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News, 03.01.2018
Arbeitsmarkt-Boom
Erwerbstätigkeit 2017 so hoch wie nie
Im Jahr 2017 erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Gleichzeitig gingen so viele Menschen einer bezahlten Arbeit nach wie noch nie im wiedervereinigten Deutschland.
Vor allem Fachkräfte aus den sog. MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) haben mittlerweile auf dem Arbeitsmarkt oft die Qual der Wahl.
Vor allem Fachkräfte aus den sog. MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) haben mittlerweile auf dem Arbeitsmarkt oft die Qual der Wahl.

Das kräftige Wachstum der deutschen Wirtschaft hat die Erwerbstätigkeit in Deutschland 2017 auf ein Rekordhoch getrieben. Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zufolge gingen 2017 im Jahresdurchschnitt 44,276 Millionen Menschen in Deutschland einer Arbeit nach. Das waren rund 690.000 Personen bzw. 1,5 Prozent mehr als im Jahr 2016 und zugleich so viele Erwerbstätige wie noch seit der Wiedervereinigung. „Eine gesteigerte Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung sowie die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte glichen negative demografische Effekte aus“, so die Statistikbehörde.

Verantwortlich für die positive Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt war der Anstieg der Zahl der Beschäftigten mit Wohnort in Deutschland. Sie erhöhte sich gegenüber 2016 im Jahresdurchschnitt um 656.000 Personen beziehungsweise 1,7 Prozent auf 39,9 Millionen.  Dabei stand einer weiteren Zunahme der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ein erneuter Rückgang der marginalen und geringfügigen Beschäftigung gegenüber. Auch die Zahl der Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen ging zurück. Sie verringerte sich 2017 mit 4,3 Millionen Personen gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozent (- 26.000 Personen).

Beschäftigungsboom im Dienstleistungsgewerbe hält an

Stärkster Job-Motor war im Jahr 2017 der Dienstleistungssektor. Hier legte die Zahl der Erwerbstätigen im Vorjahresvergleich mit einem Zuwachs um 1,7 Prozent beziehungsweise 536.000 Personen von allen Wirtschaftsbereichen mit Abstand am stärksten zu. Den größten absoluten Anteil daran hatte der Dienstleistungsbereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit“ mit einem Zuwachs der Erwerbstätigkeit um 214.000 Personen (+ 2,0%).  Auch im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) nahm die Erwerbstätigkeit weiter zu. Hier erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresdurchschnitt um 61.000 Personen beziehungsweise 0,8 Prozent. Gleiches galt im Baugewerbe mit einem Erwerbstätigenplus von 43.000 Personen (+ 1,8 %). Im Wirtschaftssektor „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“ verringerte sich dagegen die Zahl der Erwerbstätigen um 2.000 Personen (– 0,3 %).

Erwerbslosigkeit auf Allzeittief

Die Zahl der Erwerbslosen verringerte sich nach vorläufigen Schätzungen auf Basis der Arbeitskräfteerhebung in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2017 zum Vorjahr um 79.000 Personen beziehungsweise 4,5 Prozent auf knapp 1,7 Millionen. Die Zahl der aktiv am Arbeitsmarkt verfügbaren Erwerbspersonen, definiert als Summe von Erwerbstätigen und Erwerbslosen, erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 551.000 Personen beziehungsweise 1,2 Prozent auf 45,9 Millionen. Das war die höchste Zuwachsrate seit dem Jahr 2000 (+ 1,4 %). Die Erwerbslosenquote, gemessen als Anteil der Erwerbslosen an der Zahl der Erwerbspersonen, sank gegenüber dem Vorjahr von 3,9 Prozent auf 3,7 Prozent. Dies entspricht dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung.

cs/Destatis; Bild: Dirk Vorderstraße / flickr

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