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News, 06.04.2010
Arbeitskosten
Lohnnebenkosten in Deutschland unter EU-Durchschnitt
Die Wirtschaftskrise hat die Arbeitskosten für die deutsche Wirtschaft im letzten Jahr deutlich in die Höhe getrieben. Bei den Lohnnebenkosten steht Deutschland jedoch im EU-Vergleich verhältnismäßig gut da.
Der massive Einsatz des Instruments der Kurzarbeit hat in Deutschland zum einem deutlichen Anstieg der Arbeitskosten geführt. Nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zahlte im vergangenen Jahr ein deutscher Arbeitgeber im Schnitt pro Arbeitsstunde 30,90 Euro. Damit sind die Arbeitskosten im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Prozent gestiegen (2008: 29,70 €). Im EU-Vergleich lag Deutschland bei den Arbeitskosten damit auf Platz acht.

Wie die Statistik aufzeigt, fiel der Anstieg der Arbeitskosten in Deutschland deutlich höher aus als im Durchschnitt aller Euro-Länder (2,7%), womit die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr insgesamt an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt hat. Das gilt vor allem für die deutsche Industrie, die 2009 bei den Kosten pro Arbeitsstunde mit einem Anstieg um 5,1 Prozent auf durchschnittlich 35,60 Euro die sechshöchste Wachstumsrate auswies. Damit belegte das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland bei den Arbeitskosten EU-weit hinter Belgien (38,50 €) und Dänemark (35,90 €) Rang drei. Die Branche mit den höchsten Arbeitskosten war 2009 in Deutschland mit 50,30 Euro die Energiewirtschaft. Die geringste Belastung pro Arbeitsstunde hatten Arbeitgeber aus dem deutschen Gastgewerbe (16,10 €).

Hauptgrund für den starken Anstieg der Arbeitskosten in Deutschland war Destatis zufolge der durch die Wirtschaftskrise hervorgerufene Rückgang der geleisteten Arbeitsstunden. So versuchten viele Unternehmen durch das Instrument der Kurzarbeit sowie den Abbau von Überstunden bzw. Arbeitszeitkonten einen Personalabbau soweit wie irgend möglich zu vermeiden, was zur Verteuerung der Arbeit hierzulande führte. Ganz im Gegensatz zur Europäischen Union, wo die Arbeitskosten insgesamt sogar leicht sanken (-0,6%), was den Statistikern zufolge jedoch in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dass in vielen Mitgliedstaaten, die nicht dem Euro-Währungsgebiet angehören, die Währungen zum Teil massive Abwertungen erfuhren.

Deutschland bei Lohnnebenkosten nur im Mittelfeld

Wie die Betrachtung der Lohnnebenkosten - also vor allem Sozialversicherungsbeiträge und die Aufwendungen für die betriebliche Altersvorsorge der Arbeitgeber - im Verhältnis zu den Bruttolöhnen- und Gehältern aufzeigt, liegt Deutschland hier deutlich unter dem EU-Durchschnitt. So zahlten deutsche Arbeitgeber im vergangenen Jahr auf 100 Euro Bruttolohn durchschnittlich 32 Euro Lohnnebenkosten. Im Durchschnitt aller EU-Mitgliedsstaaten lag der Anteil der Lohnnebenkosten bei 36 Euro. Damit rangierte Deutschland bei den Lohnnebenkosten EU-weit auf Platz 13. Spitzenreiter in der EU ist hier Destatis zufolge Frankreich, wo Arbeitgeber auf 100 Euro Brutto-Vergütung im Durchschnitt 50 Euro Lohnnebenkosten zahlen müssen, gefolgt von Schweden (49 €), Belgien (46 €), Italien (46 €) und Litauen (42 €). Die geringsten Sozialbeiträge fielen für Arbeitgeber 2009 in Malta (9 €) an.

Dänemark EU-weit bei den Arbeitskosten Spitzenreiter

Am höchsten war das Arbeitskostenniveau 2009 in Dänemark, wo die Arbeitsstunde einen Arbeitgeber im Durchschnitt 37,40 Euro kostete, gefolgt von Belgien (35,60 €) und Luxemburg (35,20 €). Ebenfalls teurer als in Deutschland war die Arbeitsstunde in Frankreich (32,90 €), Österreich (32,0 €) und Finnland (31,50 €) sowie den Niederlanden (31,20 €), während Schweden mit 30,70 Euro mit Deutschland fast gleichauf lag. Mit schon etwas größerem Abstand dahinter folgten Italien (25,60 €), Großbritannien (22,40 €) und Spanien (20,0 €). Schlusslicht bei den Arbeitskosten im EU-Ranking war Bulgarien, wo 2009 die Arbeitsstunde nur 2,90 Euro kostete. Weiterhin besonders günstig bleibt die Arbeitsstunde im EU-Vergleich daneben in Rumänien (4,0 €) und Litauen (5,80 €) sowie in Lettland (5,90 €), Polen (6,90 €), der Slowakei (7,50 €) und Ungarn (7,60 €).
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