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News, 13.04.2015
Umweltbewusstsein steigt
Aktiver Umweltschutz für Deutsche immer wichtiger
Der Umweltschutz und Klimaschutz nehmen bei den Deutschen eine immer größere Bedeutung ein – und das auch ganz konkret im Lebensalltag als Verbraucher, zeigt eine Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland.
Ein Beispiel für das wachsende Umweltbewusstsein ist auch der Trend weg von der Plastik- hin zur Bio-Tüte.
Ein Beispiel für das wachsende Umweltbewusstsein ist auch der Trend weg von der Plastik- hin zur Bio-Tüte.
Das Umweltbewusstsein der Deutschen wandelt und verstärkt sich. Das belegt die neue Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland 2014“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und des Umweltbundesamtes (UBA). So sehen 63 Prozent der Deutschen den Klima- und Umweltschutz als eine Grundvoraussetzung für die Bewältigung von Zukunftsaufgaben wie etwa die Globalisierung an. 2012 hatten dies erst 40 Prozent der deutschen Verbraucher so gesehen. Daneben halten 56 Prozent der Deutschen den Umweltschutz und Klimaschutz für eine Kernvoraussetzung zur Sicherung des Wohlstands, und jeweils knapp die Hälfte sieht hierin eine Grundbedingung zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands (48 %) sowie zur Schaffung neuer Arbeitsplätze (46%).

„Früher haben viele gedacht, Umweltschutz und Wirtschaftskraft würden sich widersprechen. Heute weiß man: Das Gegenteil ist richtig. Gutes Leben und Umweltschutz gehören zusammen“, kommentierte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks die Ergebnisse der Studie. Die nächste große Aufgabe für den Umweltschutz müsse  nun sein, auch als soziale Triebfeder wahrgenommen zu werden. „Hier zeigt die Studie noch Nachholbedarf“, konstatierte Hendricks. „Mein Ziel als Umweltministerin ist, dass mehr Menschen sagen können: Der Umweltschutz macht unser Land gerechter. Denn es sind ja besonders die sozial Benachteiligten, die unter Lärm und Feinstaub in den Städten leiden“, so die Ministerin.

Die Dringlichkeit der Reduktion der Lärmbelastung untermauert auch die Studie. So fühlen sich zwei Drittel aller Deutschen etwas oder mittelstark von Lärm gestört. Jeder zehnte Befragte empfindet die Belästigung durch Lärmbelastungen sogar als stark oder äußerst stark. „Wir wissen seit langem, dass Lärm nicht nur nervt, sondern Ausmaße erreicht, die krank machen können.“, so Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA. Stärkste Lärmbelastungsquelle Nr. 1 ist weiterhin mit unverändertem Belastungsgrad der Straßenverkehr. 54 Prozent der Deutschen gaben in der Studie an, sich durch Verkehrslärm zumindest „etwas belästigt“ zu fühlen (2012: ebenfalls 54 %).

„Eine soziale Umweltpolitik, die auf Energieeffizienz setzt, auf öffentlichen Nahverkehr, mehr Grün in der Stadt und eine lebenswerte Gestaltung unserer Siedlungen, ist gut für die Umwelt, aber auch gut für Gesundheit und Lebensqualität der Menschen“, stellte Hendricks fest.

Umweltbewusstsein wirkt immer stärker auf Konsumverhalten

Wie die Studie aufzeigt, ist den meisten Deutschen wohl bewusst, dass ein nachhaltige Umweltschutz und Klimaschutz weit mehr erfordert, als nur den Müll zu trennen, und das Umweltbewusstsein nicht an den eigenen Grenzen Halt machen darf. So stimmten beispielsweise fast neun von zehn befragten Deutsche der These zu,  dass Deutschland durch hierzulande praktizierte Lebensweise auch für Umweltprobleme in anderen Ländern verantwortlich sei. Des Weiteren gaben fast drei Viertel der Befragten an, beunruhigt zu sein, wenn sie daran denken, in welchen Umweltverhältnissen unsere Kinder und Enkelkinder wahrscheinlich leben müssen. In der Altersgruppe zwischen 14 und 17 Jahren äußersten sogar fast neun von zehn Befragten (85 %) diese Sorge.

Dieses immer stärker ausgeprägte Umweltbewusstsein wirkt sich auch vermehrt auf das Konsumverhalten aus. So wählt zum Beispiel knapp die Hälfte der Befragten beim Kauf von Haushaltsgeräten und Leuchtmitteln immer energieeffiziente Alternativen, und weiteres Viertel tut dies der Studie nach zumindest „sehr häufig“. Auch kaufen 43 Prozent daneben etwa häufig umweltschonende Reinigungsmittel, fast ebenso viele haben schon einmal nach eigener Auskunft Öko-Strom bezogen (39 %), und rund ein Fünftel setzt beim Nahrungsmitteleinkauf oft auf Bio-Lebensmittel.

 „Die Nachfrage nach grünen Produkten ist groß, der Wille zum Umstieg auf umweltfreundliche Alternativen weit verbreitet“, so Krautzberger. Das Interesse an Öko-Produkten ist aber unterschiedlich ausgeprägt; Öko-Textilien etwa kaufen derzeit nur 10 Prozent der Befragten häufig. „Bei umweltfreundlich hergestellter Kleidung stimmt schlicht das Angebot der Hersteller noch nicht. Biobaumwolle hat derzeit einen Anteil von unter ein Prozent am gesamten Baumwollmarkt. Hier müssen die Hersteller nachlegen, dann steigt auch die Nachfrage“, so die UBA-Präsidentin.

Große Einigkeit zeigt die Erhebung, was die infrastrukturelle Entwicklung von Städten, Gemeinden und Kommunen betrifft. Hier plädieren 82 Prozent dafür, Städte und Gemeinden so zu gestalten, dass Bewohner kaum mehr auf ein Auto angewiesen sind. Von den 14- bis 17-Jährigen sind sogar 92 Prozent für eine solche Umgestaltung. In diesem Kontext zeigt die Studie auch eine weiter steigende Bereitschaft, alternative Mobilitätsmodelle wie etwa Carsharing-Angebote in Anspruch zu nehmen.  „Ein Car-Sharing-Fahrzeug kann fünf normale Fahrzeuge ersetzen. Carsharing hat daher das Potenzial, sich zu einem wichtigen Beitrag für Klimaschutz und Ressourceneffizienz zu entwickeln“, so das Ministerium.

Die Repräsentativumfrage zum Umweltbewusstsein in Deutschland wird seit 1996 alle zwei Jahre durchgeführt. Erstmals wurde in diesem Jahr die deutsche Wohnbevölkerung ab 14 Jahren befragt (in den Vorgängerstudien ab 18). Diese Studie wurde als Online-Befragung im Zeitraum vom 8. Juli bis 6. August 2014 mit 2117 Personen durchgeführt. Sie steht zum kostenfreien Download zur Verfügung.

cs/BMUB
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