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Aon Hewitt-Studie zur Gehaltsentwicklung in Europa: Selbst in den stabilen Ländern sind Nullrunden zu erwarten

Auch Rekrutierungsaktivitäten stehen auf dem Prüfstand
(PM) München, 06.03.2013 - Zwar gibt es in Europa wieder vereinzelte Zeichen für eine wirtschaftliche Erholung, dennoch bleibt die Gesamtstimmung deutlich negativ. Entsprechend vorsichtig agieren die Unternehmen bei Gehaltserhöhungen und Neueinstellungen. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Aon Hewitt-Studie zur Gehaltsentwicklung in Europa. In fast allen Ländern planen Betriebe deutlich zurückhaltender als noch im August letzten Jahres erwartet. „Im Schnitt ist in Hinsicht auf die potenziellen Gehaltsanpassungen eine Korrektur nach unten um 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte zu beobachten“, erläutert Marco Reiners, Leiter des Bereichs Performance, Reward & Talent DACH bei Aon Hewitt. Nullrunden wird es zudem nicht nur in den krisengebeutelten Ländern Europas geben, auch in Teilen Mittel- und Nordeuropas weisen die Prognosen auf einen solchen Trend hin. In der stabilen Schweiz rechnen beispielsweise knapp 18 Prozent der Studienteilnehmer damit – deutlich mehr als in Italien, Irland oder Spanien. Auch in Sachen Rekrutierungsaktivitäten zeigen sich die Unternehmen zögerlich. Selbst im relativ robusten Deutschland wollen über 22 Prozent der Studienteilnehmer die Neueinstellungen zurückfahren.

„Die Mehrheit der Unternehmen orientiert sich bei der Festlegung der Gehaltserhöhungsbudgets eher am Markt als an den tatsächlichen Inflationsraten“, erklärt Reiners die Gründe für das veränderte Planungsverhalten der Firmen. In Deutschland wird es statt 3,2 durchschnittlich nur noch 2,9 Prozent mehr Lohn für die Arbeitnehmer geben. „Die vorsichtige Grundstimmung wirkt sich unmittelbar auf die Budgetverteilung aus – und das erstaunlicherweise nahezu unabhängig von der wirtschaftlichen Situation der Länder“, so Reiners weiter.

Nullrunden für Europas Arbeitnehmer

Insgesamt zieht ein auffällig hoher Anteil der europäischen Unternehmen für 2013 Nullrunden bei der Gehaltsanpassung in Betracht. In Deutschland denken etwa 10 Prozent der Befragten über diese Option nach, in der Schweiz und Finnland sind es sogar fast 18 beziehungsweise 16 Prozent. Im Hinblick auf die ökonomische und finanzwirtschaftliche Situation in Griechenland ist es dagegen nicht verwunderlich, dass dort mit rund 57 Prozent mit Abstand der höchste Wert der Erhebung liegt.

Kein klarer Trend bei den Einstellungen

Die unsichere ökonomische Entwicklung schlägt sich auch auf die Planung der Rekrutierungsaktivitäten der Unternehmen nieder. Selbst in Ländern wie Deutschland, die robust durch die Krisenjahre 2009/2010 gesteuert sind, zeigen sich diese zögerlich: 22 Prozent wollen ihre Rekrutierungsaktivitäten gegenüber 2012 verringern, knapp 9 Prozent planen sogar mit einem Einstellungsstopp. Auch in der Schweiz wollen knapp 10 Prozent auf Neueinstellungen verzichten. Etwas weniger pessimistisch zeigen sich die Unternehmen in Norwegen oder Österreich. Am zuversichtlichsten scheinen die Luxemburger: Einstellungsstopps sind hier nicht geplant. Besonders prekär ist die Lage beim Sorgenkind Griechenland. Mehr als die Hälfte der Unternehmen nehmen an, die Rekrutierungsaktivitäten 2013 zurückfahren oder die Einstellungen komplett stoppen zu müssen. „Dennoch überrascht es, dass sich – abgesehen von Griechenland – kein deutlicherer Unterschied zwischen den stabilen und den wirtschaftlich gebeutelteren Ländern zeigt“, meint Reiners. „Die Zahlen in Spanien, Italien und Portugal liegen zwar höher als in den mitteleuropäischen Ländern, allerdings ist der Abstand relativ gering.“

Salary Increase Survey – Winter Update

Zur Aktualisierung seiner jährlichen Studie über die Erhöhung von Gehältern in Europa, Afrika und dem Mittleren Osten hat Aon Hewitt 478 Unternehmen aus 44 Ländern des EMEA-Raumes befragt. Die Befragung wurde im Januar 2013 durchgeführt und stellt eine regionale Aktualisierung der weltweiten Gehaltserhöhungsstudie Salary Increase Survey von Aon Hewitt dar, die die Vergütungspraktiken von rund 14.000 Organisationen in mehr als 100 Ländern abbildet.
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