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News, 05.09.2012
Spam-Flut steigt
300 Millionen Spam-Mails täglich in privaten E-Mail-Postfächern
Trotz Filtersoftware werden private E-Mail-Nutzer in Deutschland jeden Tag im Schnitt mit insgesamt rund 300 Millionen Spam-Nachrichten zugemüllt. Nur jeder Fünfte bleibt privat von Spam verschont, ergab jetzt eine Umfrage.
Drei Viertel aller Deutschen (75%), die eine private E-Mail-Adresse besitzen, erhalten mindestens eine Spam-Mail jeden Tag. Bei fast jedem Zweiten (44%) sind es täglich sogar bis zu fünf. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Hightech-Branchenverbandes BITKOM hervor. Jeder vierte E-Mail-Nutzer (24%) findet täglich sogar sechs bis 20 Spam-Mails im privaten E-Mail-Postfach vor. Vor drei Jahren traf dies dem BITKOM zufolge nur auf 20 Prozent der E-Mail-Nutzer zu. Lediglich 19 Prozent der Deutschen, die über eine private E-Mail-Adresse verfügen, erhalten bislang keine Spam-Nachrichten. Weitere sieben Prozent der Befragten konnten oder wollten hierzu keine Auskunft geben.

„Spams können nicht nur lästig sein und unerwünschte Werbung enthalten, oft stecken Betrüger dahinter oder es wird versucht, Schadsoftware auf dem PC des Benutzers zu installieren“, warnt BITKOM-Sicherheitsexperte Lutz Neugebauer. Problematisch ist zudem, dass diesen kriminellen Spam-Versendern rechtlich kaum Einhalt geboten werden kann. So drohe Spam-Versendern Neugebauer nach in Deutschland zwar ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro. Da aber die meisten Spam-Mails aus dem Ausland versandt würden, sei das in Deutschland geltende Recht in diesen Fällen faktisch nicht durchsetzbar.

Obschon die E-Mail-Dienstanbieter dem BITKOM zufolge schon zahlreiche Schutzmaßnahmen ergriffen, könnten E-Mail-Nutzer allerdings auch selbst zur Reduktion des Spam-Aufkommens etwas tun. Der Verband veröffentlichte hierzu folgende Empfehlungen:

1. Ungewöhnliche E-Mail-Adresse wählen

Viele Spam-Versender arbeiten nach einem Zufallsprinzip. Sie generieren automatisch Adressen und probieren diese aus. Ungewöhnliche Zeichenfolgen in der Mail-Adresse – etwa ein Unterstrich anstelle eines Bindestrichs oder eine Zahl – erschweren den Erfolg der Spammer.

2. Zweite E-Mail-Adresse anlegen

Die private E-Mail-Adresse sollte nur in Ausnahmefällen herausgegeben werden. Für Chats oder Bestellungen ist es besser, sich eine zweite zuzulegen. Wer über diese E-Mail viel Spam bekommt, kann einfach zu einer neuen wechseln. Unter der ersten Adresse bleibt er für Freunde erreichbar.

3. E-Mail-Adresse im Web kodieren

Oft sammeln Spammer auch Adressen auf Webseiten. Wer seine E-Mail-Adresse im Web angibt, etwa auf der eigenen Homepage, kann das erschweren: Zum Beispiel, indem er das @-Zeichen kodiert (vorname.name [at]provider.de) oder die E-Mail-Adresse als Bilddatei hinterlegt wird.

4. E-Mail-Adresse in Communitys verbergen

Nutzer sollten die eigene E-Mail-Adresse in Online-Netzwerken wie Facebook oder Xing nicht allen zugänglich machen. Viele Communitys bieten individuelle Datenschutz-Einstellungen an. Dort kann festgelegt werden, dass nur die eigenen Freunde oder Geschäftspartner die Adresse sehen dürfen.

5. Spam-Filter nutzen

Mit Hilfe von Spam-Filtern gelangen weniger unerwünschte Mails in den Posteingang. Die Filter sortieren verdächtige Mails aus und legen sie meist in einem gesonderten Ordner ab. Spam-Filter sind als Software für den eigenen PC oder als Service der E-Mail-Provider verfügbar. Zudem gibt es Dienstleister, die eine externe Spam-Filterung anbieten.

6. Nicht auf Spam-Mails antworten

Niemals sollte man auf Spam-Mails antworten! Auch vermeintliche Abmelde-Optionen – etwa für Newsletter – sollten nicht unüberlegt genutzt werden. Diese Rückmeldungen sind für Spammer eine Bestätigung, dass die gewählte E Mail-Adresse aktiv ist. Künftig gibt es dann eher noch mehr unerwünschte Post.

7. Nicht auf Links in Spam-Mails klicken


Wenn dennoch Spam im Postfach landet: am besten sofort löschen. Auf keinen Fall sollten Links in Spam-Mails angeklickt werden. Dahinter können sich Schadprogramme verbergen. Im E-Mail-Programm sollte zudem auch der automatische Download von Bildern deaktiviert werden. Denn dies kann dem Spam-Versender anzeigen, dass seine Mail geöffnet wurde und diese Adresse also aktiv genutzt wird.

8. Blindkopien verschicken


Vorsichtig mit Kontakten von Freunden und Kollegen umgehen! Wer Mails an mehrere Personen verschickt, sollte alle Adressen im Feld „BCC“ eingeben. Dann sehen die Empfänger die fremden Adressen nicht.
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