gewerbes (ohne Baugewerbe) einen Rückgang der Erwerbstätigen um 217.000 Personen verzeichneten und damit die Beschäftigungsgewinne in dieser Sparte aus den Jahren 2007 und 2008 per Saldo egalisiert wurden, legten andere Wirtschaftssparten zu. Den größten Zuwachs verzeichneten die Dienstleistungsbereiche, wo die Beschäftigung 2009 im Jahresmittel um 171.000 Erwerbstätige bzw. 0,6 Prozent anstieg. Auch die Land- und Forstwirtschaft sowie das Baugewerbe konnten einen Zugewinn verzeichnen: Hier lag die Zahl der Erwerbstätigen 2009 um 5.000 bzw. 4.000 Personen höher als im Vorjahr.


Strukturwandel bei der Erwerbstätigkeit hält an

Destatis zufolge setzte sich der seit der Wiedervereinigung andauernde Strukturwandel, der von einer Verlagerung der Erwerbstätigkeit in den tertiären Wirtschaftsbereich (Handel, Finanzwirtschaft und sonstige Dienstleistungsbranchen) gekennzeichnet ist, auch im Jahr 2009 fort. Danach waren im vergangenen Jahr fast drei Viertel (72%) aller Erwerbstätigen in Deutschland in diesem Sektor tätig. Zum Vergleich: 1991 hatte der Anteil der im Dienstleistungsbereich erwerbstätigen Personen noch 59,9 Prozent betragen. Entsprechend hat sich der Anteil der im primären Wirtschaftsbereich (Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft sowie Bergbau) und sekundären Sektor (Handwerk, Industrie, Bau sowie Energie- und Wasserwirtschaft) Erwerbstätigen kontinuierlich verringert. So sank der Erwerbstätigenanteil in der Land- und Forstwirtschaft seit 1991 von 3,9 Prozent auf 2,1 Prozent im Jahr 2009. Allein im Baugewerbe ist der Anteil erstmals seit seinem Höchststand im Jahr 1995 (8,6%) wieder leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent gestiegen. Anders im Produzierenden Gewerbe: Hier ging der Anteil der erwerbstätigen Personen gemessen an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen 2009 erneut um 0,5 Prozentpunkte auf 19,4 Prozent zurück. 1991 hatte dieser noch bei 29,3 Prozent gelegen.

[Quelle: Destatis]
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