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News, 24.07.2007
50plus-Studie
Immer mehr ältere Existenzgründer - und oft benachteiligt
Angaben der Ewing Marion Kauffman Foundation 2006 zufolge ist die Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen in den USA schon heute diejenige, aus der die meisten Existenzgründer und Existenzgründerinnen kommen. Auch in Deutschland steigt der Anteil der Selbstständigen aus der 50plus-Generation immer weiter an. Obschon in vielem besser als die Jungen, sehen sich ältere Existenzgründer/Innen dennoch teilweise mit erheblichen Benachteiligungen konfrontiert.
„Die Alten“ sind nicht nur als Konsumentengruppe, sondern auch als Unternehmer/Innen auf dem Vormarsch. Immer häufiger wagen so genannte „BestAger“ den Schritt in die Selbstständigkeit und starten eine zweite Karriere, bei der es nur auf sie alleine ankommt und auf die eigenen Stärken. An Stärken haben sie auch viele vorzuweisen und sind sogar in vielem Jungen überlegen. Doch häufig wird es ihnen schwer gemacht, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Im Rahmen einer vom Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) durchgeführten Befragung von Wirtschaftskammern und kommunale Einrichtungen vertraten 73 Prozent der Befragten die Meinung, dass ältere Gründer/Innen Potenziale hätten, die jüngeren Menschen zumeist fehlten. Auf die Frage, wo ältere Gründer/Innen besser seien, nannten die Gründungsberater/Innen insbesondere folgende Bereiche:

  • Einbringen der Lebenserfahrung (besser: 63,3%; viel besser 31,3%)
  • Branchenkenntnisse (besser: 71,0%; viel besser 18,7%)
  • Ausstattung mit eigenen finanziellen Mitteln (besser: 76,6%; viel besser 8,4%)
  • Persönliche Kontakt zu Kunden (besser: 57,0%; viel besser 16,8%)
  • Fachliche Fähigkeiten (besser: 62,6%; viel besser 10,3%)
  • Umgang mit Kunden und Mitarbeitern (besser: 45,3%; viel besser 3,8%)

Dennoch, so die RWI-Studie, würden Ältere teilweise mit Hindernissen wie unter anderem Benachteiligung bei der Fördermittelvergabe und Finanzierung durch Banken sowie einer unangemessenen Beratung konfrontiert. Die Chance älterer Menschen auf ein Darlehen erachten nur knapp 23 Prozent der Gründerberater/Innen noch als gut (beziehungsweise „besser“), bei Förderdarlehen sind es gar nur 11 Prozent.

Nach Meinung der befragten Wirtschaftskammern dürfe das Alter bei der Selbstständigkeit niemals isoliert betrachtet werden. Für den Erfolg von Gründungen vielmehr entscheidend sei der konkrete Bildungshintergrund und die bisherige Tätigkeit. Auch müsse die bestehende Gründungsförderung viel besser an die Bedürfnisse und Potenziale der älteren Gründer/Innen angepasst werden. Vor allem sei es wichtig, dass die Berater auf Basis eigener Lebenserfahrung sowie auf gleicher Augenhöhe mit dieser Zielgruppe kommunizieren können.

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