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700 Megahertz-Frequenzen: Haben ist besser als brauchen...

Kommentar zur Versteigerung der 700 Megahertz-Frequenzen von Jörg Mecke, Business Unit Manager Business Productivity beim IT-Haus Fritz & Macziol
(PM) Ulm, 01.06.2015 - Die kürzliche Versteigerung der 700 Megahertz-Frequenzen ist für die deutsche Wirtschaft enorm wichtig, denn das Angebot von 5G (LTE-Advanced) wird heiß erwartet. Bisher fiel Deutschland im Bandbreiten-Vergleich immer weiter zurück, da die meisten anderen Länder ihr Internet viel schneller und eher über Glasfaser als VDSL-Verbindungen ausbauen als hierzulande. Beim Durchschnittstempo der Internet-Zugänge haben uns nicht nur viele asiatische Länder und die USA, sondern auch europäische Nachbarn, darunter sogar Rumänien oder Ungarn, abgehängt. Der technische Fortschritt im Mobilfunk, der mit 5G vielleicht flächendeckend in Deutschland verfügbar sein wird, bildet die Grundlage für die neuen Arbeitsweisen moderner Unternehmen: Flexibel, jederzeit und von überall, unabhängig vom Standort.

Diese flexible Kommunikationsfähigkeit ist besonders relevant für den Vertrieb. Wer einen Kundenbesuch auf dem Land macht, seine Daten in seiner Customer Relationship Management (CRM)-App erfasst und zusätzliche Informationen benötigt, kommt mit dem EDGE-Angebot (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) mit 473 kbit/s nicht weit. Denn das „E“ auf der Netzanzeige des Smartphones steht eher für „Error“ und bedeutet: Keine Chance für einen erfolgreichen Download oder Datenaufruf.

Mobilität via Smartphone ist in Deutschland nicht durch Apps an sich, sondern durch die Bandbreite ausgebremst. Viele Unternehmen würden gerne vermehrt geschäftsrelevante Funktionen auf mobile Geräte der Nutzer auslagern, sehen hier aber mit den aktuellen Gegebenheiten wenig Möglichkeiten. Von der Frequenz-Versteigerung erhoffen sie sich, dass auch in dünn besiedelten, ländlichen Regionen per LTE hohe mobile Internetgeschwindigkeiten erreicht werden können.

Aber Unternehmen denken oft einen Schritt weiter und stellen die Notwendigkeit teurer Netzinfrastrukturen grundsätzlich in Frage. Ob via Kabel oder Multiprotocol Label Switching (MPLS) zur Verbindung mit der Zentrale – es könnte doch wie von zu Hause über das Mobilfunk-Netz gehen. Die Sicherheitsmechanismen der Virtual Private Networks (VPNs) schirmen diese Verbindung genauso gut ab wie aus dem internen Netz.

Wenn Unternehmen heute neue Gebäude beziehen, können sie sich dank des nächsten Mobilfunkstandards 5G sogar fragen: Sind Kabel in der Wand und WLAN-Access-Points überhaupt noch notwendig? Wenn 5G funktioniert, sind de facto nur noch ganz wenige Ports für Druckstationen erforderlich. Die IT kommt quasi aus der Luft, wie heute das WLAN – ist jedoch überall verfügbar. Erste kreative Köpfe haben die Maslowsche Bedürfnispyramide schon um eine Ebene nach unten verlängert: Das stärkste Bedürfnis noch vor der körperlichen Unversehrtheit wäre die Internet-Verbindung. Auch wenn dies natürlich übertrieben ist, erfreut sich das schnelle mobile Arbeiten über ein stabiles Netz spätestens beim nächsten Bahn- oder Kita-Streik wieder großer Beliebtheit.
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